Nacktmulle zwitschern in Dialekten

Ein Nacktmull auf körnigem Boden.

Nacktmulle zwitschern in Dialekten

Nicht nur Menschen sprechen in unterschiedlichen Dialekten, sondern auch Nacktmulle. Das haben Forscherinnen und Forscher jetzt herausgefunden.

Nacktmulle zwitschern in Dialekten

WDR 5 KiRaKa ohne Download 29.01.2021 01:11 Min. Verfügbar bis 29.01.2022 WDR 5


Nacktmulle sind Nagetiere und leben im Osten von Afrika. Der Nacktmull ist vor allem deswegen bekannt, weil er ziemlich witzig aussieht: Er hat lange Schneidezähne und sieht ein bisschen aus wie eine nackte Wurst.

Nacktmulle leben in Gruppen zusammen

Diese Nacktmulle sind sehr gesellige Wesen. Sie leben in großen Gruppen in riesigen unterirdischen Bauten. Jede Gruppe hat eine Königin, die die Babys auf die Welt bringt. Die Nacktmulle kommunizieren auch viel miteinander, sie quietschen, zwitschern und grunzen. Jede Gruppe ein bisschen anders. Das haben Forscherinnen und Forscher jetzt rausgefunden.

Nacktmulle lernen Dialekte schon früh

Offenbar lernen die Nacktmulle ihren Dialekt schon als Baby. Und sie erkennen ihren eigenen Dialekt und können ihn von den Dialekten anderer Gruppen unterscheiden. Das schweißt die Nacktmull-Gruppen enger zusammen, glauben die Forscher.

Klein, schrumpelig und sprachbegabt! Der Nacktmull

Manche finden den Nacktmull hässlich, Wissenschaftler aber bringt das mausgroße Nagetier zum Staunen. Es hat nämlich viele faszinierende Eigenschaften. Dass es in unterschiedlichen Dialekten quieken kann, ist nur eine davon. Klickt euch durch die Bilder!

Nacktmulle

Mit ihren winzigen Augen sehen Nacktmulle kaum etwas. Außerdem haben sie spitze Nagezähne. Ihr Leben verbringen die Tiere in einem dunklen Labyrinth: Sie leben unter der Erde, in langen Gängen. Ihre Heimat ist Ostafrika.

Mit ihren winzigen Augen sehen Nacktmulle kaum etwas. Außerdem haben sie spitze Nagezähne. Ihr Leben verbringen die Tiere in einem dunklen Labyrinth: Sie leben unter der Erde, in langen Gängen. Ihre Heimat ist Ostafrika.

Vollkommen nackig sind die Tiere aber doch nicht: Sie haben zumindest feine Borsten auf der Haut. Die brauchen sie unter anderem, um sich in ihren Gängen zurechtzufinden. Damit erfühlen sie also ihre Umgebung.

Der Nacktmull sieht zwar faltig aus, aber die Falten haben nix mit seinem Alter zu tun. Nacktmulle werden bis zu 30 Jahre alt, ohne dabei körperlich zu altern. Sie haben kein Schmerzempfinden und bekommen keine Krebserkrankungen.

Eine neue Studie hat Anfang 2021 gezeigt, dass die Nackedei-Nager auch in verschiedenen "Sprachen" sprechen können - oder sagen wir lieber: mit unterschiedlichen Akzenten quieken! Ein bisschen ist das so wie Menschen, die verschiedene Dialekte sprechen.

Nacktmulle können ohne Sauerstoff bis zu 18 Minuten überleben. Forscher haben herausgefunden, dass die Tiere selbst bei extremem Sauerstoffmangel noch mehrere Stunden überstehen.

Wie ein Nacktmull-Bau aussieht, kann man etwa im Aquazoo Löbbecke Museum in Düsseldorf sehen oder im Zoo der Stadt Osnabrück. Dort wohnen die Tiere in einem Bau, der von einer Seite durch eine Glasscheibe einsehbar ist.

Nacktmulle leben in einem unterirdischen Hofstaat mit bis zu 300 Mitgliedern und sind sozial genau organisiert: In jeder Nacktmull-Gruppe gibt es eine Königin. Sie bekommt als einzige Nachwuchs.

Die Nacktmull-Königin regiert zum Beispiel über Arbeiter und Soldaten. Die Arbeiter graben unterirdische Gänge. Und die Soldaten sollen aufpassen, ob Feinde kommen. Außerdem gibt es Teams zur Futterbeschaffung, zur Nachwuchsbetreuung und zum Putzen.

Der Highveld-Mull ist nicht nackt - aber ein besonderer entfernter Verwandter der Nacktmulle. Denn auch er ist völlig unempfindlich gegen Schmerzen. Selbst das Gift von besonders aggressiven Ameisen macht ihm überhaupt nichts aus.

Stand: 29.01.2021, 14:56

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