Herzfunk Spezial: Die Folgen der Hochwasser-Katastrophe

Blick von einer Brücke bei Erftstadt auf eine vierspurig verlaufende Landstraße, die überflutet wurde. LKW und PKW ragen aus dem Wasser.

Herzfunk Spezial: Die Folgen der Hochwasser-Katastrophe

Seit letztem Donnerstag wird in den Nachrichten vor allem über ein Ereignis berichtet: über die Folgen der starken Regenfälle. Über überflutete Keller, zerstörte Häuser und Straßen. Und auch über Menschen, die bei der Katastrophe gestorben sind. Wie geht man mit all dem um?

Bestimmt habt ihr seit Donnerstag im Fernsehen oder Internet auch schon einige der schlimmen Bilder gesehen. Vielleicht kommt ihr auch selbst aus den betroffenen Regionen und habt das alles im echten Leben miterlebt.

Das blöde Gefühl im Kopf

Solche Erlebnisse - auch wenn man sie "nur" als Fotos und Videos in den Nachrichten gesehen hat – gehen einem oft nicht mehr aus dem Kopf. Man muss immer wieder daran denken und bekommt ein ungutes Gefühl. Was man dagegen tun kann, habe wir mit unserer Herzfunk-Expertin Elisabeth Raffauf besprochen.

Das ganze Gespräch mit ihr könnt ihr euch hier anhören, klickt einfach auf die gelben Audio-Pfeile.

Herzfunk Spezial: Die Folgen der Hochwasserkatastrophe (Teil 1)

WDR 5 KiRaKa ohne Download 19.07.2021 03:46 Min. Verfügbar bis 20.07.2022 WDR 5


Herzfunk Spezial: Die Folgen der Hochwasserkatastrophe (Teil 2)

WDR 5 KiRaKa ohne Download 19.07.2021 04:27 Min. Verfügbar bis 20.07.2022 WDR 5


Manchmal passiert es ja einfach - und man schaut sich die schlimmen Bilder an. Und dann ist es vielleicht so, dass man irgendwie auch gar nicht mehr weggucken kann. Auf jeden Fall hilft es NICHT, sich ganz bewusst immer mehr von diesen schlimmen Bildern anzuschauen, sagt Elisabeth.

Mit Menschen darüber reden, die einem nah sind

Wichtig ist, dass ihr mit jemandem darüber sprecht! Am besten mit jemandem, den ihr gerne mögt und der euch hilft, die Bilder einzuordnen. Jemand, mit dem ihr über eure Ängste und Sorgen reden könnt. Dem ihr vertraut. Der euch nicht auslacht, wenn ihr Angst habt. Das können die Eltern sein, aber auch Geschwister, Tanten,  Onkel, Freunde, Nachbarn.

Miteinander zu reden ist das Allerwichtigste. Es dauert wahrscheinlich noch - aber nach den ganzen schrecklichen Bildern und Eindrücken kommt dann irgendwann auch wieder das Gefühl: Irgendwie wird es wieder gut und es geht weiter.

Wenn ihr eine Frage zur Unwetterkatastrophe habt und jemanden sucht, dem ihr sie stellen könnt: Schreibt sie uns, ins Gästebuch:

Und hier findet ihr ganz viele Bilder von den Folgen der schweren Unwetter - und wie sich die Menschen gegenseitig helfen:

Die Hochwasser-Katastrophe 2021

Über Nordrhein-Westfalen zog ein Unwetter mit sehr starkem Regen hinweg. Weil zu viel Wasser auf einmal vom Himmel fiel, sind Flüsse über die Ufer getreten, Keller vollgelaufen und Straßen unbefahrbar. Hier könnt ihr euch Bilder vom Unwetter anschauen und den Schäden, die es angerichtet hat. Klickt euch durch die Galerie.

Freiwillige Helfer packen im PSD Dome in Düsseldorf Kartons mit gespendeten Hilfsgütern

Die Spendenbereitschaft der Menschen ist überwältigend! Kleidung, Essen, Trinkwasser, Windeln, Werkzeuge, sogar Autos wurden für die Flutopfer gespendet.

Die Spendenbereitschaft der Menschen ist überwältigend! Kleidung, Essen, Trinkwasser, Windeln, Werkzeuge, sogar Autos wurden für die Flutopfer gespendet.

In vielen überfluteten Orten gibt es noch immer keinen Strom. Hier stellt jemand deshalb Strom und Ladekabel zur Verfügung, damit die Menschen ihre Handys aufladen können.

