Mein Körper: Orgasmus

Orgasmus Du bist kein Werwolf 17.07.2016 01:33 Min. Verfügbar bis 17.07.2021 KiKa

Mein Körper: Orgasmus

Der Höhepunkt der sexuellen Erregung wird „Orgasmus“ genannt. Manche beschreiben ihn als wohlige Welle, die durch den ganzen Körper fließt, andere als Vulkanausbruch. Was aber genau ist ein Orgasmus und was passiert dabei im Körper?

Mein Körper: Orgasmus

Zeichnung: Körper von Junge und Mädchen, Unterleibe farblich betont

Was passiert eigentlich beim Orgasmus?
Wenn du erregt bist, spürst du das von Kopf bis Fuß. Vor allem die Partie ab der Gürtellinie kann zu kribbeln beginnen oder sich einfach wohlig warm anfühlen. Dieses Gefühl, das man auch als „Lust“ beschreibt, kann bis zum Orgasmus gesteigert werden.

Was passiert eigentlich beim Orgasmus?
Wenn du erregt bist, spürst du das von Kopf bis Fuß. Vor allem die Partie ab der Gürtellinie kann zu kribbeln beginnen oder sich einfach wohlig warm anfühlen. Dieses Gefühl, das man auch als „Lust“ beschreibt, kann bis zum Orgasmus gesteigert werden.

Die Erregung
Warum man gerade total erregt ist, kann viele Auslöser haben – eine Berührung, eine Streicheleinheit, Fantasien im Kopf oder einfach der Geruch des Partners. Sexualwissenschaftler haben herausgefunden, dass sich der Orgasmus klassischerweise in vier Phasen einteilen lässt: Auf die Erregungs- folgt die Plateau-, dann die Orgasmus- und schließlich die Rückbildungsphase. Diese Einteilung kann für beide Geschlechter gelten, jedoch laufen diese Phasen bei Jungen und Mädchen unterschiedlich lang ab – und auch innerhalb der Geschlechter kann sich der Orgasmus für jeden anders abspielen und unterschiedlich anfühlen.

Im Körper
Steigert sich die Erregung, dann beginnt das Herz schneller zu schlagen, der Blutdruck steigt an, der Atem geht stoßweise, deine Muskeln spannen sich an und deine Brustwarzen können sich verhärten. Manchmal bekommt man einen so genannten „Sex-Flush“: rote Stellen am Hals und am Oberkörper. Das geht aber wieder vorbei!
Ganz automatisch reagierst du auch stimmlich: Stöhnen, Seufzen, Schreien, tiefes Atmen – es gibt viele Möglichkeiten dem „große O“ Ausdruck zu verleihen. Manche wiederum werden ganz still, um sich darauf einzulassen, was gerade in ihrem Körper passiert.

Bei Mädchen
Wenn Mädchen erregt sind, dann füllen sich die Klitoris und die Schamlippen mit Blut. Das kann man nicht unbedingt sehen, aber als Frau durchaus spüren: die Klitoris reagiert dann z. B. wesentlich empfindsamer auf Berührungen. Zudem wird die Scheide feucht und produziert so ihr körpereigenes Gleitmittel.

Es gibt Mädchen, die von Natur aus nicht so viel Scheidenflüssigkeit produzieren können – bei jeder ist das anders. Damit es bei zu wenig Scheidenflüssigkeit während des Sex nicht zu einer unangenehmen Reibung kommt, kann man hier ganz gut ein Gleitmittel hinzunehmen. Bei gleichzeitiger Benutzung mit Kondomen, muss man hier aber darauf achten, dass das Gleitmittel keine Fette oder anderen Stoffe enthält, bei denen das Kondom reißen könnte.

