KiRaKa-Blaulicht: Wespenstich

Notarzt Christian Hermanns

KiRaKa-Blaulicht: Wespenstich

Tatütata - wenn ihr eine Sirene hört , ist meistens etwas passiert. Einer, der oft zu Einsätzen fährt, ist KiRaKa-Arzt Christian Hermanns. In der Reihe KiRaKa-Blaulicht erzählt er von seinen spektakulärsten Einsätzen. Diesmal geht es um einen Wespenstich.

Ihr kennt Christian Hermanns als unseren KiRaKa-Arzt, auch Notarzt und Reporter. Als Notarzt ist er schon oft zu Einsätzen gefahren. Dabei hat er schon vieles erlebt und gesehen. Davon erzählt er uns bei KiRaKa-Blaulicht.

Wespenstich (Teil 1)

WDR 5 KiRaKa ohne Download 04.08.2020 03:45 Min. Verfügbar bis 05.08.2021 WDR 5


Wespenstich (Teil 2)

WDR 5 KiRaKa ohne Download 04.08.2020 06:08 Min. Verfügbar bis 05.08.2021 WDR 5


Wespenstich

Ein junger Mann war in einem Gartenlokal und hatte sich eine Cola bestellt. Dann ist eine Wespe in die Flasche geklettert. Der Mann hat es nicht gesehen und davon getrunken. Im Rachen hatte er erst ein Kribbeln und dann einen Stich verspürt. Daraufhin ist die Schleimhaut im Rachen angeschwollen und es kam der Notruf.

Was wurde gemacht?

Bei solchen Einsätzen muss man parallel arbeiten: Einerseits den Patienten schnell versorgen, andererseits fragen, was genau passiert ist, wie es ihm geht und ob er bekannte Allergien hat. Danach kann man die Gefahr etwas besser einschätzen.

Der Patient wurde mit einer Infusion und mit Medikamenten versorgt, die gegen die allergische Reaktion wirken. Unter anderem Kortison. Dadurch schwellen die Schleimhäute ab. Im schlimmsten Fall kann es aber auch zu Kreislaufproblemen und einem Schock kommen. Dann muss man noch stärkere Medikamente einsetzen.

Zum Glück haben die Medikamente schnell und gut gewirkt. Die Schwellung im Hals ist zurückgegangen. Der Mann kam ins Krankenhaus, ist noch für ein paar Stunden dort geblieben und konnte dann mit seiner Freundin wieder nach Hause gehen.

Was passiert im Körper, wenn man von einer Biene oder Wespe gestochen wird?

An der Einstichstelle entstehen eine kleine Wunde und eine Rötung. Durch das Gift der Biene oder Wespe kann eine allergische Reaktion ausgelöst werden. Das ist eine Art von Überreaktion des Körpers auf das Gift. Dabei wird ein bestimmter Stoff ins Blut ausgeschüttet: Histamin, ein Botenstoff, der verschiedene Prozesse in Gang setzt, unter anderem die Schwellung der Haut und der Schleimhäute, bis in die Luftwege.

Wie sollte man sich verhalten?

Wespen sollte man nicht ärgern durch Schlagen oder Wegblasen. Unter Stress verbreiten sie einen Alarmstoff, der weitere Wespen anlockt. Bunte Bekleidung oder Deos sollte man auch vermeiden, denn sie ziehen die Tiere an. Wenn man reife Trauben auf einen Teller stellt, kann man die Wespen ablenken und sie rufen weitere Tiere zu der Stelle. Auch Besprühen kann helfen: Die Wespen denken, es regnet und verschwinden ins Nest. Flaschen, Gläser und Teller sollte man kontrollieren, bevor man etwas trinkt oder isst und die Speisen abdecken. Zucker vom Mund und von den Händen abwaschen. Beim Barfußlaufen aufpassen, dass man nicht in eine Wespe tritt.

Wenn man mal gestochen worden ist: Was sollte man dann tun?

Ruhe bewahren! Nicht jeder Stich ist gefährlich!
Biene: Stachel entfernen, ohne Giftblase daran auszudrücken. Am besten macht man das mit einer Pinzette oder dem Fingernägel.
Wespen: Können mehrfach zustechen, ohne dass der Stachel in der Haut stecken bleibt. Dann: Erst erwärmen, zum Beispiel mit einem sehr warmen Löffel. Danach dann kühlen und abschwellen lassen. Zum Beispiel mit Eiswürfeln, Gel aus der Apotheke, Umschlag mit Essig. Denjenigen, der gestochen wurde, sollte man betreuen und erst mal nicht aus den Augen lassen.

Generell sollte die Einstichstelle beobachtet werden. Es kann sein, dass die Wespe Bakterien oder Viren eingeschleppt hat.

Wann wird es gefährlich?

Es kann sein, dass der Körper übermäßig auf den Stich reagiert. Manchmal weiß man es vorher auch gar nicht, dass man einen Insektenstich überhaupt nicht verträgt. Und dann kann es schnell gefährlich werden! Wespenstiche sind auch für Nicht-Allergiker gefährlich: Auch wer nicht allergisch ist, sollte einen Stich tunlichst vermeiden. Das Gift führt bei jedem Menschen zu einer Schwellung, die bis zu zehn Zentimeter groß werden kann.

Wann muss man den Notruf wählen?

Den Notruf sollte man wählen, wenn sich plötzlich ein Hausausschlag breit macht, einem schwindlig und komisch wird, man das Gefühl hat, schlechter Luft zu bekommen oder sonst irgendwie ein Engegefühl in der Brust entsteht. Personen, die wissen, dass sie sehr stark allergisch reagieren, haben oft auch ein Notfall-Set bei sich.

Bei einem Stich in den Rachen sollte man immer sofort den Notruf wählen und beim Warten Eis lutschen und Umschläge machen.

Stand: 05.08.2020, 11:02

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