Herzfunk: Warum sollen Menschen Namen haben?

Vornamen von Kindern

Herzfunk: Warum sollen Menschen Namen haben?

Wenn Eltern erfahren, dass sie ein Kind bekommen werden, wird bei den meisten sofort überlegt: Wie wollen wir unser Kind nennen? Eines steht fest: ein Name muss sein! Jedes Kind hat nämlich ein Recht darauf. Warum und wieso eigentlich?

Warum sollen Menschen Namen haben?

WDR 5 KiRaKa Herzfunk 09.11.2020 04:00 Min. Verfügbar bis 09.11.2025 WDR 5 Von Katrin Sanders


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Der eigene Name ist unverwechselbar und er ist kurz. Beides ist von Vorteil, wenn es mal schnell gehen muss. Zum Beispiel, wenn man jemanden um Hilfe bittet. Oder wenn man auf beim Fußball einen Pass spielen will. Oder wenn man in der Klasse aufgerufen wird. Wenn keiner einen Namen hätte, müsste man immer auf andere zeigen oder sie mit „Hey du da!“ ansprechen. Gut, dass jeder Mensch einen Namen hat! Es gäbe sonst viele Missverständnisse.

Kaum ist das Kind auf der Welt, bekommt es seinen Namen von den Eltern. Der Name begleitet uns ein Leben lang und oft erzählt er eine ganze Geschichte. Manche erinnern an sehr liebe Großeltern oder an Vorbilder, die die Eltern gut fanden.

Falls ihr das noch nicht gemacht habt: Fragt mal eure Eltern, warum sie euren Namen für euch ausgewählt haben?

Jedes Kind hat das Recht auf einen eigenen Namen

Dieses Recht steht in der Vereinbarung über die Kinderrechte, die fast alle Länder der Welt unterschrieben haben. Im Artikel 7 heißt es: „Das Kind ist unverzüglich nach seiner Geburt in ein Register* einzutragen und hat das Recht auf einen Namen von Geburt an, das Recht, eine Staatsangehörigkeit zu erwerben, und soweit möglich das Recht, seine Eltern zu kennen und von ihnen betreut zu werden.“

*Was ist ein Register?

Ein Register ist ein Verzeichnis, ein Buch oder eine Datei. Dort wird eingetragen, wann und wo ein Kind geboren wurde, wie es heißt, wer seine Eltern sind, wo es lebt und ob es gesund ist.

Obwohl es das Recht gibt, werden viele Kinder auf der Welt nicht registriert. Für die Länder, in denen sie leben, sind sie damit gar nicht vorhanden und werden nicht mitgezählt. Kinder brauchen den Eintrag ins Register. Nur so haben sie eine Staatsangehörigkeit und damit ist klar, welches Land für sie verantwortlich ist: damit sie geschützt sind, medizinisch versorgt werden und in die Schule gehen können.

Wer einen Namen hat, geht nicht verloren

Nach den großen Kriegen haben das Kinderhilfswerk Unicef und das Rote Kreuz Programme gehabt, damit sie Kinder und ihre Eltern wieder zusammenbringen können. Die Namen der Kinder haben ihnen dabei geholfen. Bis heute leben viele Kinder auf der Welt in Krisengebieten. Es kommt immer wieder vor, dass Kinder von den Eltern getrennt werden, wenn zum Beispiel eine Flucht chaotisch ist. Dann ist es ganz besonders wichtig, einen Namen und Papiere zu haben, damit man sich hinterher wiederfinden kann.

Stand: 09.11.2020, 10:28

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