Vaginalorgasmus oder Klitoralorgasmus?
Viele Mädchen genießen es, wenn die Klitoris – auch der Kitzler genannt – gestreichelt oder mit der Zunge geneckt wird. Andere wiederum stehen da gar nicht drauf und finden gerade die reibende Bewegung beim Sex erregend. Dann wieder gibt es Mädchen, die auf eine Mischung aus mögen – wenn also während des Geschlechtverkehrs die Klitoris mit der eigenen Hand oder der des Partners (je nach Stellung) zusätzlich gestreichelt wird. Den einzelnen Regionen zuschreibend, gibt es auch zwei unterschiedliche Orgasmen. Die Frau kommt beim Klitoralorgasmus, wenn vor allem die Klitoris geneckt wird und beim Vaginalorgasmus, wenn dieser durch den Geschlechtsakt in der Scheide ausgelöst wird.

Bei Jungs
Wenn Jungen erregt sind, füllen sich die Schwellkörper im Penis mit Blut. Dadurch wird der Penis steif, hart und richtet sich auf. Die Eichel des Mannes ist sehr empfindlich und wird durch die Reibung beim Sex immer weiter gereizt. Kurz vorm Höhepunkt tritt oft schon eine Flüssigkeit aus dem Penis heraus. Man nennt dies den „Lusttropfen“ oder auch „Sehnsuchtstropfen“. Dies ist noch nicht das Sperma – auch wenn hier schon Spermien mitfließen können. Vom Lusttropfen kann man also auch schon schwanger werden!

Die Ejakulation
Kommt es nun zum Höhepunkt, entlädt sich die aufgebaute Spannung im Körper explosionsartig und ein wellenartiges Zucken durchzieht Penis, Samenleiter, Prostata, Bläschendrüsen und After. Die Samenflüssigkeit spritzt meist in mehreren Kontraktionen aus der Öffnung der Eichel und ein tiefes Gefühl der Entspannung und Glückseligkeit stellt sich ein. Der Penis wird wieder weich und geht in seine Ursprungsgröße zurück. Während Mädchen nach ihrem Orgasmus noch weitere haben können, brauchen die meistens Jungs erst einmal eine Pause, bevor es wieder weiter gehen kann.

Das erste Mal
Oft ist das erste Mal nicht so, wie du dir das vorstellst. Die wenigsten Mädchen kommen direkt beim ersten Sex zum Orgasmus und bei Jungs kann es sein, dass sie sehr früh kommen. Manchmal wird der Penis auch vor lauter Aufregung nicht richtig steif. Das ist aber völlig normal und kann jedem passieren. Es ist schließlich noch kein Meister bzw. keine Meisterin vom Himmel gefallen.

Keiner kann hellsehen!
Wenn du deinen Körper gut kennst, dann findest du leichter heraus, was dir gefällt und was nicht. Sprich mit deinem Partner darüber und zeige ihm oder ihr, was du magst. Sowenig, wie du erraten kannst, was ihre oder seine Vorlieben sind, sowenig wird er oder sie auch hellsehen können, was du toll findest. Wichtig ist, dass sich beide wohl fühlen, Lust aufeinander haben und es genießen zusammen zu sein. Das Ganze ist kein Wettkampf!

Der Weg ist das Ziel
Für die einen ist der Orgasmus das Endziel der sexuellen Lust. Andere wiederum sind mehr am Lustgefühl während des Geschlechtsakts interessiert – für sie ist der Orgasmus eine tolle Nebensache, aber auch nicht so wichtig. Es gibt auch Menschen, die gar nicht zum Orgasmus kommen können. Das kann verschiedene Gründe haben.

Daher ist es wichtig, dass man sich nicht zu sehr darauf versteift, sich selbst oder den Partner zum Orgasmus zu bringen. Und wenn der andere nicht zum Orgasmus kommt, hat da keiner Schuld. Es kann viele Gründe geben, warum man nicht kommt und gerade bei Mädchen dauert es häufig erst einmal eine Zeit, bis sie wirklich herausgefunden haben, was sie zum Orgasmus bringt und der Kopf spielt da eine ganz große Rolle.
Wenn es also nicht dazu kommt, ist das auch kein Beinbruch.

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