Der Hambacher Forst darf bleiben

Der Hambacher Forst darf bleiben

Der Hambacher Forst ist ein uralter Wald am Rand des Braunkohletagebaus Hambach. Viel ist davon nicht mehr übrig, weil große Teile für den Kohleabbau abgeholzt wurden. Nun wurde entschieden, dass der Rest des Waldes stehenbleiben darf.

Viele Menschen setzen sich seit Jahren für den Schutz des Hambacher Forstes ein. Einige leben schon lange dort in Baumhäusern. Sie haben auch alte Autos und Barrikaden in den Wald gebracht.

Seit 2012 wurde der Wald immer wieder geräumt. Die Barrikaden wurden von Mitarbeitern des Stromkonzerns RWE aus dem Wald entfernt und Polizisten haben das bewacht.

Der Hambacher Forst war einmal der größte Wald im Rheinland. Aber der größte Teil davon ist schon abgeholzt. Hier seht ihr, dass der kleine Rest des Waldes direkt neben dem riesigen Braunkohletagebau Hambach liegt.

Grund für die Abholzung ist die Braunkohle, die unter dem Wald liegt. Und sie wird von der Energiefirma RWE ausgegraben, um Strom daraus zu machen. Hier seht ihr, wie riesig der Tagebau schon ist. Viele Menschen aus der Region arbeiten hier.

Umweltschützer sagen, dass es nicht notwendig ist, noch mehr Wald abzuholzen und forderten einen Stopp für den Tagebau.

Die Botschaft der Gegner des Braunkohleabbaus ist eindeutig. Und die allermeisten Proteste sind friedlich abgelaufen.

Um die Bäume zu schützen, haben Naturschützer auch Baumpatenschaften organisiert.

Es gab seit 2012 aber auch immer wieder Umwelt-Aktivisten, die sich an Bäume oder schwere Gegenstände ketteten, um sich der Abholzung entgegenzustellen.

2018: Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen Herbert Reul befürchtete, dass es bei der anstehenden Räumung zu Gewalt kommen könnte. Deshalb war auch die Polizei im Einsatz.

Hinter der Absperrung mussten alle Baumhäuser geräumt werden. Auch, wenn deren Bewohner sich dagegen gewehrt haben.

Mit Hilfe der Polizei und hohen Leitern wurden die Baumhäuser eins nach dem anderen geräumt.

Viele Baumhausbewohner versteckten sich auf den Bäumen und wollten den Wald nicht verlassen.

Im Oktober 2018 wird, kurz nach dem offiziellen Beginn der Abholzung, die Rodung durch ein Gericht in Münster gestoppt.

Politiker diskutieren viel darüber, wie es mit dem Hambacher Forst weitergehen soll. Mittlerweile häuft sich der Papierkram in ganz vielen Akten. Im Jahr 2019 kommt die Überlegung auf, bis zum Jahr 2038 aus dem Kohleabbau auszusteigen. RWE verspricht, dass bis 2020 keine Abholzungsarbeiten im Hambacher Forst stattfinden werden.

Im August 2019 hat die Klimaaktivistin Greta Thunberg den Braunkohletagebau und den Hambacher Forst besucht. Sie findet, dass der Ausstieg aus dem Kohleabbau zu lange dauert.

Im Januar 2020 haben sich die Politiker geeinigt, dass die Reste des Waldes stehenbleiben dürfen. Es wird zwar noch weiter Kohle abgebaut, aber viel weniger.

Stand: 16.01.2020, 17:24 Uhr

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