Wie geht es den Kindern in den Flutgebieten heute?

Hochwasser bei Malina, Hannah und Emilia in Zülpich

Wie geht es den Kindern in den Flutgebieten heute?

Drei Monate nach der Flutkatastrophe sind Wasser und Matsch verschwunden. Aber es ist noch nicht alles wieder beim Alten.

Wie geht es den Kindern in den Flutgebieten heute?

WDR 5 KiRaKa Thema des Tages 14.10.2021 04:25 Min. Verfügbar bis 14.10.2022 WDR 5 Von Dorothee Machai


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Drei Monate ist es jetzt her, dass der starke Regen in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz alles unter Wasser gesetzt hat. Die meisten Familien konnten inzwischen wieder in ihre alten Häuser zurück. Oft laufen aber noch die Trocknungsgeräte. So wie bei Malina, Hanna und Emmi in Zülpich, die ihr in den Bildern seht. Die Geräte müssen erst die ganze Feuchtigkeit aus den Wänden und aus dem Boden holen, bevor die Familien anfangen können zu renovieren. Teilweise wohnen sie deshalb in den höheren Stockwerken.

Manche Häuser müssen neugebaut werden

Manche Familien sind auch erst mal in eine ganz andere Wohnung umgezogen oder wohnen noch bei Bekannten. Denn vor allem im Ahrtal in Rheinland-Pfalz oder auch in Erftstadt bei uns in Nordrhein-Westfalen sind manche Häuser komplett zerstört worden und müssen neugebaut werden.

Malina, Hanna und Emmi hatten einigermaßen Glück: Sie können im Moment zwar das Erdgeschoss nicht nutzen. Aber die Flut hat zumindest nicht alles zerstört.

Hochwasser bei Malina, Hannah und Emilia in Zülpich

Zurück im Klassenzimmer - oder im Container

Die meisten Schüler sind auch wieder zurück in ihrer Schule. An manchen Schulen sind Container aufgestellt worden, die vorübergehend ein paar Klassenzimmer ersetzen. Manche Schulen sind aber auch in Ausweich-Gebäude umgezogen oder nutzen Räume von anderen Schulen. Denn sowohl für die Wohnhäuser als auch für die Schulen gilt: Das alles wiederaufzubauen dauert eine ganze Weile. Die Handwerker haben alle Hände voll zu tun.

Kinder brauchen Normalität

Was die Kinder sich am meisten wünschen und was sie am meisten brauchen, ist Normalität. Ihr Alltag ist aber noch nicht wieder ganz normal. Sie haben mit ihrer Familie aufwühlende Wochen hinter sich. Die Eltern mussten ganz viel aufräumen und organisieren. Und sowohl die Kinder als auch die Eltern müssen mit ihren Erlebnissen erst einmal klarkommen.

Freiwillige organisieren Freizeitaktivitäten

Zum Glück gibt es aber ganz viele Leute, die die Familien unterstützen und auch tolle Sachen für die Kinder organisieren. Ob gemeinsames Fußballspielen, ein Zauber-Workshop, Ausflüge oder Ferienaktionen - bei allem geht es darum, gemeinsam eine gute Zeit zu haben. Auch einige Konzerte wird es geben. Im November fährt zum Beispiel das WDR-Funkhausorchester an verschiedene Schulen und spielt dort in den Turnhallen Konzerte für die Kinder. Außerdem plant KiRaKa-Reporterin Insa drei Kinderkonzerte im Ahrtal, unter anderem mit Pelemele und Rumpelstil.

Mehr zum Thema hört ihr im Gespräch zwischen Christian und Doro. Klickt einfach auf den dreieckigen Pfeil oben in der Tonspur, um es euch anzuhören.

Nach dem Hochwasser bei Malina, Hanna und Emmi

Malina, Hanna und Emmi wohnen mit ihrem kleinen Bruder Jannis, den Eltern und vier Babyschildkröten in Zülpich. Das Hochwasser im Juli hat das Haus der Familie überflutet. Hier bekommt ihr einen Eindruck von ihrem Zuhause.

Hochwasser bei Malina, Hannah und Emilia in Zülpich

Rechts im Bild seht ihr, wie hoch das Wasser im Garten der Familie stand. Von dort hat es die Tür zum Hintereingang zum Zerspringen gebracht und ist ins Haus eingedrungen. Die Strömung war so stark, dass Möbel, Blumenkübel, Mülltonnen mitgerissen wurden.

Rechts im Bild seht ihr, wie hoch das Wasser im Garten der Familie stand. Von dort hat es die Tür zum Hintereingang zum Zerspringen gebracht und ist ins Haus eingedrungen. Die Strömung war so stark, dass Möbel, Blumenkübel, Mülltonnen mitgerissen wurden.

Hier seht ihr Malina (10), Emmi (7) und Hanna (8) in dem Raum, der mal Malinas Kinderzimmer war. Neben dem Fenster war eine Tür in den Garten, von dort ist das Wasser eingedrungen und stand so hoch, dass es Malinas Eltern bis zur Brust ging.

Das ist die andere Seite vom Kinderzimmer. Die gelben Kisten sind Bautrockner, die laufen seit Wochen und sollen dafür sorgen, dass alle Feuchtigkeit aus Wänden und Boden verschwindet. Der Fußboden musste auch erneuert werden und noch immer sind Schlammreste in der Wand.

So sah Malinas Kinderzimmer und der Flur aus, nachdem Wasser und Schlamm abgepumpt worden waren.

So hoch stand das Wasser im Flur. Es hat Regale umgerissen, Möbel weggeschwemmt, Wände, Böden und die elektrischen Leitungen zerstört.

Hier seht ihr den Eingang zum unteren Teil des Hauses (rechts) und Malinas Zimmer nachdem der erste Schlamm beseitigt werden konnte.

Hier sitzen die Mädchen vor diesem Eingang. Inzwischen ist schon eine neue Tür eingesetzt worden. Das Glas der alten Tür war von der Flut eingedrückt worden und ist zersprungen.

So sah das Schlafzimmer der Eltern kurz nach der Überflutung aus. Dort hatte auch der einjährige Jannis in seinem Kinderbett geschlafen. Das stand ebenfalls unter Wasser. Zum Glück konnte Papa Nils ihn rechtzeitig heraustragen.

Das ist der kleine Bleibach der etwa 50 Meter vom Garten der Familie entfernt lang fließt. Jetzt sieht er wieder so harmlos aus. Im Juli hatte er sich in eine reißende Flut verwandelt. Der Bleibach ist ein Nebenfluss des Rotbachs, der in die Erft fließt.

Hanna, Malina und Emmi zeigen ihre Babyschildkröten. Sie haben das Hochwasser überlebt, weil Mama Bianca sie in der Nacht aus dem kalten Wasser gerettet hat.

Die vier heißen Lotti, Hilde, Berta und Perlchen. Die Mädchen haben sie im März diesen Jahres bekommen.

Zusammen mit den Eltern haben die Mädchen den Schildkröten ein kleines Haus im Garten gebaut. Ein Frühbeet mit vielen Pflanzen und einem Glasdach, darin wohnen die Schildkröten.

Die Schildkröten sind ein gutes Jahr alt und etwa so groß wie eine Kinderhand.

Stand: 14.10.2021, 17:00

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