KiRaKa-Blaulicht: Einsätze mit der Polizei

Notarzt Christian Hermanns

KiRaKa-Blaulicht: Einsätze mit der Polizei

Tatütata - wenn ihr eine Sirene hört , ist meistens etwas passiert. Einer, der oft zu Einsätzen fährt, ist KiRaKa-Arzt Christian Hermanns. In der Reihe KiRaKa-Blaulicht erzählt er von seinen spektakulärsten Einsätzen. Diesmal geht es um Einsätze, bei denen auch die Polizei dabei war.

Einsätze mit der Polizei - Teil 1

WDR 5 KiRaKa ohne Download 13.10.2020 06:14 Min. Verfügbar bis 14.10.2021 WDR 5

Einsätze mit der Polizei - Teil 2

WDR 5 KiRaKa ohne Download 13.10.2020 05:07 Min. Verfügbar bis 14.10.2021 WDR 5

Vor zehn Tagen war Christian Hermanns bei einem Verkehrsunfall mit einem Fahrradfahrer. Dieser ist von einem Auto angefahren worden und lag im Straßengraben. Die Polizei hatte bei diesem Einsatz mehrere Aufgaben: Erste Hilfe leisten, Unfallstelle absichern und Verkehr lenken. Und dann: Spuren sichern und Zeugen vernehmen. Außerdem hat eine Beamtin bei der Versorgung des Verletzten geholfen.

Welche anderen Einsätze mit der Polizei gibt es für Notärzte?

Verkehrsunfälle, zum Beispiel auch auf der Autobahn und wenn Spuren gesichert werden müssen. Auch bei Feuer-Einsätzen ist die Polizei dabei: Die Einsatzstelle muss abgesperrt und Ermittlungen zum Brand eingeleitet werden. Bei alkoholisierte Patienten oder Patienten, die ihre Personalien nicht sagen wollen, brauchen wir auch die Polizei. Ebenso brauchen wir Hilfe bei Verstorbenen.

Wie ist der Umgang zwischen Notärzten und der Polizei?

Partnerschaftlich und verständnisvoll. Man kennt die Arbeit der anderen zum Teil und ergänzt und hilft sich.
In den Einsatzleitstellen gibt es Direktleitungen. Mal kommt ein Notruf über den Feuerwehr-Notruf 112, mal über den Polizei-Notruf 110 - und wird dann weitergeleitet. Oder man ruft den anderen über Funk und die Leitstelle. So erfährt auch die jeweils andere Partei von einem Einsatz und kann zur Unfallstelle kommen. Es kann aber auch sein, dass der Notarzt die Polizei zum Einsatz dazuruft.

Fährt man denn als Notarzt auch schon mal zur Polizei?

Ja, zum Beispiel auf die Polizeistation oder ins Gewahrsam, wenn dort jemand erkrankt. Nicht jeder, der von der Polizei festgehalten wird, fühlt sich da auch wohl. Es gab auch mal einen Einsatz, bei dem sich Polizei und Einbrecher gleichzeitig verletzt haben, weil die Polizei im dunklen Haus die Einbrecher gejagt hat.

In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Rettungskräfte auch bei Einsätzen angegriffen. Das reicht von Motzen und Beschimpfungen bis hin zu körperlicher Gewalt oder Weglaufen. Da wird häufig die Hilfe der Polizei benötigt. Und die ist dann meistens auch schnell da.

Woran liegt es, dass Einsatzkräfte angegriffen werden?

Schlechte Erziehung, Unkontrolliertheit, Alkohol, persönliche Probleme, Wut auf Behörden und den Staat. Es gibt viele Gründe.

Wen sollte man wann rufen, den Notarzt oder die Polizei?

Eindeutig sind Fälle, in denen jemand erkrankt oder verletzt ist. Schwieriger wird es, wenn jemand verwirrt oder betrunken über die Straße läuft. Da ist es dann aber auch fast egal, ob man die 112 oder die 110 wählt, durch die Weitergabe des Notrufs untereinander.

Wie sollten sich die Kinder an einer Einsatzstelle verhalten? Darf man stehen bleiben und zuschauen?

Am besten weitergehen und die Einsatzkräfte nicht stören. Für die Betroffenen oder Verletzten ist es oft auch unangenehm, wenn jemand zuschaut. Wenn es gar nicht anders geht, weil man zum Beispiel nicht vorbeigehen kann: Weit weg stehen bleiben und Platz lassen.

Wie ist denn der Einsatz mit dem verletzten Fahrradfahrer zu Ende gegangen?

Der Fahrradfahrer hatte den Arm gebrochen und brauchte Schmerzmittel. Er wurde trotzdem schnell mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren, weil weitere gefährliche Verletzungen nicht ausgeschlossen werden konnten. Bei der Untersuchung im Krankenhaus haben sich zum Glück aber keine anderen Verletzungen mehr ergeben.

Stand: 14.10.2020, 12:02

Darstellung: