Libyen

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Libyen

Landkarte von Libyen.

Seit 1951 ist Libyen ein unabhängiger Staat.

Libyen ist ein Staat in Nordafrika. Das Land liegt etwa 2000 Kilometer von Deutschland entfernt an der Mittelmeerküste. Obwohl Libyen fast fünf Mal größer ist als Deutschland, leben dort nur rund 6,5 Millionen Menschen – das sind ungefähr so viele, wie in Köln, Hamburg und Berlin zusammen. Fast 85 Prozent der Fläche Libyens bestehen aus Wüste. Deshalb leben die meisten Menschen in den Küstengebieten im Norden, vor allem in der Hauptstadt Tripolis. Libyen hat sechs Nachbarländer: Ägypten und Sudan im Westen, Niger und Tschad im Süden sowie Algerien und Tunesien im Osten. Die offizielle Landessprache Libyens ist Arabisch. Die meisten Bewohner des Landes sind Muslime, das heißt, sie gehören dem islamischen Glauben an. Libyen hat sehr große Ölvorkommen, die in zahlreiche Länder der ganzen Welt verkauft werden. Obwohl das Land durch den Öl-Export viel Geld verdient, haben viele Menschen in Libyen keine Arbeit und sind sehr arm.

Muammar al-Gaddafi, der Revolutionsführer

Muammar al-Gaddafi bei Rede.

Staatschef Muammar al-Gaddafi wurde nie vom Volk gewählt.

Am 1. September 1969 kam es in Libyen zu einem sogenannten Putsch. Das unzufriedene Militär verjagte den damaligen Herrscher Libyens und übernahm die Macht im Land. Anführer der sogenannten ’grünen Revolution’ war Oberst Muammar al-Gaddafi. Er führte das Land mehr als 40 Jahre wie ein Diktator. Alle Gesetze und Regeln des Landes wurden von ihm beschlossen, Parteien und Wahlen gab es nicht. Niemand durfte etwas schlechtes über Muammar al-Gaddafi sagen oder zum Beispiel im Fernsehen berichten. Wer das tat, konnte in Libyen ins Gefängnis kommen.

Aufstand und Bürgerkrieg 2011

Im Februar 2011 kam es zu einem Aufstand der Bevölkerung Libyens. Tausende Menschen gingen auf die auf die Straße und protestierten gegen Muammar al-Gaddafi und seine Regierung. Das Militär ging mit Gewalt gegen die Proteste vor und erschoss und verletzte viele Demonstranten.

Libysche Demonstranten.

Gaddafi raus: 2011 demonstrierten viele Menschen für eine Entmachtung des Diktators.

Der Aufstand des libyschen Volkes entwickelte sich zu einem Bürgerkrieg, in dem sich die Gegner und die Unterstützer Gaddafis bekämpften. Da Gaddafis Truppen viel besser bewaffnet waren als seine Gegner und das Militär Libyens immer wieder Zivilisten angriff, beschlossen die Vereinten Nationen den Aufständischen zu helfen. In einer internationalen Militäraktion griffen mehrere Mitglieder der UNO ab März 2011 Ziele in Libyen mit Bomben und Raketen an. Am 20. Oktober 2011 wurde Muammar al-Gaddafi nach einem Luftangriff der internationalen Truppen getötet.

Eine Einheitsregierung für Libyen?

Der UN-Gesandte Martin Kobler schüttelt die Hand des libyschen Politikers Fayez al-Sarraj.

Der libysche Politiker Fayez al-Sarraj (rechts) soll der Chef der neuen Einheitsregierung werden.

Seit dem Tod von Muammar el-Gaddafi streiten in Lybien verschiedene Gruppen um die Macht. Seit 2014 gibt es sogar zwei Regierungen, die beide die Herrschaft im Land übernehmen wollen. Im Dezember 2015 stimmten die rivalisierenden Regierungen einem Friedensvertrag zu. Dieser sieht vor, bis 2018 den libyschen Staat wieder aufzubauen und eine gemeinsame Regierung zu bilden. Bisher wurde der Vertrag aber nicht umgesetzt.

Stand: 15.04.2011, 15:55

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