Halligen

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Halligen

Die Halligen liegen wie kleine Inseln in der Nordsee und sind einzigartig auf der Welt. Im Gegensatz zu „richtigen“ Nordsee-Inseln wie Sylt oder Pellworm haben Halligen allerdings kaum befestigte Küsten. Das führt dazu, dass sie mehrmals im Jahr überschwemmt werden. Die Halligen dienen als Wellenbrecher für das dahinter gelegene Festland. So übernehmen sie eine wichtige Funktion im Küstenschutz.

Luftbild der Hallig Süderoog im Nordfriesischen Wattenmeer.

Die Halligen liegen im nordfriesischen Wattenmeer vor der Nordseeküste Schleswig-Holsteins

Insgesamt gibt es noch zehn Halligen, sieben davon sind bewohnt. Auf allen Halligen zusammen leben nur etwa 230 Menschen – die meisten von ihnen auf Langeneß, denn das ist die größte Hallig. Sie ist etwa halb so groß wie der Frankfurter Flughafen. Bis zum 19. Jahrhundert sind etwa 100 Halligen verschwunden. Nicht alle von ihnen waren bewohnt. Teils sind sie mit anderen Halligen zusammengewachsen, teils wurden sie durch Aufschüttung mit dem Festland verbunden. Viele Halligen gingen aber auch unter.

Land unter

Blick auf die überschwemmte Hallig Hooge. Aus dem Wasser ragen die Lehnen zweier Bänke.

Vor allem in den Wintermonaten kommt es häufig zu „Landunter“

Wenn das Meer die Halligen überflutet spricht man von „Landunter“. Die Bewohner sind daran gewöhnt und entsprechend gerüstet: Damit ihre Häuser nicht überschwemmt werden, sind sie auf sogenannten „Warften“ gebaut – das sind künstlich aufgeschüttete Hügel. Bei starken Überschwemmungen ragen nur noch die Häuser auf den Warften aus dem Wasser. Die Bewohner können ihre Häuser dann manchmal tagelang nicht verlassen. Deshalb müssen sie zum Beispiel immer genug Vorräte im Haus haben. Die Überschwemmungen sind aber auch nützlich: Denn wenn das Wasser wieder zurück geht, bleiben Ablagerungen zurück. Die sorgen dafür, dass die Hallig nicht schrumpft.

Leben auf der Hallig

Heute leben die Bewohner der Halligen hauptsächlich vom Tourismus: Radfahren, Wattwandern und Teetrinken sind die beliebtesten Beschäftigungen der Hallig-Touristen. Viele Menschen besuchen die Halligen aber auch, um das Leben der Bewohner kennenzulernen. Neben dem Tourismus spielt auch die Landwirtschaft auf den fruchtbaren Halligen eine wichtige Rolle. Einige Bewohner haben Kühe oder Schafe und bieten ihre eigene Milch und Butter an.
Die Bewohner auf den Halligen kennen sich alle untereinander und die meisten helfen sich gegenseitig, wenn sie was brauchen, denn man kann ja nicht wie auf dem Festland mal eben einen Klempner oder Schreiner rufen.

Ein Postschiffer fährt mit einer offenen Eisenbahn-Lore Post zur Hallig Langeneß in der Nordsee.

Mit der Lore dauert die Fahrt zum Festland 30 Minuten, mit der Fähre ganze 2 Stunden

Auch sonst ist vieles anders als auf dem Festland: Geschäfte zum Beispiel gibt es nicht. Nur auf der Hallig Hoge gibt es einen kleinen Kaufmannsladen. Einkäufe müssen sich die Bewohner der anderen Halligen vom Festland bringen lassen oder selbst dorthin fahren, um einzukaufen. Im Winter können die Bewohner die Halligen manchmal nur ein Mal in der Woche verlassen, weil die Fähre zum Festland dann nicht so oft fährt wie im Sommer. Viele Halligbewohner besitzen deshalb eine eigene Lore, ein Schienenfahrzeug, mit dem sie zum Festland fahren können. Auf den Halligen Hooge, Langeneß, Oland, Nordstrandischmoor und Gröde können Kinder die Schule besuchen, denn da gibt es die kleinsten Schulen Deutschlands. Auf Nordstrandischmoor gibt es nur einen einzigen Schüler!

Stand: 14.05.2010, 12:12

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