Coole Buxe: Die älteste Hose der Welt

Coole Buxe: Die älteste Hose der Welt

Wenn Forschende auf der Suche nach Jahrtausende alter Kleidung sind, haben sie normalerweise ein Riesenproblem: Würmer, Käfer und Bakterien haben den Stoff längst "weggefressen". Als in einem Grab in der chinesischen Wüste gut erhaltene Kleider gefunden wurden, war das deshalb eine echte Sensation.

Eine uralte Hose

Mit im Fund: die älteste erhaltene Hose der Welt! Sie hat zwar ein paar Löcher. Aber diese Hose hat auch etwa 3200 Jahre lang in einem Grab gelegen. Durch den heißen Wüstensand ist sie genauso erhalten geblieben, wie die Mumie von dem Mann, der sie zu Lebzeiten einmal getragen hat. Er war ein Reiter. Deshalb ist die Hose oben extra weit geschnitten, damit er bequem auf dem Pferd sitzen konnte

Mit im Fund: die älteste erhaltene Hose der Welt! Sie hat zwar ein paar Löcher. Aber diese Hose hat auch etwa 3200 Jahre lang in einem Grab gelegen. Durch den heißen Wüstensand ist sie genauso erhalten geblieben, wie die Mumie von dem Mann, der sie zu Lebzeiten einmal getragen hat. Er war ein Reiter. Deshalb ist die Hose oben extra weit geschnitten, damit er bequem auf dem Pferd sitzen konnte

Für die Forschung sind solche alten Kleidungsstücke super spannend. Hier untersucht Mayke Wagner vom Deutschen Archäologischen Institut (Mitte) zusammen mit chinesischen und deutschen Kolleginnen und Kollegen die Lederjacke, die zusammen mit der Hose gefunden wurde. Die Sachen sind so kostbar, dass die Wissenschaftler ganz vorsichtig damit umgehen.

Und so muss der Reiter früher ausgesehen haben: Er trug ein Stirnband, ein langes Gewand und darunter eine Hose, die bis über den Po reichte. Das war für die damalige Zeit neu. Die alten Ägypter, die Griechen und Römer haben alle noch Gewänder getragen und darunter nur einen Lendenschurz. Diese Kleider wurden von Mayke Wagner und ihrem Team "rekonstruiert".

Auch diese Skudden-Schafe hier haben dabei geholfen. Um zu verstehen, wie Menschen vor 3200 Jahren Kleidung hergestellt haben, hat Mayke Hose die älteste Hose der Welt genau nach Vorlage noch mal hergestellt. Und dafür brauchte sie als erstes Wolle.

Das ist hier ist Toschi beim "Friseur"-Besuch. Katja Behling vom Skuddenhof Weseram schneidet Toschi von Hand die Wolle ab. Dieses "Scheren" tut nicht weh. Toschi sitzt deshalb ganz geduldig da. Wenn´s draußen wärmer wird, sind Schafe froh, wenn sie ihre dicke Wolle los werden. Skudden sind etwas kleinere Schafe und eine sehr alte Rasse.

Nein, das ist kein Wolf im Schafspelz, sondern Schäfer Christoph Behling. Er hat sich hier zum Spaß ein gerade geschorenes Schafsfell übergezogen. Die Wolle fühlt sich zwar weich an, aber hat auch ein paar kratzige Haare. Genauso wie Mayke Wagner das in der ältesten Hose der Welt gefunden hat. Passt also genau!

Guckt mal, der Uwe spinnt! So wird Uwe Heußner, ein DAI-Kollege von Mayke Wagner, immer wieder veräppelt. Aber der Archäologe lacht dann mit, denn er spinnt ja wirklich: Er macht aus der Wolle auf einem Spinnrad einen festen Faden. Für die Hose wurden acht Kilometer weißes und braunes Garn gesponnen.

Die Textilforscherin Moa Hallgren webt aus dem Garn genau nach Vorlage die neue Hose. Das macht sie auf einem Webstuhl, den sie mit den Händen und den Füßen gleichzeitig bedient. Es macht also ganz schön viel Arbeit, eine Hose von Hand herzustellen. Heutzutage machen das deshalb große Maschinen.

Stand: 16.06.2020, 12:08 Uhr

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