Alpe | Alm

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Alpe | Alm

Kuh liegt auf Alpe.

Im Allgäu gibt es insgesamt 695 Alpen.

Alpen, beziehungsweise Almen, haben eine lange Tradition in den Bergen. Wer schon einmal in Bayern, Österreich oder der Schweiz wandern war, kennt sie vielleicht. Es sind Wiesen hoch oben in den Bergen, auf denen Rinder weiden. Dazu gehört meist auch eine Hütte mit Ställen. Alpen sind eine Art Sommerwohnort für Rinder aus dem Tal. Im Frühsommer werden die Tiere hinaufgetrieben und bleiben dann rund 100 Tage dort oben. Der Begriff 'Alpe' wird übrigens vor allem im Allgäu benutzt. In anderen Regionen heißen diese Orte 'Alm'.

Warum muss die Kuh auf den Berg?

Oben auf den Alpwiesen gibt es mehr Platz zum Fressen und während die Tiere in den Bergen sind, nutzen die Landwirte ihre Weiden im Tal, um Vorräte für den Winter anzubauen. Außerdem tun die Bauern ihren Tieren mit dem Alp-Aufenthalt was Gutes: Diese Rinder sind fitter als solche, die nicht in den Bergen waren. Herz und Kreislauf, Muskulatur und Knochenbau  werden durch den langen Aufenthalt im Freien gestärkt.

Blumen und Kraeute auf Almwiede.

Die Kräuter und Pflanzen auf den Alpwiesen schmecken den Kühen besonders gut.

Gleichzeitig helfen Alpen eine einzigartige Natur zu erhalten: Auf den Alpwiesen wachsen sehr viele und seltene Blumen und Kräuter. Gäbe es dort keine Tiere und Menschen, die sich um die Alpwiesen kümmern, würde sich der Wald die Flächen zurück erobern und die seltenen Pflanzen würden ihren Lebensraum verlieren.

Der Senn und die Sennerin

Senner vor Käseregal hält Brett mit drei Käselaibern.

Auf den Alpen wird zum Beispiel der Allgäuer Sennalpkäse hergestellt.

Die Rinder auf der Alpe gehören übrigens meistens nicht den Alpwirten, die dort auf sie aufpassen, sondern den Bauern aus den umliegenden Tälern. Manche Alpen dienen der Aufzucht junger Rinder, auf anderen leben vor allem Milchkühe. Dort kümmert sich dann ein Senn oder eine Sennerin um die Tiere und verarbeitet die Milch direkt weiter, zum Beispiel zu Käse. Die Senner essen den Käse aber nicht nur selbst, sondern verkaufen ihn auch weiter oder bewirten damit hungrige Wanderer und Touristen, die bei ihnen Rast machen.

Der Viehscheid oder Almabtrieb

Frau im Dirndl neben geschmückter Kuh bei Almabtrieb.

Die großen Glocken sollen mit ihrem Geläut die feindlichen Dämonen auf dem Weg vertreiben.

Im September geht die Zeit auf der Alpe für Mensch und Tier zu Ende. Die Rückkehr ins Tal wird mit dem Viehscheid oder Almabtrieb gefeiert. Zur Feier des Tages bekommen die Rinder große Glocken und einen handgefertigten Kopfschmuck. Die Alpwirte machen sich mit den aufwändig geschmückten Tieren zu Fuß auf den Weg ins Tal. Dort verfolgen viele Zuschauer den Abtrieb und es gibt meist ein großes Fest. Am Ende werden das Vieh und die Alpwirte auf einem großen Platz 'geschieden'. Das heißt, jedes Tier kommt wieder zu seinem Besitzer zurück und darf den Winter wieder in seinem Heimatstall verbringen.

Stand: 06.10.2016, 12:41

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