Leben hinter Gittern - Fotos zur Radiogeschichte

Leben hinter Gittern - Fotos zur Radiogeschichte

Hier bekommt ihr viele Eindrücke vom Leben hinter Gittern in der JVA Bielefeld-Brackwede. KiRaKa-Reporterin Kristina hat viele Fotos zur Radiogeschicht gemacht.

Fotos zur Radiogeschichte Leben hinter Gittern aus der JVA Bielefeld Brackwede

Hier geht es rein in die JVA Bielefeld-Brackwede. Alle Besucherinnen und Besucher werden erstmal kontrolliert und schließen ihre Sachen und ihr Handy ein. 550 Männer und Frauen leben hier auf engem Raum. Diebe, Betrüger, Mörder sitzen hier ihre Freiheitsstrafe ab.

Hier geht es rein in die JVA Bielefeld-Brackwede. Alle Besucherinnen und Besucher werden erstmal kontrolliert und schließen ihre Sachen und ihr Handy ein. 550 Männer und Frauen leben hier auf engem Raum. Diebe, Betrüger, Mörder sitzen hier ihre Freiheitsstrafe ab.

Das Gelände der Justizvollzugsanstalt ist so groß wie 17 Fußballfelder. Das Gefängnis ist wie eine kleine Stadt: Hier gibt es eine Bücherei, eine Schule, eine Ärztin, einen Hubschrauberlandeplatz, mehrere schulhofähnliche Plätze, ein Fußballfeld, eine Turnhalle und Werkstätten.

Im Besucherraum dürfen Gefangene vier mal im Monat für jeweils 40 Minuten Besuch bekommen. Immer unter Aufsicht eines Justizvollzugsbeamten. Jetzt – während der Corona-Pandemie – gibt es strenge Auflagen: Weniger Termine, weniger Besucher, kein Körperkontakt.

Das ist ein besonderer Besucherraum, der ein bisschen an eine Ferienwohnung erinnert. Hier dürfen Gefangene, bei denen keine Fluchtgefahr besteht und die nichts mit Drogen zu tun haben, hin und wieder auf Antrag für ein paar Stunden Besuch empfangen. Unbeobachtet.

Für Kinder ist es besonders schwer, wenn ihre Eltern in Haft müssen. Rund 100.000 Kinder haben einen Elternteil im Gefängnis. So auch Maik, den wir in der Radiogeschichte "Leben hinter Gittern" kennenlernen. Die Diakonie für Bielefeld bietet mit "Freiräume" Eltern-Kind-Treffen in kinderfreundlicher Umgebung an, damit Kinder ihren inhaftierten Eltern möglichst normal begegnen können: Hier zum Beispiel wird Geburtstag gefeiert, getobt und gekuschelt.

Von diesem langen Flur gehen die Zellen – oder Hafträume wie es offiziell heißt – der Gefangenen ab. In diesen Zellen essen, leben und schlafen sie.

Ein Bett, ein Stuhl, ein Tisch, ein Schrank, Toilette und Waschbecken. Die Zellen sind 8,5 Quadratmeter groß. Hier verbringen die Gefangenen ihre Zeit, wenn sie nicht zur Schule gehen, arbeiten, duschen oder Freistunde haben. Sie können sich Fernseher oder Radio mieten. Internet gibt es grundsätzlich nicht.

Einmal täglich dürfen die Gefangenen eine Stunde auf den Freistundenhof. Hier gehen sie spazieren, joggen, spielen Karten oder Volleyball. Natürlich immer unter Aufsicht.

Tobias Burkardt ist Justizvollzugsbeamter. Das heißt, dass er die Gefangenen beaufsichtigt und für sie da ist. Er trägt – wie seine Kolleg*innen – eine blaue Uniform. Die alte, gelbe Telefonzelle steht auf dem Freistundenhof. Hier können sich die Bediensteten – wie Burkardt und Kolleg*innen auch genannt werden – unterstellen und den Überblick behalten. 340 Menschen arbeiten im Gefängnis – Bedienstete, Lehrer, Sozialpädagogen, Psychologen.

Die Weihnachtszeit empfinden viele Gefangene als die schwierigste Zeit. Hier fehlen Familie, Freunde und Angehörige am meisten, Erinnerungen an die Zeit "draußen" kommen hoch. Seelsorger machen Gottesdienste, zu denen alle kommen dürfen.

Hier unterrichtet Gefängnislehrer Volker Sander seine Schüler in Deutsch. Die Schüler sind zwischen 21 und 64 Jahren alt, manche von ihnen haben noch nie eine Schule besucht. Sie kommen gerne, denn Schule bedeutet Abwechslung vom langweiligen und eintönigen Knastalltag.

Die Schüler haben die Wände mit einem Comicbild der Panzerknacker von Walt Disney verziert, auch eine Deutschlandkarte haben sie selbst gemalt.

Viele der Gefangenen arbeiten. Natürlich im Gefängnis und nicht "draußen". Wie zum Beispiel in der Tischlerei. Hier werden zum Beispiel Schränke, Uhren oder auch Spielzeugautos gefertigt. Manches davon wird im Knastladen verkauft. Aber auch in der Großküche, in der Wäscherei. Wände streichen, gärtnern, putzen, es gibt viel zu tun für die Insassen. Sie bekommen dafür etwas Geld, mit dem sie beim Anstaltskaufmann einkaufen können. Ein Teil des Geldes wird automatisch für die Zeit nach der Entlassung gespart.

Hier haben Gefangene die Mauer verschönert. Im Knast ist vieles grau. Waschbeton, meterhohe Mauern, die auch unter der Erde weitergehen. Eine Flucht ist nahezu unmöglich.

In diesem Eckturm sitzt jemand und passt rund um die Uhr auf, dass niemand ausreißen kann – es gibt noch 3 weitere solcher Türme. Eine Flucht ist nahezu unmöglich, denn die Mauern gehen unter der Erde metertief weiter und drüber klettern kann auch niemand.

Hier wurden weibliche Gefangene kreativ und haben selber diese bunte Sitz-Schlange im Frauengefängnis gestaltet. Freizeitangebote werden gerne genutzt, denn der Alltag im Knast ist eintönig und streng geregelt. Im Gefängnis trifft sich ein Chor, es gibt Mal- und Computerkurse, die Häftlinge können auch Sport machen.

In diesen Gefängnisbussen werden Häftlinge transportiert. Sie werden zum Beispiel in andere Gefängnisse gebracht – auch im Bus sind sie eingeschlossen.  

Stand: 03.02.2021, 19:51 Uhr

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