Hartz IV

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Hartz IV

Weil in den letzten Jahrzehnten immer mehr Menschen in Deutschland arbeitslos und die Einnahmen des Staates durch Steuern und Beiträge zur Arbeitslosenversicherung immer kleiner geworden sind, stand die Politik vor einem großen Problem: Es musste mehr Geld aus dem Arbeitslosengeld-Topf ausgezahlt werden, als eingenommen wurden. Deshalb wurde 2005 ein neues Gesetz eingeführt, um die Kosten besser zu regeln: Hartz IV.

Menschen stehen Schlange vor dem Eingang zum JobCenter.

Die meisten Arbeitslosen in Deutschland beziehen nicht das Arbeitslosengeld I, sondern Hartz IV

Das ist nach dem ehemaligen VW-Manager Peter Hartz benannt, denn er hat sich das Gesetz damals gemeinsam mit den Politikern ausgedacht. Das Hartz-IV-Gesetz soll Menschen, die schon lange Zeit arbeitslos sind, dazu bringen, eine Arbeit anzunehmen: Wer länger als ein Jahr arbeitslos ist, erhält jeden Monat nur noch eine bestimmte Summe vom Staat – deutlich weniger als das Arbeitslosengeld I, das er während des ersten Jahres seiner Arbeitslosigkeit bekommen hat.

Warum macht der Staat das eigentlich?

Eine Frau und ein Mann mit einem Wust von Formularen für das Arbeitslosengeld II.

Bevor man überhaupt Zahlungen bekommt, muss man sich erst durch eine ganze Menge Papierkram arbeiten

Es steckt eine Grundidee hinter dem Hartz IV-Gesetz: Fordern und Fördern. Gefordert wird, dass Arbeitslose eine Arbeit auch dann aufnehmen, wenn sie eigentlich nichts mit dem gelernten Beruf zu tun hat oder wenn sie bei der angebotenen Stelle weniger verdienen, als sie es eigentlich erwarten. Gefördert werden die Bemühungen, überhaupt eine Arbeit anzunehmen, durch die Auszahlung des Hartz IV-Geldes, das eigentlich Arbeitslosengeld II heißt.

Wer bekommt wie viel Geld?

Beratungsgespräch zwischen einem Mann und einer Beraterin im JobCenter.

Man muss regelmäßig die Termine mit seinem Sachbearbeiter einhalten - Sonst droht eine Kürzung der Zahlungen

Wie viel Geld man bekommt, hängt bei Hartz IV unter anderem davon ab, ob man zum Beispiel einen Partner hat, der Geld verdient oder mit wie vielen Menschen man in einer Wohnung lebt. Wer Termine bei der Agentur für Arbeit versäumt oder sich zu oft weigert, eine angebotene Stelle anzunehmen, kann seinen Anspruch auf Hartz IV verlieren. Auch die Arbeitslosen, die Ersparnisse haben, bekommen zunächst kein Geld vom Staat, sondern müssen ihr Gespartes erst aufbrauchen.

Kinder und Hartz IV

Geöffnetes Federmäppchen mit Stiften, Wasserfarbkasten und weitere Schulmaterialien liegen auf einem Tisch.

Schulsachen sind teuer! Daher bekommen Eltern für ihre Anschaffung zusätzliche Unterstützung vom JobCenter

In Deutschland leben auch viele Kinder von Hartz IV: 2014 waren es über 1,6 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Etwa die Hälfte von ihnen leben bei einem alleinerziehenden Elternteil, der auch Hartz IV erhält. Wie für die Erwachsenen gibt es auch für Kinder einen so genannten Regelsatz an Geld. Der ist jeden Monat gleich und wird an die Eltern ausgezahlt. Müssen zum Beispiel für ein neues Schuljahr Schulmaterialien gekauft werden oder steht ein Schulausflug an, können die Eltern beantragen, dass auch diese Kosten übernommen werden – zusätzlich zum Regelsatz.

Stand: 18.03.2010, 15:12

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