Begegnungen von Eisbär und Mensch mit Radar vermeiden

In Kanada wird jetzt ein Eisbären-Frühwarnsystem benutzt

Begegnungen von Eisbär und Mensch mit Radar vermeiden

Der Klimawandel lässt das Meereis in der Arktis tauen, den Lebensraum der Eisbären. Deshalb kommen sie immer öfter in menschliche Siedlungen, um Futter zu suchen. Jetzt gibt es ein Eisbären-Frühwarnsystem.

Eisbären-Radar in Kanada

WDR 5 KiRaKa Thema des Tages 18.11.2020 01:58 Min. Verfügbar bis 18.11.2021 WDR 5 Von Jana Magdanz


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Eisbären sind gefährliche Tiere, wenn sie in die Nähe der Menschen kommen. Sie sind zwar nicht von Natur aus aggressiv, aber wenn sie sich oder ihre Jungen verteidigen, kann es gefährlich werden. Menschen haben keine Chance, ein Wettrennen gegen einen Eisbär zu gewinnen, ihre Tatzen haben unfassbar viel Kraft, und es ist immer am besten, wenn Bären und Menschen sich gar nicht erst begegnen.

Mehr Menschen und mehr Bären in der Arktis

Das passiert aber immer öfter. Da es immer öfter warm wird hier im Norden, kommen mehr Touristen in die Arktis. Und da das Meereis taut können die Bären nicht mehr von Eisschollen aus nach Robben jagen, ihrer wichtigsten Nahrungsquelle. Deshalb kommen hungrige, abgemagerte Bären immer häufiger nah an Häuser heran und suchen zum Beispiel in Mülltonnen nach Essensresten. Tierschützer wollen unbedingt verhindern, dass Tiere die Scheu vor den Menschen verlieren und dann vielleicht sogar abgeschossen werden müssen.

Radar zum Aufspüren von Eisbären

Deshalb setzt die Organisation Polar Bears International in Kanada jetzt ein Radarsystem ein. Sowas wird normalerweise zum Beispiel vom Flughafentower benutzt, um im Dunkeln Flugzeuge zu entdecken. Diese unsichtbaren Strahlen sollen Eisbären automatisch entdecken, bevor sie zu nah an Dörfer herankommen. Die Menschen hätten dann Zeit, sicher in ihre Häuser zu gelangen. Und die Bären könnten verscheucht werden oder betäubt, damit sie in die Wildnis zurückgebracht werden können.

Noch muss das System dazulernen

Bisher arbeiten die Tierschützer noch daran, dem Radarsystem beizubringen, Eisbären von anderen großen Tieren zu unterscheiden, von Karibus zum Beispiel, das sind die nordamerikanischen Rentiere. Das Radarsystem kommt eigentlich vom Militär, das damit zum Beispiel feindliche Drohnen aufspürt. Tiere zu entdecken, das muss das Radarsystem jetzt langsam lernen. Aber dann funktioniert es sogar nachts, wenn Menschen die Bären nicht entdecken würden.

Stand: 18.11.2020, 14:59

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