Wolfman hilft: Lebenspartner deiner Eltern

Wolfman hilft: Lebenspartner deiner Eltern

Wenn die Eltern neue Partner kennen lernen, entsteht für euch alle eine veränderte Situation. Wir haben uns für dich einmal schlau gemacht, welche Rechte und Pflichten der neue Freund oder die neue Freundin dir gegenüber einnehmen darf.

Lebenspartner deiner Eltern

Frau und Mann küssensich, daneben steht ein Motorrad älteren Baujahrs

Was darf der neue Freund/ die neue Freundin der Eltern?
Wenn deine Eltern neue Lebenspartner haben, heißt das für dich nicht, dass sie nun den Platz des anderen Elternteils einnehmen. Dein Vater bleibt weiterhin dein biologischer Vater – und das gilt ebenso für deine Mutter. Auch gesetzlich ändert sich nach einer Trennung oder einer Scheidung im Normalfall nichts für das Sorgerecht.
Daher: Egal ob gemeinsames oder alleiniges Sorgerecht – auch wenn der neue Freund oder die neue Freundin mit euch zusammenwohnt, hat er oder sie kein Erziehungsrecht.

Was darf der neue Freund/ die neue Freundin der Eltern?
Wenn deine Eltern neue Lebenspartner haben, heißt das für dich nicht, dass sie nun den Platz des anderen Elternteils einnehmen. Dein Vater bleibt weiterhin dein biologischer Vater – und das gilt ebenso für deine Mutter. Auch gesetzlich ändert sich nach einer Trennung oder einer Scheidung im Normalfall nichts für das Sorgerecht.
Daher: Egal ob gemeinsames oder alleiniges Sorgerecht – auch wenn der neue Freund oder die neue Freundin mit euch zusammenwohnt, hat er oder sie kein Erziehungsrecht.

Und bei einer Heirat?
Sollten deine Eltern ihre Lebenspartner heiraten, ändert das genauso wenig am Sorgerecht. Eine Ausnahme besteht, wenn der neue Lebenspartner oder die neue Lebenspartnerin dich adoptiert. In dem Fall würde bei einem vorherigen gemeinsamen Sorgerecht das jeweils andere Elternteil seine Rechte und Pflichten an dir komplett abgeben.
Es kann aber sein, dass der Elternteil, bei dem du lebst (also deine Mutter oder dein Vater), ihrem Lebenspartner eine offizielle Einwilligung gibt, in Angelegenheiten deines täglichen Lebens Entscheidungen für dich zu treffen. Das kann in manchen Situationen sehr hilfreich sein. Bei einem gemeinsamen Sorgerecht geht das aber nicht ohne eine Vollmacht des jeweiligen anderesn Elternteils.

Verboten: Drohen oder Schläge!
Im Paragraph 1631 (2) des BGB steht geschrieben, dass Kinder ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung haben. Daran müssen sich deine Eltern und auch ihre Lebenspartner halten.

Reden hilft!
Am Besten setzt du dich mit deinen beiden Elternteilen und den jeweils neuen Lebenspartnern einmal zusammen und ihr stellt gemeinsam Regeln auf, an die ihr euch alle halten müsst. Vielleicht findet ihr so einen gemeinsamen Weg, mit der neuen Situation auf ganz einfache Art und Weise umzugehen. Wenn du das Gefühl hast, dass du vor dem Gespräch mit deinen Eltern (oder auch einfach so) weiteren Redebedarf hast, gibt es viele Anlaufstellen, an die du dich vertrauensvoll wenden kannst, z. B. Schulsozialarbeiter, Beratungs- und Vertrauenslehrer. Das Jugendamt und andere Kinder- und Jugendberatungsstellen können ebenfalls wichtige Anlaufpunkte sein. In der Not hilft auch die „Nummer gegen Kummer“.

Wichtige Paragraphen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)

§ 1626 BGB - Elterliche Sorge, Grundsätze

  • (1) Die Eltern haben die Pflicht und das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen (elterliche Sorge). Die elterliche Sorge umfasst die Sorge für die Person des Kindes (Personensorge) und das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge).
  • (2) Bei der Pflege und Erziehung berücksichtigen die Eltern die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbstständigem verantwortungsbewusstem Handeln. Sie besprechen mit dem Kind, soweit es nach dessen Entwicklungsstand angezeigt ist, Fragen der elterlichen Sorge und streben Einvernehmen an.
  • (3) Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen. Gleiches gilt für den Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen besitzt, wenn ihre Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich ist.

§ 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge

  • (1) Die Personensorge umfasst insbesondere die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen.
  • (2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

§ 1684 Umgang des Kindes mit den Eltern

  • (1) Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.
  • (2) Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.

§ 1687 Ausübung der gemeinsamen Sorge bei Getrenntleben

  • (1) Leben Eltern, denen die elterliche Sorge gemeinsam zusteht, nicht nur vorübergehend getrennt, so ist bei Entscheidungen in Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung ist, ihr gegenseitiges Einvernehmen erforderlich. Der Elternteil, bei dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung gewöhnlich aufhält, hat die Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten des täglichen Lebens. Entscheidungen in Angelegenheiten des täglichen Lebens sind in der Regel solche, die häufig vorkommen und die keine schwer abzuändernden Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben. Solange sich das Kind mit Einwilligung dieses Elternteils oder auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung bei dem anderen Elternteil aufhält, hat dieser die Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten der tatsächlichen Betreuung. § 1629 Abs. 1 Satz 4 und § 1684 Abs. 2 Satz 1 gelten entsprechend.
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