Ruanda

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Ruanda

Ausschnitt Karte Afrika, Ruanda ist mit Schild gekennzeichnet.

Ruanda hat vier Nachbarländer: Uganda im Norden, Burundi im Süden, die Demokratische Republik Kongo im Westen und Tansania im Osten

Ruanda ist ein kleines Land in Ostafrika. Mit 26.340 Quadratkilometern ist es nur etwas größer als das deutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Von den zehn Millionen Ruandern leben etwa 900.000 in der Hauptstadt Kigali. Ruanda liegt im Binnenland, das heißt, es hat keinen Zugang zum Meer. Weil die Landschaft sehr hügelig ist, wird es auch ‚Land der tausend Hügel’ genannt.

Bürgerkrieg und Völkermord

Präsident Paul Kagame mit erhobenem Zeigefinger während einer Rede.

Paul Kagame stürzte 1994 die Hutu-Regierung und beendete damit den Bürgerkrieg. Seit dem 22. April 2000 ist er der Präsident Ruandas

In Ruanda leben zwei Volksgruppen: Hutu und Tutsi. Obwohl viel mehr Menschen dem Hutu-Volk angehören, haben die Tutsi das Land lange Zeit beherrscht. Deshalb kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. 1959 übernahmen die Hutu nach einem Aufstand die Macht, aber auch danach gab es immer wieder Kämpfe zwischen den beiden Völkern. Im Jahr 1994 brach in Ruanda ein Bürgerkrieg aus. Die Bevölkerungsmehrheit der Hutu versuchte, alle Angehörigen des Tutsi-Volkes zu töten, deshalb wird dieser Krieg auch als Völkermord bezeichnet. Drei Monate dauerten die Kämpfe und es wurden mehr als eine Million Menschen getötet, die meisten von ihnen Tutsi. Außerdem wurde fast die Hälfte der ruandischen Bevölkerung aus dem Land vertrieben. Viele flohen dabei auch über die Grenzen, um in den Nachbarländern Schutz zu suchen.

Die Entwicklung seit 1994

Ein ruandischer Junge trägt seinen kleinen Bruder auf dem Rücken.

Viele Kinder, die im Bürgerkrieg beide Eltern verloren haben, leben ohne die Hilfe von Erwachsenen in so genannten Kinderhaushalten

Seit dem Ende des Bürgerkrieges hat Ruanda viele Fortschritte gemacht. 2003 fanden die ersten demokratischen Wahlen in der Geschichte des Landes statt. Auch wirtschaftlich geht es Ruanda besser. Trotzdem leben immer noch viele Menschen in großer Armut. Viele Kinder und Jugendliche haben während des Krieges ihre Eltern verloren und leben häufig in großer Armut. Während des Krieges mussten viele Ruander mit ansehen, wie Menschen verletzt oder getötet wurden und leiden bis heute unter dem, was sie erlebt haben. Die Krankheit Aids ist in Ruanda ein weiteres Problem. Wegen der großen Armut kann sich aber niemand die teuren Medikamente leisten.

Stand: 23.03.2010, 10:15

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