Es gibt nur eine Nacktmull-Königin

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Es gibt nur eine Nacktmull-Königin

Im Berliner Tierpark hat es blutige Kämpfe um die Thronfolge in der Nacktmull-Kolonie gegeben. Leider hat die alte Königin das nicht überlebt.

Nacktmull-Königin von Berlin ist tot

WDR 5 KiRaKa ohne Download 17.01.2020 00:55 Min. Verfügbar bis 16.01.2021 WDR 5

Es kann nur eine Königin geben! Das hat jetzt die Königin der Nacktmulle im Berliner Tierpark schmerzhaft zu spüren bekommen. Dort hat es blutige Kämpfe unter den Nacktmull-Weibchen gegeben. Die Königin ist dabei getötet worden.

Große Zähne, strenge Rangordnung

Nacktmulle sind Nagetiere, die so ähnlich aussehen wie Ratten ohne Fell – mit besonders großen Nagezähnen im Gesicht. In ihren Kolonien herrscht eine sehr strenge Rangordnung. Nur ein Weibchen, nämlich die Königin, kann Nachwuchs bekommen. Alle anderen Tiere sorgen dafür, dass es ihrer Majestät und den Kindern gut geht. Die Königin aus dem Berliner Tierpark hatte in sechs Jahren 450 Tiere zur Welt gebracht.

Bis zu 28 Nacktmull-Babys pro Wurf

Ungefähr alle fünf Jahre kommt Unruhe in das friedliche Leben einer Nacktmull-Kolonie. Jüngere Weibchen wollen sich in Machtkämpfen mit der Königin messen – und die verteidigt ihren Thron mit scharfen Zähnen. Wenn dann ein neues Weibchen Königin wird, wächst es in die Länge und wird fruchtbar.

Klein, schrumpelig, aber oho: Der Nacktmull

Manche finden den Nacktmull hässlich, Wissenschaftler aber bringt das mausgroße Nagetier zum Staunen. Es hat nämlich viele faszinierende Eigenschaften. Die verraten wir euch in dieser Bildergalerie.

Nacktmulle

Mit ihren winzigen Augen sehen Nacktmulle kaum etwas. Außerdem haben sie spitze Nagezähne. Ihr Leben verbringen die Tiere in einem dunklen Labyrinth: Sie leben unter der Erde, in langen Gängen. Ihre Heimat ist Ostafrika.

Mit ihren winzigen Augen sehen Nacktmulle kaum etwas. Außerdem haben sie spitze Nagezähne. Ihr Leben verbringen die Tiere in einem dunklen Labyrinth: Sie leben unter der Erde, in langen Gängen. Ihre Heimat ist Ostafrika.

Vollkommen nackig sind die Tiere aber doch nicht: Sie haben zumindest feine Borsten auf der Haut. Die brauchen sie unter anderem, um sich in ihren Gängen zurechtzufinden. Damit erfühlen sie also ihre Umgebung.

Der Nacktmull sieht zwar faltig aus, aber die Falten haben nix mit seinem Alter zu tun. Nacktmulle werden bis zu 30 Jahre alt, ohne dabei körperlich zu altern. Sie haben kein Schmerzempfinden und bekommen keine Krebserkrankungen.

Nacktmulle können ohne Sauerstoff bis zu 18 Minuten überleben. Forscher haben herausgefunden, dass die Tiere selbst bei extremem Sauerstoffmangel noch mehrere Stunden überstehen.

Wie ein Nacktmull-Bau aussieht, kann man etwa im Aquazoo Löbbecke Museum in Düsseldorf sehen oder im Zoo der Stadt Osnabrück. Dort wohnen die Tiere in einem Bau, der von einer Seite durch eine Glasscheibe einsehbar ist.

Nacktmulle leben in einem unterirdischen Hofstaat mit bis zu 300 Mitgliedern und sind sozial genau organisiert: In jeder Nacktmull-Gruppe gibt es eine Königin. Sie bekommt als einzige Nachwuchs.

Die Nacktmull-Königin regiert zum Beispiel über Arbeiter und Soldaten. Die Arbeiter graben unterirdische Gänge. Und die Soldaten sollen aufpassen, ob Feinde kommen. Außerdem gibt es Teams zur Futterbeschaffung, zur Nachwuchsbetreuung und zum Putzen.

Der Highveld-Mull ist nicht nackt - aber ein besonderer entfernter Verwandter der Nacktmulle. Denn auch er ist völlig unempfindlich gegen Schmerzen. Selbst das Gift von besonders aggressiven Ameisen macht ihm überhaupt nichts aus.

Stand: 17.01.2020, 17:28

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