Sportlerinnen wollen weniger nackte Haut zeigen

Sarah Voss bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio

Sportlerinnen wollen weniger nackte Haut zeigen

Sportlerinnen im Beach-Handball und im Turnen haben längere Kleidung getragen als üblich. Die Beach-Handballerinnen müssen deswegen sogar eine Strafe zahlen.

Sportlerinnen wollen weniger nackte Haut zeigen

WDR 5 KiRaKa Thema des Tages 27.07.2021 03:53 Min. Verfügbar bis 27.07.2022 WDR 5 Von Dorothee Machai


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Über die Sängerin Pink wird gerade viel gesprochen. Allerdings nicht, weil sie einen neuen Song herausgebracht hat. Sondern weil sie eine Geldstrafe bezahlen will, die die Beach-Handballerinnen aus Norwegen zahlen müssen.

Shorts statt knappe Bikini-Höschen

Beim Spiel um den dritten Platz bei der Europameisterschaft im Beach-Handball haben die Norwegerinnen andere Kleidung getragen als es in den Regeln steht. Eigentlich müssen die Beach-Handballerinnen bauchfreie Tops und kurze Bikinihosen tragen. Die Norwegerinnen haben sich aber spontan für etwas längere Hosen entschieden. Damit wollten sie ein Zeichen setzen: Sie wollen bei ihrem Sport nicht halbnackt sein, sondern Kleidung tragen, in der sie sich wohlfühlen. Weil das nicht den Regeln entspricht, hat der europäische Handballverband die Spielerinnen bestraft. Sie müssen insgesamt 1.500 Euro Strafe zahlen.

Jetzt hat Pink auf Twitter geschrieben, dass sie es toll findet, dass die norwegischen Beach-Handballerinnen gegen die sexistischen Bekleidungsregeln protestieren. Und dass sie die Geldstrafe der Spielerinnen übernimmt.

Turnerinnen im Ganzkörperanzug

Auch bei anderen Sportarten wird gerade viel über das Outfit der Sportlerinnen diskutiert. Bei den Olympischen Spielen in Tokio sind die deutschen Turnerinnen nicht in der typischen knappen Kleidung erschienen - normalerweise tragen die Frauen da Trikots, die ein bisschen an Badeanzüge erinnern. Die deutschen Turnerinnen haben sich stattdessen für Ganzkörperanzüge entschieden, die die kompletten Beine bis hinunter zu den Knöcheln bedecken. Auch sie wollten zeigen: Wir wollen unseren Sport machen und nicht nackte Haut zur Schau stellen.

Für ihren Mut haben die vier deutschen Turnerinnen viel Lob bekommen. Und Zeitungen und Fernsehsender aus verschiedenen Ländern haben darüber berichtet.

Mehr über die Outfit-Regeln bei Sportlerinnen erfahrt ihr im Gespräch zwischen Sarah und Doro. Klickt einfach auf den Play-Knopf in der Tonspur oben auf dieser Seite.

Klamotten-Streit um Bikinihosen

Weil sie Shorts statt Bikinihosen angezogen haben, sollen Norwegens Beachhandballerinnen jetzt eine Strafe zahlen.

Streit um Bikinihosen

Diese blauen Shorts haben für Ärger gesorgt: Weil Norwegens Beachhandballerinnen sie bei einem EM-Spiel angezogen haben, sollen sie eine Strafe zahlen, weil sie damit gegen die Kleiderordnung verstossen haben.

Diese blauen Shorts haben für Ärger gesorgt: Weil Norwegens Beachhandballerinnen sie bei einem EM-Spiel angezogen haben, sollen sie eine Strafe zahlen, weil sie damit gegen die Kleiderordnung verstossen haben.

Normalerweise müssen die Frauen bei Turnieren im Beach-Handball solche bauchfreien Tops und Bikinihosen tragen - so wie hier bei der Weltmeisterschaft 2018. Die Sportlerinnen aus Norwegen fanden das unbequem und unangenehm.

Bei den Männern sieht es ganz anders aus: Sie müssen Tank-Tops tragen, also Shirts ohne Ärmel, und ihre Hosen dürfen ein ganzes Stück länger sein als die knappen Höschen der Frauen.

Nicht nur die Sportlerinnen aus Norwegen finden das ungerecht: Auch die Sängerin Pink hat sich eingeschaltet und den Beach-Handballerinnen ihre Unterstützung gezeigt. Sie hat angeboten, die Strafgebühr für sie zu bezahlen.

Auch beim Turnen wird gerade viel über Sportkleidung diskutiert. Bei den Olympischen Spielen in Tokio sind die deutschen Turnerinnen auch nicht in knapper Kleidung erschienen. Statt mit einem Trikot, das an einen Badeanzug erinnert, sind sie in Ganzkörperanzügen gestartet, die die kompletten Beine bis hinunter zu den Knöcheln bedecken.

Stand: 27.07.2021, 16:00

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