Manche, wie diese Freiwilligen in Iversheim in der Eifel, ziehen mit Essen und Verpflegung durch die Ortschaften und verpflegen die Helfenden.

Es gibt noch so viel zu tun!

Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Polizei, die Bundeswehr - viele Helfer sind Tag und Nacht im Einsatz.

Hier in Bad Münstereifel befördern freiwillige Helfer mit einer Menschenkette Sandsäcke in ein brüchiges Uferteil der Erft, um weitere Schäden zu verhindern.

Diese Autos auf einer Landstraße konnten nicht mehr rechtzeitig wegfahren, bevor die Flut rasend schnell kam. Boote und Taucher untersuchen die Fahrzeuge nun. Nach aktuellem Stand (19.07.2021) konnten sich wohl alle Fahrerinnen und Fahrer der Autos und LKW in Sicherheit bringen.

Aus der Luft ist gut zu sehen, wie groß die Verwüstungen sind, die das Unwetter angerichtet hat.

Diesem Haus in Erftstadt-Blessem rutscht die Erde, auf der es steht, weg.

Viele Menschen haben alles verloren. Hier, in Altena, haben Helfer damit begonnen kaputte Möbel aus den Häusern auf die Straße zu räumen.

Mit diesen Schaufeln können alle, die helfen wollen, Sandsäcke befüllen. Damit kann man Wasser daran hindern irgendwohin zu fließen.

Die Helfer schüppen den Sand in Säcke und knoten die Säcke dann zu.

Viele Menschen haben alles verloren. Lieblingsdinge, wie dieser Teddy, liegen plötzlich im Schlamm vergraben und werden ihre Besitzer wahrscheinlich nie wieder sehen.

15.07.2021: Am Donnerstag kommen in NRW auch Panzer der Bundeswehr zum Einsatz. Sie helfen bei der Schadenbeseitigung in besonders schlimm betroffenen Gegenden, wie hier in Hagen.

In Radevormwald im Bergischen Land haben viele Menschen die Nacht in der Turnhalle einer Grundschule verbracht. Nach den enormen Regenfällen wurde ein unkontrollierter Überlauf der Wupper-Talsperre befürchtet.

Auch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gingen die Einsätze weiter. Hier sichert ein Einsatzwagen der Polizei eine überflutete Straße. Die Wupper in der Wuppertaler Innenstadt trat über die Ufer und überflutete Teile der Stadt.

14.07.2021: In Hagen stehen viele Hauseingänge und Keller unter Wasser. Eine Frau versucht, das Wasser vor ihrer Haustür wegzuschippen.

In Köln sammelte sich das Wasser auf den Straßen. Da wurden Radfahrer nicht nur von oben nass, wenn ein Auto vorbeifuhr. Hier kommt die Dusche von der Seite.

Straßen hielten den Wassermassen oft nicht stand und brechen auf.

Mit Sandsäcken versucht die Feuerwehr eine Schutzmauer aufzubauen. Sie soll das Wasser aufhalten.

Viele Flüssen sind schon über die Ufer getreten. Auch im Rhein steigt das Wasser an. Hier seht ihr ein Bild vom Rheinufer in Köln.

Auf seinem Weg reißt das Wasser oft Geröll und Schlamm mit. Der begräbt dann ganze Straßen, Plätze und Gärten unter sich. Auf diesem Parkplatz eines Altenheims in Hagen kann vor lauter Geröll und Schlamm niemand mehr parken.

Wenn Flüsse über die Ufer treten, werden manchmal auch Fische an Land gespült. Dieser Fisch hatte Glück. Er hat seinen Landausflug überlebt und wurde zurück in den Fluss gebracht.

Die Feuerwehr müsste eigentlich gerade Wasserwehr heißen. Sie ist wegen des Unwetters überall im Einsatz. Die Feuerwehrleute pumpen Keller leer, helfen Menschen, die in ihren Häusern festsitzen und versuchen Straßen vom Wasser zu befreien.

Besonders Tunnel und Unterführungen laufen schnell mit Wasser voll. Das ist gefährlich für die Autofahrer.

Das Dach ist alles, was von diesem parkenden Auto noch zu sehen ist.

In Altena ist der Ort komplett abgesperrt. Niemand darf dort noch mit dem Auto fahren. Die Straßen haben sich durch das Unwetter in wilde Flüsse verwandelt.

Stand: 20.07.2021, 14:45

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