Anleitung: Erster Besuch beim Frauenarzt

Beim Frauenarzt Du bist kein Werwolf 07.08.2016 02:47 Min. Verfügbar bis 07.08.2021 KiKa

Anleitung: Erster Besuch beim Frauenarzt

Zwischen dem 12. und dem 17. Lebensjahr ist es meistens soweit: Der erste Besuch beim Frauenarzt steht vor der Tür. Wem beim Gedanken daran schon die Knie schlottern, kann sich beruhigt zurücklehnen und weiterklicken. Wenn man weiß, was einen erwartet, dann ist das alles nur halb so wild!

Erster Besuch beim Frauenarzt

Um deinen Frauenarzt oder deine Frauenärztin – in der Fachsprache sagt man auch „Gynäkologe“ oder „Gynäkologin“ – einmal kennen zu lernen, bieten viele Praxen auch „Teenagersprechstunden“ an. Du kannst den Arzt oder die Ärztin hierbei mit allen Fragen löchern, die dir in den Sinn kommen – ohne dass es schon zur Untersuchung des Körpers kommen muss. Damit du vor Aufregung nichts vergisst, kannst du dir im Vorfeld alles aufschreiben.

Keine Scheu vor peinlichen Fragen!
Für den Frauenarzt oder die -ärztin ist dies schließlich ein ganz normaler Job, dem sie tagtäglich nachgehen. Das gilt auch für die körperliche Untersuchung! Für diese vereinbarst du den Termin am besten so, dass du nicht gerade deine Periode hast. Das ist vor allem für die Krebsfrüherkennungsuntersuchung wichtig!

Die Vorbereitung
Vor deinem ersten Untersuchungstermin kannst du dich – wie sonst auch immer – ganz normal waschen oder duschen und brauchst dir keine bestimmten Waschlotionen oder Intimsprays zu besorgen. Diese könnten die Untersuchungsergebnisse sogar verfälschen.

In der Praxis
Dein Arzt oder deine Ärztin wird dir erst einmal ein paar Fragen stellen, z. B. ob du irgendwelche Beschwerden oder Krankheiten hast, wann deine erste Periode war, seit wann die letzte vorbei ist, ob du rauchst, ob du schon Geschlechtsverkehr hattest und ob du dabei an die Verhütung gedacht hast.

Der gynäkologische Stuhl
Untersucht wird man dann oft in einem weiteren Raum. In diesem steht der gynäkologische Untersuchungsstuhl. Er sieht ein bisschen anders aus, als ein normaler Stuhl: er hat zwei seitliche Stützen, auf denen man die Beine zur Untersuchung ablegt. Der Arzt oder die Ärztin wird dich nun bitten, dich unten herum frei zu machen. Viele Mädchen tragen daher gerne einen Rock und ziehen nur ihre Unterhose aus. Man kann aber auch ein langes T-Shirt anziehen, um sich nicht ganz so nackt zu fühlen. Die Sitzhaltung auf dem Stuhl ist sicherlich ungewohnt. Man sollte trotzdem versuchen, locker zu bleiben. Wenn etwas während der Untersuchung weh tut oder unangenehm ist, dann kann man das jederzeit mitteilen.

Die Untersuchung
Zuerst werden äußerlich Hautirritationen oder Ähnliches kontrolliert und danach die inneren Geschlechtsorgane, wie die Scheide, die Eierstöcke und die Gebärmutter untersucht. Dabei führt der Arzt oder die Ärztin einen Finger in die Scheide ein und tastet mit der anderen Hand außen am Bauch entlang. Um sich die inneren Geschlechtsorgane besser anzusehen, benutzt er oder sie ein metallenes Gerät, das Spekulum. Dieses führt er oder sie ebenfalls in den Scheideneingang ein.

Der Abstrich
Mit einem Wattestäbchen werden oberflächliche Zellen vom Gebärmutterhals entnommen, die später zusätzlich im Labor auf Hinweise für Gebärmutterhalskrebs untersucht werden. Man nennt diesen Vorgang auch „Abstrich“. Dieser erfolgt jedoch nur, wenn ein Mädchen bereits Geschlechtsverkehr hatte. Die gesamte Untersuchung dauert meistens nur wenige Minuten und viele Frauenärzte erzählen dir Schritt für Schritt, was sie gerade machen.

Brustuntersuchung
Für die Brustuntersuchung hat man meistens Zeit, sich die Hose oder den Rock wieder anzuziehen, bevor man sich oben herum frei macht. Der Arzt oder die Ärztin tastet die Brüste dann nach Knoten ab. Eine solche Brustuntersuchung kann man auch gut immer mal wieder selber Zuhause z. B. nach dem Duschen durchführen. So bekommt man nach und nach ein gutes Gespür dafür, wie sich die eigene Brust anfühlt und kann besser beurteilen, falls sich mal etwas auffallend verändern sollte. Frage am besten deinen Frauenarzt oder deine Ärztin, worauf du beim Ertasten achten musst.

Fertig!

Nach der Brustuntersuchung kannst du dich wieder anziehen. Wenn du die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel nimmst, dann solltest du alle sechs Monate den Termin beim Frauenarzt wiederholen. Ansonsten reicht es, einmal pro Jahr zur Untersuchung zu gehen.

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