Pioniere

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Pioniere

Jungpioniere in traditioneller Kleidung mit weißem Hemd und blauem Halstuch schwenken Wimpel auf denen "25 Jahre antifaschistischer Schutzwall" steht.

Bei Kundgebungen der Regierung durften die Jungpioniere nicht fehlen.

Die Pioniere waren die größte Kinder- und Jugendorganisation in der früheren DDR. Fast alle Kinder gehörten den Pionieren an – die jüngeren den Jungpionieren, die älteren den Thälmann-Pionieren. Als Pionier gehörte es sich, bei besonderen Anlässen eine bestimmte, einheitliche Kleidung zu tragen, meist eine weiße Bluse oder ein weißes Hemd mit einem speziellen Abzeichen auf dem Ärmel. Die Jungpioniere trugen außerdem blaue, die Thälmann-Pioniere rote Halstücher. Die Organisation bot den Kindern ein großes Freizeitangebot: Man traf sich regelmäßig zu Pioniernachmittagen, wo gebastelt oder gesungen wurde. Teilweise wurden dabei auch Aktionen geplant, mit denen sich die Pioniere zum Beispiel für Kinder aus ärmeren Ländern einsetzten. In den Sommerferien gab es Feriencamps für die Kinder.

Pioniere und Schule

Traditionell gekleidete Pioniere beim Pioniersgruß.

Für den speziellen Gruß der Pioniere fanden sich im Alltag der DDR die verschiedensten Anlässe.

In der DDR gehörten Schule und Pioniere eng zusammen: In der ersten Klasse wurden die Kinder in der Pionierorganisation aufgenommen. Es gab einen speziellen Pioniergruß, mit dem manchmal auch der Lehrer zu Beginn des Unterrichts die Schüler begrüßte. Dabei sagte der Lehrer „Seid bereit!“ und die Schüler antworteten „Immer bereit!“ Dabei streckten sie sich die rechte Hand ausgestreckt an den Kopf, den Daumen auf die Stirn, der kleine Finger zeigte nach oben. Diesen Gruß mussten die Schüler auch bei den so genannten Fahnenapellen zeigen: Dabei marschierten die Schüler in ihrer Pionier-Uniform in Gruppen auf den Schulhof, in die Aula oder Turnhalle ein und stellten sich in Reih und Glied auf. Die Fahnenapelle fanden regelmäßig in der Schule statt, vor allem zu besonderen Anlässen wie Feiertagen oder zur Zeugnisvergabe.

Pflichten und Gebote

Wappen der FDJ und der Jungpioniere.

Wer sich Jungpionier nennen wollte, musste spezielle Pflichten anerkennen.

Die Pioniere waren eine politische Organisation. Das heißt, sie wurde von der Regierung ins Leben gerufen. Der DDR-Regierung ging es dabei nicht in erster Linie darum, den Kindern Freizeitmöglichkeiten zu bieten, sondern darum, sie in ihrem Sinne zu erziehen und schon früh an das politische System der DDR zu gewöhnen. Sie sollten lernen, die DDR und ihre Politiker zu ehren. Jeder Jung-Pionier hatte einen Ausweis, in dem die Pionier-Gebote standen. Diese lauteten:

Wir Jungpioniere lieben unsere Deutsche Demokratische Republik.

Wir Jungpioniere lieben unsere Eltern.

Wir Jungpioniere lieben den Frieden.

Wir Jungpioniere halten Freundschaft mit den Kindern der Sowjetunion und aller Länder.

Wir Jungpioniere lernen fleißig, sind ordentlich und diszipliniert.

Wir Jungpioniere achten alle arbeitenden Menschen und helfen überall tüchtig mit.

Wir Jungpioniere sind gute Freunde und helfen einander.

Wir Jungpioniere singen und tanzen, spielen und basteln gern.

Wir Jungpioniere treiben Sport und halten unseren Körper sauber und gesund.

Wir Jungpioniere tragen mit Stolz unser blaues Halstuch.

Wir bereiten uns darauf vor, gute Thälmannpioniere zu werden.

Stand: 24.03.2010, 16:24

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