Hilfe bei Gewalt in der Familie in der Corona-Zeit

Kind hält Hände vors Gesicht

Hilfe bei Gewalt in der Familie in der Corona-Zeit

Im Moment sind viele Familien häufiger zuhause zusammen als sonst – denn wegen des Corona-Virus sollen ja alle nicht mehr rausgehen. In manchen Familien gibt es deshalb auch Probleme. Wir sagen, wohin ihr euch dann wenden könnt.

Herzfunk: Gewalt in der Familie in der Corona-Zeit

WDR 5 KiRaKa Herzfunk 30.03.2020 01:37 Min. Verfügbar bis 30.03.2021 WDR 5 Von Elisabeth Raffauf

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Ab und zu Streit ist normal - Gewalt nicht!

Im Moment sind viele Familien häufiger zuhause zusammen als sonst – denn wegen des Corona-Virus sollen ja alle nicht mehr rausgehen. Für manche Kinder ist das toll: Die Eltern, die sonst so viel arbeiten müssen,  haben Zeit zu spielen oder sich zu unterhalten. Vielleicht geht man sich ab und zu auf die Nerven und streitet kurz, aber das ist auch normal.


Es gibt aber auch Familien, in denen es schlimme Probleme gibt, zum Beispiel wenn die Eltern gewalttätig werden – und das ständige Zuhause sein kann das noch verschlimmern. Für Kinder, die das erleben, hat Herzfunk- Psychologin Elisabeth Raffauf ein paar Tipps:

Die Kinder haben niemals Schuld!

Jetzt in der Corona-Zeit haben Kinder in solchen Familien nicht sofort jemanden, bei dem sie Schutz suchen können. Manche Kinder trauen sich gar nicht mit anderen darüber zu sprechen oder haben sogar das Gefühl, sie seien Schuld, wenn ihre Eltern oder die Geschwister sie seelisch oder körperlich misshandeln. Das ist niemals so. Kinder haben nie Schuld daran und sie dürfen sich auf jeden Fall Hilfe holen.

Was können Kinder in so einer Situation machen?

Im Moment gibt es ein Kontaktverbot in Deutschland. Das heißt, man darf höchstens mit einer anderen Person draußen sein. Mit mehreren nur, wenn die eh zur Familie gehören und man zusammen wohnt.

Aber: Raus darf man trotzdem! Wer also zuhause Gewalt erlebt, sollte wenn möglich erst mal rausgehen,

Hilfe holen!

Und vielleicht kann man jemanden ansprechen und um Hilfe bitten, der im Supermarkt oder in der Apotheke arbeitet. Das sind ja zur Zeit mit die einzigen Läden, die geöffnet sind. Wenn man ein Telefon hat, ist anrufen auf jeden Fall eine gute Idee. Die einfachste Telefonnummer ist die 110, der Polizeinotruf. Dort kann man sofort um Hilfe bitten, wenn man zuhause geschlagen wird und Gewalt erlebt. Wichtig ist, dass man sagt, wo man ist, wie man heißt und wenn es geht, was passiert ist.

Die Nummer gegen Kummer

Eine andere gute Möglichkeit ist die Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche. Dort kann man immer von montags bis samstags zwischen 14 und 20 Uhr anrufen, seine Sorgen erzählen und sich Rat holen. Die Nummer ist kostenlos und man muss seinen Namen nicht sagen. Und auf der Telefonrechnung steht auch nicht drauf, dass man dort angerufen hat.  

Die Nummer gegen Kummer lautet: 116 111.

Hilfe gibt’s auch online

Hilfe und Austausch mit anderen Kindern gibt es auch im Internet zum Beispiel unter www.kidkit.de.

Das ist eine Online-Beratungs-Stelle, die Kindern bei Problemen in der Familie hilft, zum Beispiel bei Gewalt, sexuellem Missbrauch oder wenn die Eltern eine Sucht haben.

Und: Die Bundeskonferenz für Erziehung (bke) hat unter jugend.bke-beratung.de Chats für Jugendliche eingerichtet.

Stand: 27.03.2020, 16:39

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