Neues System warnt vor Weltraumschrott

Weltraummüll, der um die Erde kreist

Neues System warnt vor Weltraumschrott

Deutschland will das Weltall sicherer machen. Denn da oben sind sehr viele Schrottteile unterwegs. Manche könnten den Satelliten und Raumfahrzeugen auf ihren Bahnen gefährlich werden.

Radarsystem aus Deutschland soll das Weltall sicherer machen

WDR 5 KiRaKa Thema des Tages 13.10.2020 04:41 Min. Verfügbar bis 13.10.2021 WDR 5 Von Jan-Philipp Wicke

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Immer wieder starten von der Erde aus Raketen in den Weltraum. Sie bringen dort Astronautinnen und Astronauten hin. Und es werden damit auch jede Menge Satelliten und Sonden ins All geschossen, ohne Menschen an Bord. Die Sonden sollen andere Planeten erforschen und die Satelliten brauchen wir hier unten auf der Erde, damit unsere Navigationssysteme im Auto oder auch unsere Smartphones richtig funktionieren.

Neue Technik aus Deutschland

Einer der zwei mit Radarantennen ausgestatteten Container des Weltraumüberwachungsradars GESTRA am Rand des Truppenübungsplatzes Schmidtenhöhe

In diesem Container ist das Weltraumüberwachungssystem drin.

Weltraumschrott kann den Satelliten aber gefährlich werden. Mit einem neuen Radarsystem will Deutschland das All sicherer machen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Bundeswehr haben dieses System entwickelt. Es heißt GESTRA und steht auf dem Gelände einer Bundeswehrkaserne in Koblenz. Die Technik ist in einem großen weißen Container untergebracht, in dem ganz viele Computer und Bildschirme stehen. Und auf dem Dach ist eine große Antenne.

Ein wachsames Auge beobachtet den Weltraum

Das System schickt über die Antenne Signale von der Erde raus ins Weltall. Wenn diese Signale auf ein Teilchen im All treffen, werden sie auf die Erde zurückgeworfen. Das System erkennt: Achtung, da ist was! Das Teil wird dann genauer untersucht und eventuell müssen die Raumstationen und Satelliten dann ein Ausweichmänover fliegen.

Das Weltall hat ein Müllproblem

Luftbild von der ISS.

ISS fliegt in 400 Kilometern Höhe – immer möglich: die Kollision mit Weltraumschrott

Die europäische Weltraumorganisation ESA überwacht zurzeit 16.000 Schrottteile ständig, die größer als zehn Zentimeter sind und deshalb sehr gefährlich sind. Hinzu kommen noch über 130 Millionen Müllteilchen, die kleiner sind. Diese Teilchen rasen mit einer unfassbaren Geschwindigkeit durchs Weltall und da kann schon ein kleines Teil riesige Schäden bei einem Satelliten anrichten. Und deshalb braucht es Systeme wie GESTRA, die die Raumstationen und Satelliten vor Weltraumschrott schützen.

Stand: 13.10.2020, 16:45

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