Warum juckt es uns manchmal?

Eine junge Frau kratzt sich am Handgelenk

Warum juckt es uns manchmal?

Mensch, das juckt aber! Manchmal haben wir einen Juckreiz und müssen uns ganz schnell kratzen, damit es besser wird. KiRaKa-Arzt Christian Hermanns weiß, warum wir uns kratzen.

KiRaKa-Arzt Christian beantwortet Fragen zum Jucken, Teil 1

WDR 5 KiRaKa ohne Download 11.05.2020 04:19 Min. Verfügbar bis 12.05.2021 WDR 5

KiRaKa-Arzt Christian beantwortet Fragen zum Jucken, Teil 2

WDR 5 KiRaKa ohne Download 11.05.2020 04:10 Min. Verfügbar bis 12.05.2021 WDR 5

Was ist Juckreiz?

Juckreiz ist ein unangenehmes Gefühl - man sagt auch: eine Sinnesempfindung - auf der Haut oder auf der Schleimhaut, an allen möglichen Stellen des Körpers: Kopfhaut, Auge, Mund, Arme, Rücken oder auch zwischen den Beinen oder am Darmausgang. Dieses Gefühl kann sehr unterschiedlich sein, von einem leichten Kribbeln über nerviges Jucken bis hin zu Brennen und Schmerzen. Das Jucken kann plötzlich auftauchen und verschwindet dann wieder oder es tritt immer wieder auf und bleibt dann auch länger bestehen.

Wozu ist Juckreiz eigentlich gut?

Juckreiz ist eigentlich ein Warnsignal, so wie Schmerzen oder Frieren. Dann ist irgendetwas mit der Haut nicht in Ordnung. Ist also zwar lästig, aber eigentlich etwas Gutes, weil dich dein Körper warnt.

Wodurch entsteht das Jucken?

Der Juckreiz entsteht durch irgendetwas, das die Haut stört. In der Haut - direkt unter der Oberfläche - liegen Nervenenden. Und die reagieren auf verschiedene Stoffe aus der Haut und aus dem Blut. Eine große Rolle spielt ein Stoff namens Histamin, der in kleinen "Tanks" in der Haut gespeichert ist, in den Mastzellen. Der hat auch viel zu tun mit allergischen Reaktionen, wenn man zum Beispiel ein neues Kleidungsstück auf der Haut nicht verträgt. Beim Jucken werden die Information aus den Nerven über das Rückenmark ins Gehirn geschickt - und da entsteht das Verlangen, sich zu jucken, zu kratzen oder zu reiben.

Juckreiz kann zum Beispiel durch ein Insekt hervorgerufen werden, das die Haut verletzt oder etwas hineingespritzt haben könnte. Oder durch ein scharfe Seife, die die Haut angreift. Oder durch die Sonne beim Sonnenbrand. Auslöser kann unter anderem auch zu trockene Haut sein oder Haut, die zu oft oder zu selten gewaschen wird, scharfe Gewürze, Allergien oder auch Infektionen wie Windpocken.

Die Haut kann auch jucken, wenn man sich schlecht ernährt, zum Beispiel zu wenige Vitamine isst. Selten kann Juckreiz auch auf schwererer Erkankungen hindeuten. Das Besondere ist: Manchmal ist besonders bei Erwachsenen das Jucken das erste Zeichen, dass da gerade eine ernsthafte Krankheit beginnt.

Und auch Läuse und Flöhe können zu Juckreiz führen

Heute sind vor allem auf den Menschen überspringende Hunde- und Katzenflöhe relevant. Die Stiche finden sich in Reihen und Gruppen, da der Floh "Probebohrungen" durchführt, bis er auf ein Blutgefäß zum Anzapfen stößt. Es kommt zu kleinen Wunden, von denen ein starker Juckreiz ausgeht. Bisse der Läuse hinterlassen rote, juckende Stellen auf der Kopfhaut, die leicht zerkratzt werden, bluten und sich entzünden. Klassische Stellen: hinter den Ohren und im Nacken.

Stand: 11.05.2020, 11:51

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