Eine grüne Mauer quer durch Afrika

Flüchtlingscamp in der Wüste in Afrika

Eine grüne Mauer quer durch Afrika

„Große grüne Mauer“ – so heißt ein Umweltprojekt, das das Leben von Millionen von Menschen in Afrika verbessern soll. Es war eines der großen Themen auf einem wichtigen Umweltgipfel am Montag.

Eine grüne Mauer quer durch Afrika

WDR 5 KiRaKa Thema des Tages 12.01.2021 04:08 Min. Verfügbar bis 12.01.2022 WDR 5 Von Dorothee Machai


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Obwohl das Umweltprojekt „große grüne Mauer“ heißt, geht es nicht um eine Mauer aus Steinen, wie man vielleicht im ersten Moment denken könnte. Es geht vielmehr darum, dass unzählige Bäume gepflanzt werden sollen. Und zwar einmal quer durch Afrika. Vom Senegal im Westen bis nach Äthiopien und Dschibuti im Osten.

Bäume auf fast 8.000 Kilometern Länge

Die Bäume sollen in einem Grüngürtel gepflanzt werden, der 15 Kilometer breit und fast 8.000 Kilometern lang ist. Das ist eine unglaublich lange Strecke – ungefähr doppelt so lang wie die Luftlinie vom Nordkap ganz im Norden Europas bis nach Sizilien ganz im Süden Europas. Dabei führt die grüne Mauer durch Regionen, die zu den ärmsten der Erde gehören und die mit am stärksten vom Klimawandel betroffen sind.

Damit die Wüste sich nicht weiter ausbreitet

Das Ziel: Die grüne Mauer soll verhindern, dass sich die Sahara - also die Wüste im Norden Afrikas - weiter nach Süden ausbreitet. Es ist nämlich schon jetzt so, dass die Böden in diesen Gebieten komplett ausgetrocknet sind. Die Menschen können dort nichts anbauen und nichts ernten. Deshalb leiden sie an Hunger, viele fliehen aus der Region.

Das Umweltprojekt „große grüne Mauer“ soll den Menschen gleich auf mehrere Arten helfen. Sie sollen die neuen Bäume pflanzen, pflegen und die Früchte ernten. Sie bekommen dadurch also Arbeit, verdienen Geld und haben vor allem wieder etwas zu essen. Außerdem können die Bäume Kohlenstoffdioxid speichern, also CO2, und das Klima damit verbessern.

Mehr über den Fortschritt des Umweltprojekts erfahrt ihr, wenn ihr oben in der Tonspur auf den dreieckigen Pfeil klickt!

Eine große grüne Mauer soll Afrika schützen

Ein fast 8000 Kilometer langes und 15 Kilometer breites Band aus Bäumen soll die Sahara aufhalten. Die Wüste breitet sich nämlich immer weiter aus und bedroht Lebensräume von Menschen und Tieren.

Ein Strand im Senegal

Die sogenannte "Große Grüne Mauer" soll sich über den gesamten afrikanischen Kontinent ziehen. Sie soll an der Atlantikküste im Land Senegal beginnen. Hier hat sich die Sahara-Wüste bis ans Meer ausgebreitet.

Die sogenannte "Große Grüne Mauer" soll sich über den gesamten afrikanischen Kontinent ziehen. Sie soll an der Atlantikküste im Land Senegal beginnen. Hier hat sich die Sahara-Wüste bis ans Meer ausgebreitet.

Vom Senegal in Westafrika bis nach Dschibuti am Horn von Afrika im Osten sollen Bäume gepflanzt werden, damit die Sahara nicht noch weiter wächst. Die "Grüne Mauer" würde dann durch insgesamt elf Länder verlaufen: Senegal, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, Nigeria, Tschad, Sudan, Eritrea, Äthiopien und Dschibuti.

Schaut man aus dem Weltall auf Afrika, so erkennt man sofort das riesige Gebiet der Sahara. Die größte Wüste der Welt erstreckt sich über fast ganz Nordafrika. Und die Sahara wächst immer weiter. Hauptgrund für die Wüstenbildung ist der Klimawandel. Es wird immer wärmer. Bäume und Sträucher vertrocknen und machen den Weg für die Wüste frei. Viele Menschen mussten schon ihre Heimat verlassen.

Besonders von der Wüstenbildung ist die Sahelzone betroffen. Die Sahelzone ist der Übergang zwischen der Sahara im Norden und den Regenwaldgebieten in der Mitte Afrikas. Gerade hier bedroht die Wüste die Menschen. Sie können kaum noch Lebensmittel anbauen und leiden deshalb unter Hunger. Dabei trifft es Länder wie den Niger, die ohnehin schon zu den ärmsten der Welt gehören, besonders hart.

Die Bauern in der Sahelzone wissen oft nicht mehr wie sie ihre Tiere, zum Beispiel Ziegen und Rinder, noch ernähren sollen. Es gibt kaum Trinkwasser und Sträucher, an denen die Tiere knabbern können.

Der Vorschlag, die Ausbreitung der Sahara zu stoppen, ist auf den ehemaligen nigerianischen Präsidenten Olusegun Obasanjo zurückzuführen. Im Jahr 2005 wurde der Plan für die "Große Grüne Mauer der Sahara und Sahel" beschlossen. In den vergangenen Jahren ist aber noch nicht so viel passiert, obwohl eine gute Idee dahinter steckt.

Der Plan: Auf einem mindestens 15 Kilometer breiten Streifen sollen Bäume gepflanzt werden, die den afrikanischen Kontinent von West nach Ost durchziehen. Die Bäume sorgen dafür, dass das wenige Regenwasser im Boden gefiltert und gespeichert wird. Außerdem verlangsamen die Bäume den warmen Wind, der in der Wüste weht und alles austrocknet. Das Wachstum der Sahara-Wüste könnte dadurch gestoppt werden.

Stand: 12.01.2021, 16:12

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