Keine Regenbogenfarben in München

Archivbild: Allianz Arena erleutet in Regenbogenfarben als gemeinsames Zeichen fuer Toleranz und gegen Diskriminierung beim Spiel FC Bayern Muenchen - TSG Hoffenheim 4:1 Allianz Arena am 30. 1.2021

Keine Regenbogenfarben in München

Das Münchner Stadion darf beim Spiel Deutschland gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben beleuchtet werden. Das hat die UEFA entschieden und wird dafür hart kritisiert.

Warum darf das Stadion in München nicht bunt strahlen?

WDR 5 KiRaKa Thema des Tages 22.06.2021 05:02 Min. Verfügbar bis 22.06.2022 WDR 5 Von Jan-Philipp Wicke


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Am Mittwoch spielt Deutschland gegen Ungarn bei der Fußball-Europameisterschaft in München. Vor dem Spiel wird aber weniger über die Aufstellung und Taktik geredet, sondern es wird viel über Regenbogen diskutiert.

Protest gegen ein neues Gesetz in Ungarn

Das ungarische Parlamentsgebäude am Ufer der Donau.

Das ungarische Parlament in der Hauptstadt Budapest

Die Stadt München hatte die Idee, dass das Stadion während des Spiels in den bunten Regenbogenfarben leuchtet. Es geht darum, gegen ein Gesetz zu demonstrieren, dass vergangene Woche in Ungarn beschlossen wurde. In Ungarn ist es jetzt verboten, dass zum Beispiel in Schulbüchern, in Filmen oder auf Werbeplakaten homosexuelle Menschen dargestellt werden. Die ungarische Regierung um Präsident Viktor Orban will nicht, dass Kinder und Jugendliche den Eindruck bekommen, dass die Liebe zwischen zwei Männern oder zwei Frauen etwas Normales ist. Schwule Männer und lesbische Frauen werden in Ungarn schon seit längerer Zeit unterdrückt. Ungarn steht mit dieser Sichtweise ziemlich alleine in Europa da und wird immer wieder für seine Politik gegen Minderheiten und Andersdenke kritisiert. Und um ein Zeichen zu setzen, dass das in Europa nicht geht, wollte der Stadtrat von München, dass das Stadion bunt leuchtet. Aber daraus wird wohl nichts, weil der europäische Fußballverband, die UEFA, sagt, dass sich die Aktion mit dem bunten Stadion klar gegen Ungarn richtet.

Die Regenbogenfarben stehen für Vielfalt, Gleichstellung und Offenheit

Eine Regenbogenfahne als Zeichen gegen Homophobie dient als Eckfahne

Eine Regenbogenfahne als Zeichen gegen Homophobie dient als Eckfahne.

Hinter der Regenbogenflagge vereint sich die Gruppe der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans-, Inter* und queeren Menschen. Seit mehr als 40 Jahren ist die Regenbogenfahne ein Symbol für diese Gruppe und steht für eine vielfältige, offene, tolerante Gesellschaft, die sich gegen Hass und Ausgrenzung einsetzt. Sechs Farben hat sie heute: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Lila. Entworfen wurde sie vom Künstler Gilbert Baker, der einmal über seine Fahne sagte: "Der Regenbogen ist perfekt, weil er so gut zu unserer Vielfalt passt. Und außerdem ist er ein natürliches Zeichen – er kommt vom Himmel."

Bunte Fahnen für Fußballfans

Fans aus Frankreich und Deutschland mit Fahnen und Flaggen vor der Allianz-Arena in München, 15.06.2021.

Deutschland-Fans vor dem Stadion.

Außen leuchtet das Stadion in München wahrscheinlich nicht in Regenbogenfarben. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat schon angekündigt, dass sie mit Helferinnen und Helfern Regenbogenfahnen an die Fußballfans vor dem Stadion verteilen wollen. Außerdem sind die Fans aufgerufen, sich bunt anzuziehen oder zu schminken, um das Stadion von innen in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen. In München sollen zudem andere Gebäude bunt erstrahlen. Die Bundesligastadien in Berlin, Köln, Frankfurt, Augsburg und Wolfsburg werden zusätzlich in Regenbogen angestrahlt.

Stand: 22.06.2021, 15:58

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