Pegida

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Pegida

Pegida-Demonstration mit Deutschlandfahnen.

In Dresden gab es im Oktober 2014 die erste Pegida-Demo.

Seit Oktober 2014 versammeln sich in Dresden fast jeden Montag Menschen zu Demonstrationen der Organisation Pegida. Die Demonstranten halten Schilder in die Luft und stimmen Sprechchöre an, die sich vor allem gegen Ausländer und Flüchtlinge richten. Die Demonstranten sind aber auch unzufrieden mit den regierenden Politikern und ihrer Politik. Nicht nur in Dresden gibt es Pegida-Demos. Auch in anderen deutschen Städten gehen Menschen auf die Straße: zum Beispiel in Köln, Leipzig oder München. Aber was steckt genau hinter der Pegida-Bewegung?

Was bedeutet Pegida?

Plakat zeigt Angela Merkel mit Kopftuch.

Pegida-Anhänger sind mit der deutschen Regierung unzufrieden.

Pegida ist eine Abkürzung und steht für 'Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes'. Patriotisch bedeutet, dass man sich besonders eng mit seinem Heimatland verbunden fühlt. Mit Abendland ist Europa gemeint, zu dem auch Deutschland gehört. Pegida ist also gegen eine Islamisierung von Europa und Deutschland. Und das bedeutet: Die Pegida-Anhänger wollen, dass weniger Ausländer nach Deutschland kommen – vor allem wenn sie der Religion des Islam angehören. Viele Pegida-Leute behaupten, dass Muslime unser Leben in Deutschland so verändern wollen, dass alle Menschen nach den Regeln des Islam leben müssen.

Pegida hat ein Problem mit Flüchtlingen

Eine Frau zeigt Flüchtlingen, wo sie sich registrieren lassen können.

Mehr als eine Millionen Flüchtlinge sind 2015 nach Deutschland gekommen.

Dass gerade in den Jahren 2015 und 2016 viele Pegida-Demonstranten auf die Straße gingen lag daran, dass in diesen Jahren sehr viele Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Nach wie vor fliehen viele Menschen zum Beispiel vor dem Krieg in Syrien und suchen Schutz in Deutschland. Hier sollen die Flüchtlinge versorgt und untergebracht und vielleicht sogar ein fester Teil unserer Gesellschaft werden. Das ist keine leichte Aufgabe und bringt Probleme mit sich. Einige Menschen glauben, dass diese Aufgabe nicht lösbar ist und sorgen sich um die Zukunft von Deutschland. Diese Menschen schließen sich häufig Pegida an, weil sie das Gefühl haben, dort mit ihren Sorgen ernst genommen zu werden. Bei den Pegida-Demonstrationen wird aber nicht nur dagegen protestiert, dass in Deutschland viele Flüchtlinge aufgenommen werden sollen. Die Pegida nutzt die Kundgebungen auch dazu, um gegen Flüchtlinge zu hetzen und Lügen zu verbreiten. Manche Pegida-Anhänger behaupten zum Beispiel einfach, die meisten Flüchtlinge seien Verbrecher. Trotzdem dürfen die Pegida-Anhänger auf die Straße gehen, demonstrieren und ihre Meinung sagen. Denn für alle Menschen in Deutschland gilt die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit hat aber auch Grenzen, zum Beispiel dann wenn zu Hass oder Gewalt aufgerufen wird.

Nicht nur besorgte Bürger

Polizist beobachtet Pegida-Demonstranten in Köln, die den Mittelfinger hoch strecken.

Auf Pegida-Demos außerhalb von Dresden kam es häufig zu Gewalt.

An den Pegida-Demonstrationen nehmen viele unterschiedliche Menschen teil. Unter ihnen sind auch einige Rechtsextreme. Rechtsextreme glauben, dass sie zu einer Menschengruppe gehören, die besser ist als andere. Sie glauben also, dass Deutsche besser sind als Ausländer. Diese Gruppe von Demonstranten will überhaupt keine Flüchtlinge in Deutschland haben und fällt oft durch extreme Parolen auf. Teilweise versuchen Rechtsextreme sogar, ihre Ansichten mit Gewalt durchzusetzen und greifen Menschen an, die anderer Meinung sind als sie. Ziemlich extrem sind auch viele Reden, die auf Pegida-Demos gehalten werden. In Dresden sprechen oft Lutz Bachmann und Tatjana Festerling. Sie sehen sich als Anführer der Pegida-Bewegung und verbreiten bei Reden und im Internet radikale Parolen und Beleidigungen - gegen Flüchtlinge, aber auch gegen Politiker und Andersdenkende. Viele Menschen sind der Meinung, dass die Pegida-Anführer damit Hass schüren und auch zu Gewalt anstacheln. Dieser Hass ist besonders in den sozialen Netzwerken spürbar: Hier teilen viele Pegida-Anhänger in den Kommentaren richtig aus. Sie beschimpfen Flüchtlinge, verbreiten Lügen und rufen teilweise offen zu Gewalt auf. Dagegen haben einige Menschen schon Anzeige erstattet.

Gegner von Pegida

Gegendemonstranten mit Plakat Herz statt Hetze.

Viele Menschen gehen gegen Pegida auf die Straße.

Die meisten Deutschen finden es richtig, dass Deutschland Flüchtlinge aufnehmen und ihnen helfen will. Viele von ihnen wollen ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen, indem sie gegen Pegida protestieren. Andere helfen den Flüchtlingen etwa durch Spenden, Sprachkurse, medizinische Hilfe oder indem sie sie zu Behördengängen begleiten. So möchten sie den Flüchtlingen das Gefühl geben, dass sie hier in Deutschland in Sicherheit sind und sich wohlfühlen können.

Stand: 17.11.2016, 16:57

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