Julius und die Geheimen: Auf der Spur des Grundgesetzes

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Julius und die Geheimen: Auf der Spur des Grundgesetzes

2019 wird das Grundgesetz 70 Jahre alt. Das Grundgesetz ist die Verfassung des deutschen Staates, nach der sich alle Gesetze und Gerichte richten müssen. Das entdecken auch Julius, Lili und Jens bei ihrer Suche nach der Wahrheit ...

Julius, Lili und Jens haben eine Geheimorganisation gegründet. Ihr Ziel: die Wahrheit und nichts als die Wahrheit! Auf der Suche danach geraten die drei aber immer wieder in mysteriöse Kriminalfälle und müssen spannende Abenteuer überstehen. Dabei helfen Julius und seiner Bande immer wieder die Ideen des Grundgesetzes und der Grundrechte - und lassen sie verstehen, was hinter den alten Gesetzestexten auch heute noch steckt. Hier könnt ihr die acht spannenden Fälle von Julius und seiner Bande nachhören.

Julius und die Geheimen
Das Grundgesetz für Kinder in 8 Folgen
von Eckehard Weis und Bob Konrad
Regie: Anja Penner
Eine Autorenproduktion der Raumstation Berlin 2009
Redaktion: Susanne Kuttler

Unser Grundgesetz: Wie alles begann

Wie kann man Ungerechtigkeit verhindern? Das haben sich schon viele Leute gefragt. In Deutschland hat man sich vor 70 Jahren für ein Grundgesetz entschieden, das das Zusammenleben zwischen den Menschen regeln soll.

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Auf der Suche nach der Gerechtigkeit. Wurdest du schon einmal ungerecht behandelt? Ein schlimmes Gefühl ist das. Aber weißt du was? Dieses Gefühl kennen alle! Denn die Welt ist leider kein gerechter Ort. Allzu oft gilt das Recht des Stärkeren: Chef ist der, der am stärksten ist. Die anderen müssen still sein und gehorchen. Wie manchmal auf dem Schulhof. Das ist ungerecht. Und dagegen helfen nur Regeln.

Auf der Suche nach der Gerechtigkeit. Wurdest du schon einmal ungerecht behandelt? Ein schlimmes Gefühl ist das. Aber weißt du was? Dieses Gefühl kennen alle! Denn die Welt ist leider kein gerechter Ort. Allzu oft gilt das Recht des Stärkeren: Chef ist der, der am stärksten ist. Die anderen müssen still sein und gehorchen. Wie manchmal auf dem Schulhof. Das ist ungerecht. Und dagegen helfen nur Regeln.

Vor langer Zeit gab die Religion und der Glaube dem Menschen Regeln: In den 10 Geboten wird den Christen zum Beispiel verboten zu stehlen oder zu töten. Später haben sich schlaue Philosophen die Köpfe über die Gerechtigkeit zerbrochen. Der Engländer John Locke hatte dann eine recht gute Idee: Alle Menschen in einem Land sollten miteinander einen Vertrag schließen. Dieser Vertrag muss gerecht sein, so dass jeder zustimmen kann. Der Vertrag legt fest, dass eine Regierung nur das Recht hat zu bestimmen, wenn alle damit einverstanden sind.

Im Jahre 1776 schlossen zum ersten Mal die Menschen eines Landes einen solchen Vertrag und gründeten so die Vereinigten Staaten von Amerika. Und auch in Deutschland haben die Menschen einen solchen Vertrag geschlossen. 1948 kamen im parlamentarischen Rat 65 Männer und Frauen zusammen, um eine neue demokratische Verfassung für Deutschland zu entwickeln: das Grundgesetz. Am 23. Mai 1949 trat es in Kraft.

Das Grundgesetz ist ein ganz besonderes Gesetz. Das merkt man schon daran, dass es keine §§ - sprich: Paragraphen - hat wie die anderen Gesetze, sondern Artikel. Der 1. Artikel ist auch etwas ganz besonderes. Er ist wie der Grundstein eines Hauses. Im 1. Artikel steht: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Konkret heißt das, dass wir alle sehr vorsichtig mit den anderen umgehen müssen. Wir dürfen keinen Menschen verletzen oder töten. Und mehr noch: Jeder Mensch ist gleich viel wert. Kein Mensch ist besser als der andere. Kein Mensch hat mehr Rechte als der andere oder weniger Pflichten. Jeder Mensch muss frei entscheiden können. Jeder soll die gleichen Chancen haben. Und jeder Mensch soll menschenwürdig leben. Denn der Mensch ist etwas sehr Wertvolles, und er muss besonders geachtet und beschützt werden.

Das Grundgesetz bestimmt und beschreibt die Menschen- und Bürgerrechte, auf die sich jeder berufen kann. So habt ihr zum Beispiel das Recht, wenn ihr beklaut werdet, zur Polizei zu gehen und eine Anzeige zu machen. Die Polizei hat dann die Pflicht, für euch den Dieb zu suchen. Die Polizei ist ein wichtiger Teil des Staates und das Grundgesetz schreibt vor, dass der Staat seine Bürger schützen muss.

Was aber passiert, wenn es der Staat ist, der euch beklauen will? Die Frage ist gar nicht so abwegig, wie sie vielleicht klingt. Nehmen wir an, die Regierung des Staates hat vor, eine Autobahn zu bauen. Dummerweise liegt euer Haus mitten auf der Strecke, die die Mehrheit der Bevölkerung haben will. Kommt dann die Polizei und schmeißt euch raus, damit die Autobahn gebaut werden kann? Oder dürft ihr weiter in dem Haus leben? Das Grundgesetz legt zwar nicht fest, was in dem Fall genau zu geschehen hat, aber es gibt euch das Recht, gegen die Regierung vor einem unabhängigen Gericht zu klagen und verpflichtet den Staat, euch in jedem Fall zu entschädigen.

Auch die Aufgaben und Pflichten, die ein Politiker oder ein anderer hoher Vertreter des Staates hat, legt das Grundgesetz fest. Letztlich ging es den Müttern und Vätern des Grundgesetzes darum, dass kein Vertreter des Staates, sich so benimmt, wie sich Könige oder Diktatoren in der Vergangenheit benommen haben. Sollte aber doch einmal ein Gesetz beschlossen werden, das die Grundrechte mit Füßen tritt, kann jeder Bürger beim Bundesverfassungsgericht Einspruch erheben. Das Bundesverfassungsgericht wacht darüber, dass alles, was beschlossen und getan wird, dem Grundgesetz entspricht.

Stand: 21.03.2019, 16:58

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