Pilgern in Corona-Zeiten

Wenige hunderte muslimische Pilger umkreisen die schwarze Kaaba

Pilgern in Corona-Zeiten

Einmal im Leben nach Mekka! Das ist das Ziel vieler Muslime. Auch in Zeiten von Corona fällt die Pilgerfahrt Hadsch nicht komplett aus, aber sie ist deutlich kleiner als in den vergangenen Jahren.

Wegen Corona feiern die Muslime den Hadsch dieses Jahr anders

WDR 5 KiRaKa Thema des Tages 29.07.2020 04:41 Min. Verfügbar bis 29.07.2021 WDR 5 Von Jan-Philipp Wicke

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Kaaba in Mekka

Vor Corona: Millionen von Pilgern in Mekka

Die Pilgerfahrt Hadsch ist für die Muslime eine ganz besondere Reise. Wegen des Corona-Virus fällt sie dieses Jahr aber deutlich kleiner aus. Nur 1000 Muslime dürfen dieses Jahr beim Hadsch mitmachen. Im vergangenen Jahr waren es 2,5 Millionen. Die wenigen Glücklichen die dabei sein dürfen, mussten sich vorher im Internet anmelden. Und die Muslime leben alle im Land Saudi-Arabien, da liegt Mekka nämlich. Wegen der Reisebeschränkungen auf der ganzen Welt dürfen keine Muslime extra für den Hadsch ins Land kommen.

Besondere Regeln beim Beten

Arbeiter putzen im Inneren der Großen Moschee in Mekka

In der Großen Moschee wird alles gründlich geputzt

Während des Hadsch müssen die Gläubigen eine Mund-Nasen-Maske tragen. Außerdem müssen sie beim Beten Abstand halten und ihren eigenen Gebetsteppich mitbringen. Bevor es losing wurden alle religiösen Gebäude in Mekka und alle Wege gründlich geputzt und desinfiziert. Vor der Anreise nach Mekka mussten die Pilger eine Woche in Quarantäne und durften zu niemandem Kontakt haben. Nach der Ankunft in Mekka mussten sie nochmal für vier Tage in Quarantäne.

Eine der fünf Säulen des Islam

Muslimische Gläubige hocken beim Gebet auf einem Teppich

Muslime knien während eines Gebets

Der Hadsch ist für die Muslime so wichtig, weil er zu den fünf Säulen des Islam gehört. Das sind die fünf wichtigsten Regeln für einen Muslim. Die anderen vier Säulen sind das Glaubensbekenntnis, damit machen sich die Muslime bewusst, woran sie glauben, das tägliche Gebet, das Fasten im Monat Ramadan und das man für arme Gläubige spenden soll. Die Muslime sagen: "In Mekka muss ich einmal im Leben gewesen sein!"

Warum pilgern die Muslime nach Mekka?

Moslems umrunden die Kaaba in Mekka

Muslime umrunden die Kaaba

Mekka ist der Geburtsort des Propheten Mohammed. Er ist im islamischen Glauben ein Gesandter Gottes und im Islam der wichtigste Prophet. Es heißt, dass Allah, also Gott, Mohammed den Koran übermittelt, wo alle Regeln für den Islam drin stehen. Deshalb ist Mekka der heiligste Ort für Muslime. Das Ziel ist die Kaaba in der al-Haram-Moschee. Die Kaaba ist ein riesiger Würfel. Er ist 13 Meter lang, 13 Meter breit und 15 Meter hoch. Sieben Mal wird die Kaaba gegen den Uhrzeigersinn umrundet. In einer Mauer liegt ein schwarzer Stein, den die Pilger berühren. Wegen Corona ist das aber dieses Jahr verboten. Die Kaaba hat so eine große Bedeutung für die Muslime, weil sie glauben, dass der Prophet Abraham sie gemeinsam mit seinem Sohn Ismail als erstes Haus für Allah gebaut hat. Deshalb fühlen sich die Muslime an diesem Ort ihrem Gott, ganz besonders nah

Ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl

Muslimische Pilger beten am Berg Arafat

Muslimische Pilger beten am Berg Arafat

Die Pilgerer besuchen auch andere Orte in Mekka und und Umgebung. Sie wandern zum Berg Arafat, wo der Prophet Mohammed seine letzte Predigt gehalten haben soll. In Mina werfen die Pilger kleine Steine an eine Mauer, um damit den Teufel symbolisch zu verjagen. Normalerweise ist der Hadsch für die Muslime ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl, weil sie dicht gedrängt zusammen beten und essen. Sie können sich ganz auf Allah konzentrieren und ihren Alltag zu Hause hinter sich lassen. Nur dieses Jahr ist wegen Corona alles kleiner.

Stand: 29.07.2020, 15:31

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