NSU

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NSU

Fahndungsfotos von Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt aus dem Jahr 1998.

Seit 1998 suchte die Polizei mit diesen Fahndungsfotos nach den Mitgliedern des NSU.

NSU ist der Name einer rechtsextremen, terroristischen Gruppierung. Die Abkürzung steht für ‚Nationalsozialistischer Untergrund’. Den Mitgliedern des NSU, Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, wird vorgeworfen, viele Banküberfälle, Bombenanschläge und zehn Morde begangen zu haben. Die Verbrechen des NSU waren rassistisch und fremdenfeindlich. Fast alle Mordopfer waren ausländischer Herkunft. Obwohl der NSU viele der Straftaten zwischen den Jahren 2000 und 2007 begangen hat, konnte die Polizei die Gruppe erst 2011 ausfindig machen.

Viele Jahre im Untergrund

Polizisten stehen vor zerstörtem Haus in der Kölner Keupstraße.

Durch eine Bombe wurden 2004 viele Menschen in der Kölner Keupstraße verletzt. Auch für diesen Anschlag wird der NSU verantworltich gemacht.

Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt stammen aus Jena, wo sie sich in einem Jugendclubhaus kennen lernten. Gemeinsam schlossen sich die drei einer rechten Vereinigung an und begingen schon in den 1990er Jahren gemeinsame Straftaten. 1998 durchsuchte die Polizei in Jena Wohnungen und Garagen von Rechtsextremisten. In einer Garage, die von Beate Zschäpe angemietet worden war, fanden die Beamten eine Werkstatt für Bomben. Um nicht verhaftet zu werden, gingen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in den Untergrund. Das bedeutet, dass sie sich vor der Polizei versteckten, indem sie zum Beispiel falsche Namen benutzten. Erst nach einem Banküberfall, den Mundlos und Böhnhardt im Jahr 2011 begangen haben, kam die Polizei dem NSU auf die Spur.

NSU-Prozess

Beate Zschäpe im Mai 2013 im Gerichtssaal.

Seit Mai 2013 stehen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer der NSU in München vor Gericht.

Kurz nach ihrer Entdeckung durch die Polizei haben Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt Selbstmord begangen. Ihre Komplizin, Beate Zschäpe, stellte sich wenige Tage später der Polizei. Sie sitzt seitdem im Gefängnis. In einem Prozess, der mehr als fünf Jahre dauerte, wurde Beate Zschäpe am 11. Juli 2018 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Obwohl sie selbst keinen der NSU-Morde begangen hat, waren sich die Richter einig, dass sie eine Mittäterin von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt war. Außerdem hat sie sich durch die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und durch Brandstiftung strafbar gemacht. Die Rechtsanwälte von Beate Zschäpe wollen die lange Haftstrafe nicht akzeptieren. Sie haben angekündigt, dass sie das Urteil vom obersten deutschen Gericht, dem Bundesgerichtshof, überprüfen lassen wollen.

Stand: 23.03.2010, 12:43

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