Rakete Richtung Mars gestartet

Start einer Rakete in den Weltraum

Rakete Richtung Mars gestartet

China will das zweite Land werden, das Untersuchungsgeräte auf dem Mars absetzt.

Die Chinesen schicken ein Fahrzeug zum Mars

WDR 5 KiRaKa ohne Download 23.07.2020 00:52 Min. Verfügbar bis 23.07.2021 WDR 5

Am Donnerstag ist von China aus eine Rakete Richtung Mars gestartet. An Bord sind keine Menschen, sondern ein Fahrzeug, das den Mars erkunden soll, wenn es auf dem Planeten gelandet ist. Es soll dort nach unterirdischem Wasser suchen und das Gestein erforschen.

Die Reise zum Mars dauert sehr lange, sieben Monate. Der Planet ist 55 Millionen Kilometer entfernt von der Erde. Erstmal kreist die Raumsonde dann noch eine Weile um den Mars, um Informationen zu sammeln. Dann erst soll sie landen.

Die USA sind schon da

Wenn alles klappt, ist China das zweite Land, das Geräte auf den Mars geschickt hat. Nur die USA haben schon Geräte dort oben. Die sollen bald ausgewechselt werden, deshalb starten die USA nächste Woche auch eine Rakete.

Die Vereinigten Arabischen Emirate erforschen den Mars auch – sie haben vor ein paar Tagen eine Sonde auf die Reise geschickt. Sie soll den Planeten aber nur umkreisen und nicht dort landen.

Der Mars, unser roter Nachbar

Einige Länder schicken ihre Raketen und Roboter zum Mars. Alle haben eins gemeinsam: Sie wollen mehr herausfinden über den "Roten Planeten". Denn unser Nachbar im Weltraum gibt uns immer noch Rätsel auf. Bilder vom Mars und den Missionen dorthin findet ihr in dieser Galerie:

Der Mars

Der Mars ist unser Nachbarplanet. Von der Sonne aus gesehen, ist die Erde der vierte und der Mars der fünfte Planet in unserem Sonnensystem.

Der Mars ist unser Nachbarplanet. Von der Sonne aus gesehen, ist die Erde der vierte und der Mars der fünfte Planet in unserem Sonnensystem.

Mit einem Durchmesser von knapp 6.800 Kilometern ist der Mars etwa halb so groß wie die Erde. Damit ist er nach dem Merkur der zweitkleinste Planet des Sonnensystems. Trotzdem hat er zwei Monde: Phobos und Deimos.

Einmal um sich selbst dreht sich der Mars in 24 Stunden und 37,4 Minuten. Ein Jahr dauert auf dem Mars etwa so lang wie 1,9 Jahre auf der Erde. Das liegt daran, dass der Mars fast doppelt so lange braucht, um ein mal um die Sonne zu kreisen, wie die Erde. Die ist näher dran an der Sonne und braucht nur etwas mehr als 365 Tage.

Der Mars wird auch der "Rote Planet" genannt. Das liegt an seiner Oberfläche, die größtenteils von Eisenoxid-Staub bedeckt ist, der hat eine Farbe wie Rost. Es stürmt oft auf dem roten Planeten.

Die Marsatmosphäre besteht fast komplett aus Kohlenstoffdioxid und nur einem kleinen bisschen Sauerstoff. Ohne die richtige Ausrüstung können Menschen auf dem Mars also nicht überleben. Auch die Temperaturen schwanken sehr. In der Nähe des Äquators ist es tagsüber etwa 20 Grad Celsius warm, nachts aber bis zu -85 Grad kalt.

Auf den ersten Blick sieht der Mars also aus wie ein trockener, rostiger Wüstenplanet. Die Weltraumsonde "Mars Express" hat aber entdeckt, dass unter dem Südpol Wassereis versteckt ist. Wissenschaftler der Europäischen Weltraumorganisation ESA haben ausgerechnet, dass mit diesem "Wasservorrat" der gesamte Mars etwa elf Meter unter Wasser gesetzt werden könnte.

Gibt es also doch Leben auf dem Mars? Solche Bilder wie die der Sonde "Viking" im Jahr 1976 haben immer wieder die Fantasie der Menschen angeregt. Ein menschliches Gesicht aus Stein auf dem Mars musste doch bedeuten, dass es Marsmenschen gibt! Heute aber sind sich alle Wissenschaftler einig: Wenn überhaupt, gibt es auf dem Mars nur ganz einfache Lebensformen, zum Beispiel winzig kleine Mikroben.

Es ist aber vorstellbar, dass Menschen eines Tages dort wie in einer Kolonie leben. Hier seht ihr, wie so eine Mars-Station aussehen könnte.

Auf der Erde trainieren bereits Astronauten die Arbeit auf dem Mars. Im US-amerikanischen Bundesstaat Utah gibt es ein Testcenter.

Wie es wirklich auf dem Mars ist, weiß "Curiosity". Seit dem 6. August 2012 untersucht der Mars-Rover den Planeten. Der Roboter soll das Gestein und die Atmosphäre des Mars untersuchen und er schickt immer wieder Fotos auf die Erde. "Curiosity" bedeutet auf Deutsch "Neugier".

Doch nicht nur die US-Amerikaner und die Europäer wollen den Mars erforschen. China hat am 23. Juli 2020 eine eigene Rakete zum Mars losgeschickt. Sie soll einen neuen Mars-Rover auf dem Planeten absetzen.

Das ist ein Modell von "Tianwen-1". Im Mai 2021 soll der Roboter auf dem Mars landen und mit der Arbeit beginnen. Bisher ist es nur den USA gelungen, auf dem Roten Planeten Rover zum Einsatz zu bringen.

Am 30. Juli 2020 hat sich noch eine Rakete auf den Weg zum Mars gemacht. Diesmal schickt die NASA, also die Weltraumbehörde der USA, einen Roboter zum Mars.

In nur sieben Monaten, also noch vor dem chinesischen Roboter, soll dieser Rover auf dem Mars abgesetzt werden. Er heißt "Perseverance". Das ist Englisch und bedeutet "Ausdauer". Das Fahrzeug ist eine Tonne schwer und wiegt damit soviel wie ein kleines Auto.

An Board hat der neue Marsroboter viele Instrumente. Sie sollen ihm helfen, den Mars zu erforschen und den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen auf der Erde mehr Informationen über den Mars liefern. Zum Beispiel soll der Roboter Proben von Steinen sammeln und untersuchen.

Zu den Geräten, die "Perseverance" dabei hat, gehören unter anderem 23 Kameras, 2 Mikrofone und auch dieser Hubschrauber.

Hier seht ihr den Start der Rakete mit "Perseverance" an Board. Los ging's vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral.

Stand: 23.07.2020, 17:12

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