Herzfunk: Wie ist das, wenn man sich küsst?

Nahaufnahme zweier sich küssender Münder

Herzfunk: Wie ist das, wenn man sich küsst?

KiRaKa-Hörer Finn hat diese Frage dem Herzfunk-Team gestellt. Hier könnt ihr die Antwort von Herzfunk-Expertin Katrin Sanders nachlesen und -hören.

Wie ist das, wenn man sich küsst?

WDR 5 KiRaKa Herzfunk 14.09.2020 04:00 Min. Verfügbar bis 14.09.2021 WDR 5 Von Katrin Sanders

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Die Antwort:

Wenn man sich küsst, kommt man sich ganz besonders nah. Man kann den anderen riechen, schmecken und kennenlernen. Im Mund und auf den Lippen laufen mehr Nervenenden zusammen als auf unseren empfindlichen Fingerspitzen. Deshalb erleben wir beim Küssen so besonders viel.

Wie klappt's am besten?

Wahrscheinlich sind die meisten Jugendlichen unsicher beim ersten Küssen. Schließlich möchte man, dass alles glatt geht: Keine Nasen, die aneinander stoßen, kein Niesen oder Schmatzen. Und toll soll es sich auch noch anfühlen.

Nicht immer weiß man sofort, was man mag und was nicht. Ob mit oder ohne Zunge, ob lang oder lieber kürzer, ob man die Augen offen oder zu hat - beim Küssen gibt es keine Vorschriften. Und auch kein Rezept, wie es am besten gelingt. Toll daran ist, dass man nicht viel falsch machen kann!

Bitte nicht drängeln!

Eines aber geht nicht: Drängeln und Überreden machen keinen Spaß. Küssen ist gut, wenn es freiwillig passiert und nur das gemacht wird, was beide wollen. Wer nicht küssen will, oder noch nicht küssen will - lässt es einfach bleiben.

Küssen ist gesund...

... sagen Forscherinnen und Forscher. Die körpereigene Abwehr gegen Krankheiten bekommt beim Küssen einen richtigen Schub. Forscher haben durch eine Untersuchung sogar herausgefunden, dass Vielküsser seltener zum Arzt müssen.

Warum küssen wir überhaupt?

Die endgültige Antwort auf diese Frage weiß man noch nicht. Es gibt aber einige Vermutungen:

  • Babys küssen, weil sie ihre Welt zuerst mit dem Mund erkunden: Sie küssen, also berühren und schmecken mit dem Mund ihre Eltern und Geschwister, ihr Spielzeug oder ihre Schmusedecke.
  • Und bei einigen Volksgruppen (zum Beispiel den Himba in Afrika) ist vor einigen Jahren die so genannte "Kuss-Fütterung" beobachtet worden: Die Mutter kaut dabei die Nahrung für das Kind vor und überträgt sie dann mit einem Mundkuss. Einige Forscherinnen und Forscher nehmen an, dass sich das Küssen unter Verliebten aus der Kussfütterung des Kindes durch die Mutter entwickelt hat.
  • Diese Art der Mund-zu-Mund-Fütterung kann man auch bei vielen Tierarten beobachten. Bei einigen Affenarten wird außerdem zur Versöhnung nach einem Streit geküsst.

Fünf Tipps gegen ungeliebte Schmatzküsse

Viele Kinder mögen es nicht, wenn sie von Onkel, Tante, Oma oder Opa mit dicken Schmatzern begrüßt werden. Hier fünf Tipps von Kindern der Grundschule am Haselrain in Wuppertal, was man sagen kann, wenn die Verwandten die Schmatzküsse nicht lassen können:

  • "Heute bin ich dran und zeig dir mal wie ein echter Oma-Enkel-Kuss ohne Schmatzen geht."
  • "Küssen ist bei mir verboten!"
  • "Ich drück dich lieber anstatt zu küssen."
  • "Ich bin jetzt zu groß zum Küssen."
  • "Ich mag keine Schmatzküsse."

Die "Nummer gegen Kummer" - Wenn dir etwas passiert, das du nicht gut findest...

... dann solltest du mit jemandem sprechen, dem du vertraust: Das können deine Eltern sein, deine Oma oder eine Lehrerin. Es gibt außerdem die bundesweite Nummer gegen Kummer: 116 111. Dort erreicht man von Montag bis Freitag zwischen 14 bis 20 Uhr jemanden, mit dem man reden kann. Samstags gibt es dort das Angebot "Jugendliche beraten Jugendliche".

TIPP: Die Nummer gegen Kummer ist vom Handy und auch vom Festnetz aus kostenlos erreichbar.

Stand: 14.09.2020, 10:52

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