Indianer in Nordamerika

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Indianer in Nordamerika

Ein Indianer steht in traditioneller Kleidung im Monument Valley Navajo Tribal Park in Arizona/USA.

Die Navajo sind der zweitgrößte indianische Stamm in den USA

Indianer ist nicht gleich Indianer. Es gibt über 500 Indianerstämme, die sich stark voneinander unterscheiden. Zum Beispiel die Cree ganz im Norden, die Cheyenne in der Mitte oder die Hopi im Süden von Nordamerika. Manche Stämme waren früher sesshafte Bauern, andere zum Beispiel Jäger.

Woher kommt der Name Indianer?

Englische Siedler in den USA  bewirten eine Gruppe Indianer.

Die Indianer selbst nennen sich „amerikanische Ureinwohner“ oder „Urvölker Amerikas“, da sie als erste, d.h. schon lange vor den weißen Europäern in Nordamerika lebten

Wie das Wort Indianer entstanden ist, ist nicht eindeutig geklärt. Als Christoph Columbus 1492 Amerika entdeckte, glaubte er, er sei in Indien gelandet . Es könnte also sein, dass die Europäer die Ureinwohner, die sie trafen, deshalb „indios“ nannten. Das ist Spanisch und heißt auf Deutsch so viel wie Indianer. Es könnte aber auch sein, dass der Name Indianer aus dem alten Spanischen „en dio“ entstanden ist, was übersetzt „in Gott“ heißt. In einem Brief an das spanische Königshaus berichtete Kolumbus nämlich davon, wie sehr ihn die Gottesfürchtigkeit der Ureinwohner beeindruckt hatte.

Krieg gegen die Indianer

Schwarz-weißes Bild einer Kampfszene zwischen europäischen Siedlern und Indianern.

Noch heute fühlen sich viele indianische Stämme aus ihrer Heimat vertrieben

Die Europäer, die nach Nordamerika kamen, wollten das Land der Ureinwohner für sich alleine haben. Teilweise versuchten sie, den Indianern Land abzukaufen. Doch die Indianer wollten die Verträge nicht unterschreiben. Sie glaubten, dass die Erde allen Menschen gehört und konnten sich nicht vorstellen, wie ein Fluss, ein Stück Land oder Wald Eigentum eines Menschen sein konnte. Viele Indianer weigerten sich, ihr Land zu verlassen und wurden von den Weißen mit Waffengewalt dazu gezwungen und vertrieben oder getötet.

Indianer heute

Hinweisschild mit der Aufschrift "Entering Navajo Nation" in Arizona/USA.

Reservate sehen meistens wie kleine Städte aus

Heute sind nur noch zwei Prozent der US-Amerikaner indianischer Herkunft. Viele von ihnen leben in Städten und haben dort ganz normale Berufe, andere leben in Reservaten. So nennt man die kleinen Landgebiete, die die Indianer nach den Auseinandersetzungen mit den europäischen Siedlern behalten durften. In den Reservaten verwalten die Indianer sich selbst und sie haben auch ihre eigenen Gesetze. Weil es in manchen Reservaten aber einfach nicht genügend Arbeit für alle gibt, sind einige Menschen dort arm.

Eine Frau in traditioneller indianischer Tracht tanzt auf einem Powwow in Vancouver.

Auch in Deutschland finden Powwows statt

Auch heute noch sind den meisten Ureinwohnern ihre Traditionen sehr wichtig. Powwows zum Beispiel sind Tanzfeste, bei denen die Teilnehmer in traditioneller Kleidung gegeneinander antreten. Früher baten die Ureinwohner mit ihren rituellen Tänzen um eine erfolgreiche Jagd, um Heilung bei Krankheiten oder um Regen. Heute sind die Powwos für viele Indianer eine gute Möglichkeit, Freunde, Bekannte und Verwandte wiederzusehen und sich auszutauschen, da sie ja in ganz Nordamerika verstreut sind.

Zeichnung: Zwei Indianer unterhalten sich in Zeichensprache.

Zeige- und Mittelfinger ausgestreckt bedeutet bei den Indianern "Ich komme als Freund". Heute kennen wir diese Geste als Friedenszeichen.

Es gibt übrigens über hundert indianische Sprachen, die so unterschiedlich sind wie zum Beispiel Chinesisch und Deutsch. Deshalb haben die Indianer eine Zeichensprache erfunden, die fast alle Stämme verstehen und die viel Ähnlichkeit mit der Gebärdensprache hat.

Stand: 23.03.2010, 11:56

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