Herzfunk: Was kann überhaupt ein Embryo?

Embryo im Mutterleib, acht Wochen alt

Herzfunk: Was kann überhaupt ein Embryo?

Schon am Anfang der Schwangerschaft fühlen sich viele Frauen ganz anders als sonst. Und dafür ist ein kleiner Haufen Zellen zuständig: der Embryo zeigt schon, was in ihm steckt. Felix wollte wissen, was er so alles kann.

Was kann überhaupt ein Embryo?

WDR 5 KiRaKa Herzfunk 09.12.2019 03:57 Min. Verfügbar bis 09.12.2024 WDR 5 Von Katrin Sanders


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Ein Embryo kann wachsen, sich nach und nach ausdehnen, hören, Bewegungen spüren, sich selber bewegen, Atemübungen machen und hell und dunkel unterscheiden.

Drei Namen hat das Baby – vor der Geburt:

  1. Wenn sich die Eizelle der Frau und Samenzelle des Manns verbinden, dann entsteht die allererste Keimzelle des späteren Kindes. Diese Zelle geht auf die Reise durch den Eileiter der Frau in die Gebärmutter. In diesen wenigen Tagen nennt man die Zelle "Zygote" oder "Keimzelle".
  2. In den ersten drei Monaten in der Gebärmutter, teilt sich diese Zelle viele Male. Bald schon sind erste Ansätze eines Körpers und eines Kopfes erkennbar. In dieser Zeit nennt man den Keimling "Embryo".
  3. Nach der 12. Lebenswoche bis zur Geburt wird das heranwachsende Baby dann "Fötus" genannt.

...und nach der Geburt bekommt es einen Namen von seinen Eltern.

Wie entwickelt sich ein Embryo?

  • Sofort nach der Befruchtung fängt er an zu wachsen und für sich zu sorgen: Er buddelt sich in der Gebärmutter ein und nimmt Verbindung zum Blutkreislauf und Stoffwechsel der Mutter auf, damit er Nahrung und Sauerstoff bekommt.
  • Am 21. Tag nach der Zeugung beginnt das Herz zu schlagen. Im Ultraschall sieht man es pulsieren.
  • Er ist kaum so groß wie ein Reiskorn, da funktioniert sein Gehirn schon und das steuert die weitere Entwicklung.
  • Nach vier Wochen sind alle Organe angelegt: Zentralnervensystem, Herz, Lunge, Leber, Darm, Haut. Jetzt kann der Embryo seine eigenen Hormone und Nährstoffe produzieren.
  • Ab der zehnten oder elften Woche kann man erkennen, ob der Embryo ein Junge oder Mädchen ist. Das Gesicht formt sich, Hände und Füße entstehen. Der Embryo fühlt Berührungen, er kann die Stirn in Falten ziehen und die Augenbrauen heben.
  • Mit zwölf Wochen ist der Körper ganz ausgebildet und ungefähr acht Zentimeter groß.

Bloß Zellen oder schon ein Lebewesen? Eine schwierige Frage,…

… um die es immer wieder Streit gibt. Sind die ersten Embryozellen schon Leben, ja oder nein? Wenn nein, dann möchten Wissenschaftler in Labors gerne mit solchen Zellen forschen. Sie hoffen auf diesem Weg, einmal Mittel gegen Krankheiten finden zu können, die heute noch nicht heilbar sind.

In Deutschland ist solche Forschung mit den so genannten Stammzellen aber verboten. Denn ein Embryo ist schon ein Lebewesen, auch wenn er außerhalb der Gebärmutter keine Chance hätte zu einem Baby heranzuwachsen.

Stand: 09.12.2019, 14:30

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