Parteien bei der Wahl: Bündnis 90 / Die Grünen

Auch wenn ihr noch nicht wählen geht: Es ist gut, mitreden zu können. Deshalb stellen wir euch alle sechs Parteien vor, die momentan im Bundestag vertreten sind. Heute geht es um die Partei Bündnis 90 / Die Grünen.

Die Parteien im Check: Bündnis 90 / Die Grünen WDR 5 KiRaKa Thema des Tages 23.09.2021 06:12 Min. Verfügbar bis 23.09.2022 WDR 5 Von Niko Fischer

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Die Partei Bündnis 90 / Die Grünen kam bei der letzten Bundestagswahl 2017 auf 8,9 Prozent der Stimmen. Etwa 9 von 100 Menschen, die wählen gegangen sind, haben ihr Kreuzchen also bei den Grünen gemacht.

Zusammenschluss von zwei Parteien

Die Partei ist eigentlich ein Zusammenschluss von zwei Parteien. Die Grünen gibt es schon seit 1980 - in Westdeutschland. Und Bündnis 90 seit 1990 - im Osten. Beim Bündnis 90 hatten sich mehrere Gruppen und Bürgerbewegungen zusammengetan, die ähnliche politische Ziele hatten. Ganz ähnliche wie eben auch die Grünen. Deshalb haben sich beide Parteien 1993, also vor 28 Jahren, zu Bündnis 90 / Die Grünen zusammengeschlossen.

Welche Ziele haben die Grünen?

Der Name der Partei gibt einen ziemlich eindeutigen Hinweis. Es geht den Grünen vor allem um ökologische Themen. Sie sagen, dass sie eine Politik machen, die unsere Natur, unsere Umwelt und unser Klima schützt.

Außerdem ist der Partei die soziale Gerechtigkeit wichtig, das heißt: Alle Menschen, egal welches Geschlecht sie haben, an was sie glauben oder aus welchem Land sie kommen, sollen die gleichen Chancen haben, in Deutschland etwas zu erreichen.

Die Gesichter der Grünen

Zwei Menschen stehen an der Spitze der Partei: eine Frau und ein Mann. Die Frau heißt Annalena Baerbock und der Mann heißt Robert Habeck. Annalena Baerbock ist die Kanzlerkandidatin der Grünen. Es ist das allererste Mal in der Geschichte der Partei, dass sie eine Person ins Kanzler- bzw. Kanzlerinnen-Rennen schicken.

Annalena Baerbock und Robert Habeck stehen hinter Pulten auf einer Wiese | Bildquelle: dpa/ Kay Nietfeld

Die Grünen und der Klimaschutz

Die Grünen sagen: Wir müssen jetzt etwas verändern, um unsere Erde zu schützen. Mit einem "Klimaschutz-Sofortprogramm" wollen sie es schaffen, dass Deutschland seinen Teil dazu beiträgt, das sogenannte 1,5-Grad-Ziel zu erreichen: Dass sich die Erde also durch die von uns Menschen in die Luft gepusteten Abgase bis zum Jahr 2100 um nicht mehr als 1,5 Grad Celsius erwärmt.

Die Grünen wollen, dass Deutschland 2030, also in 9 Jahren, überhaupt keine Kohlekraftwerke mehr hat. Weil die besonders viel CO2 ausstoßen. Gleichzeitig wollen sie die erneuerbaren Energien ausbauen, also Anlagen, die ihre Power zum Beispiel aus Wasser, Sonne oder Wind bekommen. 50 Milliarden Euro zusätzlich im Jahr wollen die Grünen für das Ganze ausgeben und damit auch Arbeitsplätze schaffen.

In Städten und auf dem Land wollen die Grünen, dass die Menschen – wo das möglich ist – mehr Bus, Bahn und Fahrrad fahren oder sich ein Auto mieten anstatt das eigene zu benutzen. Außerdem setzt sich die Partei sehr für E-Autos ein, die die bisherigen Autos mit Verbrennungsmotor ablösen sollen. Und sie will, dass Autos auf Autobahnen nur noch maximal 130 km/h schnell fahren dürfen.

Um welche Kinderthemen kümmern sich die Grünen?

Die Grünen setzen sich dafür ein, dass die Kinderrechte ins wichtigste deutsche Gesetz, das Grundgesetz, reingeschrieben werden. Mit mehr Geld für Kinder, der sogenannten "Kindergrundsicherung", wollen sie dafür sorgen, dass Kinder in Deutschland nicht mehr in Armut aufwachsen müssen. Auch in die Schulen und Kitas soll mehr Geld fließen. Und: Die Partei möchte das Wahlalter senken. Wenn es nach den Grünen geht, sollen in Zukunft schon Jugendliche mit 16 Jahren wählen können, momentan muss man dafür 18 sein.

Kritik: Zu viele Verbote

Manche Leute aus anderen Parteien nennen die Grünen eine "Verbotspartei", die das Leben der Menschen zu sehr einschränken will. Oder sie sagen, dass die Partei zwar ganz viel Geld ausgeben will, dass man die ganzen Ideen aber auch alle irgendwie bezahlen muss.