Nahostkonflikt

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Nahostkonflikt

Blick auf den Gaza-Streifen. Ein Bombe explodiert.

Im Zentrum des Nahostkonfliktes stehen die Staaten Israel und Palästina. Besonders der Gaza-Streifen ist oft von Kämpfen betroffen.

Der Nahe Osten – damit sind der Staat Israel und seine arabischen Nachbarländer in Vorderasien gemeint. Er befindet sich etwa fünf Flugstunden von Deutschland entfernt und ist seit vielen Jahren immer wieder stark umkämpft. Besonders zwischen den Israelis und den Palästinensern, die keinen eigenen Staat haben, kommt es immer wieder zu Konflikten und Kämpfen, bei denen viele Menschen getötet werden.

Um den Nahostkonflikt zu verstehen, muss man in die Geschichte eintauchen

Davidstern aus Stein, der von Blättern bedeckt wird.

Der Davidstern galt schon immer als Symbol des jüdischen Glaubens. Heute symbolisiert er auch den Staat Israel.

Vor fast 2000 Jahren, im Jahr 70 unserer Zeitrechnung, wurde der jüdische Staat in Palästina von den Römern zerstört. Seine Bewohner flüchteten in viele verschiedene Teile der Welt. Dort wurden sie oft als Außenseiter behandelt und zum Teil verfolgt. Besonders schlimm waren die Judenverfolgungen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg. Viele Millionen starben unter der Terrorherrschaft Adolf Hitlers in Deutschland. Immer mehr Juden wanderten in dieser Zeit nach Palästina aus, das früher ihre Heimat gewesen war. Sie waren auf der Suche nach Sicherheit und einem eigenen Land. In Palästina lebten allerdings mittlerweile in der großen Mehrzahl Muslime. Sie sprachen arabisch und fühlten sich als Teil der arabischen Welt. Einen eigenen Staat der Juden lehnten sie ab, da Palästina inzwischen zu ihrer Heimat geworden war. Der Keim des Nahostkonflikts war gelegt.

Ein eigener Staat für die Juden

Flüchtende palästinensische Familie im Gaza-Streifen.

Palästinensische Familien fühlen sich nicht sicher in ihren Autonomiegebieten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und den schrecklichen Verbrechen an den Juden beschlossen die Vereinten Nationen 1948, ihnen eine neue Heimat zu geben. Auf palästinensischem Gebiet wurde der Staat Israel gegründet. Damals lebten etwa zu drei Vierteln palästinensische Araber und zu einem Viertel jüdische Siedler im Land. Durch die Einwanderungen hat sich das Verhältnis in kurzer Zeit schnell verändert. Heute sind nur noch etwa 20 Prozent der Bewohner arabischer und über 70 Prozent jüdischer Herkunft. Die arabischen Palästinenser sind nie mit der Staatsgründung Israels einverstanden gewesen, denn ihre Lebenssituation verschlechterte sich dadurch sehr. Viele verloren ihr Ackerland oder ihre Häuser, wurden arbeitslos oder auch vertrieben. Jüdische Israelis siedelten in Regionen an, in denen vorher nur Palästinenser gelebt hatten und wurden von ihrer Regierung und auch vielen Staaten des Westens dabei unterstützt. Die Palästinenser mussten auf immer weniger Raum innerhalb des israelischen Staates leben.

1964 gründeten sie die Befreiungsorganisation PLO und setzten sich seither für einen eigenen Palästinenserstaat ein. Den gibt es aber bis heute nicht.

Warum gibt es nicht einfach einen palästinensischen und einen israelischen Staat?

Vier Karten des Nahen Osten, die zeigen, wie die Gebiete der Palästinenser im Laufe der Zeit geschrumpft sind.

Seit der Gründung des Staates Israel sind die palästinensischen Autonomiegebiete enorm geschrumpft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und auch später gab es Pläne für die Gründung der Länder Israel und Palästina, die so genannte „Zweistaatenlösung“. Die arabische Bevölkerung war aber anfangs dagegen, weil sie das Land als ihre Heimat betrachtete. Sie sah keine Berechtigung für einen jüdischen Staat Israel. Deshalb wurde nur Israel offiziell gegründet und international anerkannt. Als später auch die PLO sich für einen eigenen Staat einsetzte, gingen die Israelis immer wieder mit Waffengewalt gegen diese Pläne vor. Die Gewalt schürte Gegengewalt bei den Palästinensern und es ist bis heute immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen gekommen. Dabei haben sich die Grenzen Israels mehr und mehr verschoben und die beiden palästinensischen Autonomiegebiete im Gaza-Streifen und im Westjordanland sind stark geschrumpft.

Annäherung, aber kein Vertrauen

In vielen Gesprächen, auch mit Hilfe von westlichen Staaten, kam es zu Annäherungen und Verträgen. Zum Beispiel dem Abkommen über eine teilweise Selbstständigkeit der Palästinenser im Westjordanland und dem Gazastreifen 1994. Beide Seiten standen aber nicht hinter den Abmachungen und so kommt es bis heute es zu großem Widerstand. In den palästinensischen Wohngebieten siedeln ohne Berechtigung regelmäßig jüdische Siedler an. Palästinenser werden dadurch vertrieben und können oft nur in Flüchtlingslagern leben. Auf der anderen Seite geht von palästinensischen Organisationen, besonders der radikal-islamischen „Hamas“ (Islamische Widerstandsbewegung) immer wieder Gewalt in Form von Raketenangriffen und Selbstmordanschlägen aus. Ziel der Hamas ist ein palästinensischer Gottesstaat, in dem Staat und Religion nicht voneinander getrennt sind.

Graffiti an einer israelischen Mauer. Zu sehen ist eine Friedenstaube, auf der Brust ein Fadenkreuz.

Auch wenn sich die Israelis und Palästinenser in der Mehrzahl Frieden wünschen, gab es bislang noch keinen erfolgreichen Friedensplan.

Den Staat Israel erkennt sie nicht an. Von der palästinensischen Bevölkerung wird Unterstützung für die Gewalt dadurch „erkauft“, dass die Hamas ihnen immer wieder finanziell hilft. Bis heute sind die Fronten total verhärtet, auch wenn es hin und wieder durch einen Gefangenenaustausch oder neue Gespräche Hoffung gegeben hat. Grundsätzlich gibt es bis heute kein Vertrauen zwischen Israelis und Palästinensern. Ein schneller Frieden scheint nicht in Sicht zu sein.

Stand: 05.03.2010, 13:12

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