Viele Gene in einer Familie

Warum gibt es unterschiedliche Geschlechter?

Wenn zwei Menschen zusammen ein Kind zeugen wollen, müssen sie verschiedene Geschlechter und Geschlechtsorgane haben. Sonst klappt es nicht. Bei anderen Tieren, bei Bakterien und Pflanzen ist das oft anders.

Herzfunk: Warum gibt es unterschiedliche Geschlechter?

WDR 5 KiRaKa Herzfunk 31.01.2022 03:55 Min. Verfügbar bis 31.01.2023 WDR 5 Von Katrin Sanders


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Für die Menschen haben die unterschiedlichen Geschlechter einen großen Vorteil: Wenn zwei Menschen ein Baby zeugen, kommen ihre beiden Erbinformationen in der ersten Zelle des neuen Menschen zusammen. Jedes neue Kind ist eine einmalige Gen-Kombination aus den Erbanlagen seiner Eltern und etwas ganz Besonderes. Für die Forscherteams, die sich damit beschäftigen ist klar: Es ist für alle Menschen gut, dass die Gene immer wieder frisch durchmischt werden. So entwickelt sich die gesamte Menschheit immer ein bisschen anders weiter.

Bei den meisten Säugetieren und auch bei vielen Pflanzen ist es dasselbe: Es gibt unterschiedliche Geschlechter, damit es eine möglichst große Vielfalt bei der Vermehrung der Art gibt.

Andere machen es anders!

In der Natur gibt es auch einfachere Modelle. Viele Arten vermehren sich ohne unterschiedliche Geschlechter:

  • Einige Schneckenarten sind zwittrig. Sie haben beide Geschlechtsanlagen, sind also männlich und weiblich zugleich. Auf diese Weise könnte so eine Schnecke ganz allein für die Fortpflanzung sorgen. Oder sie kann die Rolle wechseln und bei der Befruchtung die männliche oder die weibliche Rolle übernehmen.
  • Bei den Seepferdchen werden die Aufgaben anders verteilt als bei den Menschen. Das Weibchen übergibt die befruchteten Eier dem Männchen. Er übernimmt die Brutpflege und trägt in seiner Bauchtasche die Eier aus, bis die Jungen schlüpfen.
  • Bakterien, Hefepilze, einige Algenarten und auch der Fußpilz brauchen kein anderes Geschlecht um sich zu vermehren. Sie schaffen das über einfache Teilung der Zelle.
  • Auch Blattläuse und  Wasserflöhe müssen sich nicht extra einen Partner suchen, um sich zu vermehren. Sie pflanzen sich "eingeschlechtlich" fort.
  • Erdbeeren sind besonders vielseitig bei der Fortpflanzung. Sie können sich selbst bestäuben und so für neue Früchte sorgen. Manchmal lassen sie sich auch von Insekten beim Bestäuben helfen. Es können Ihnen aber auch neue  Ausläufer an der Pflanze bilden, aus denen dann wieder neue Erdbeerpflanzen wachsen.

Einen Nachteil gibt es aber auch!

Menschen können sich nicht einfach so vermehren. Sie brauchen immer das andere Geschlecht, damit ein Kind entstehen kann. Sie müssen also einen Partner oder eine Partnerin finden, mit dem sie sich fortpflanzen wollen und sie müssen Sex haben. Sonst klappt es mit der Befruchtung nicht.

Wenn es nicht klappt mit Sex schwanger zu werden, gibt es für sie noch die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung. Aber auch dabei braucht es wieder das Gegen-Geschlecht. Sonst gibt es keinen Nachwuchs.

Ist vielleicht trotzdem ein Vorteil dabei?

Manche Studien sagen: Ja! Menschen bekommen nur sehr wenige Kinder. Nicht hunderte und tausende, wie Frösche oder Bienen. Sie wählen deshalb sehr genau aus, mit wem sie sich paaren wollen. Den richtigen oder die richtige zu finden, gehört also dazu.

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Stand: 31.01.2022, 17:38 Uhr

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