Russland - Geschichte und Politik

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Russland - Geschichte und Politik

Demonstanten halten Portraits der Gründer der Sowjetunion, Vladimir Lenin und Josef Stalin, hoch.

Viele Menschen in Russland sind noch immer Anhänger der kommunistischen Bewegung.

Bis 1917 war Russland ein Zarenreich. Zum ersten Zaren, vergleichbar mit einem Kaiser, wurde 1547 Iwan IV. Wassiljewitsch gekrönt. Besser bekannt ist er als „Iwan, der Schreckliche“, weil er sehr grausam mit seinen Feinden, aber auch seinen Verbündeten umging. Das Zarentum hatte bis ins 20. Jahrhundert Bestand, aber Kriege und Hungersnöte ließen die Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts steigen. 1917 kam es schließlich zu einer Revolution und eine Gruppe von Arbeiterverbänden, die sogenannten „Bolschewiken“, setzte sich an die Spitze des Staates. Sie gründeten mit Nachbarstaaten, in denen es ebenfalls Revolutionen gegeben hatte, die riesige Sowjetunion. Ziel der Bolschewiken war ein kommunistischer Staat, in dem alles Hab und Gut gerecht auf die Bevölkerung aufgeteilt werden sollte und in dem niemand großen Reichtum anhäufen durfte. Die Idee scheiterte, denn große Teile der Bevölkerung litten weiterhin an Armut und die Macht der kommunistischen Herrschaft zerbrach nach und nach. 1991 kam es zum Zerfall der Sowjetunion. Seitdem ist Russland ein eigenständiger Staat mit einem Parlament und einem Präsidenten.

Politik in Russland: Der Präsident hat eine Menge Macht

Russland wird auch als „Vielvölkerstaat“ bezeichnet, denn fast hundert verschiedene Nationalitäten mit jeweils eigener Sprache, Kultur und auch Religion leben hier. Heute ist Russland eine föderative Republik. Das Land ist in einzelne Bundesstaaten unterteilt, die zentral regiert werden.

Vladimir Putin bei einer Veranstaltung im Kreml.

Vladimir Putin ist erst der dritte russische Präsident.

Der Präsident wird vom Volk direkt gewählt. Er ist die mächtigste Person des Staates, oberster Befehlshaber der Armee und hat das Recht, Gesetze auf den Weg zu bringen oder auch zu verhindern. Seit 2008 wird der russische Präsident für sechs Jahre gewählt, was im Vergleich mit vielen anderen Staaten eine sehr lange Amtszeit ist. Mit einer vierjährigen Unterbrechung steht seit 2000 Wladimir Wladimirowitsch Putin an der Spitze des russischen Staates. Er regiert im Kreml, einer Art Festung, im ältesten Teil der Hauptstadt Moskau. Dort ist auch der Sitz des russischen Parlaments, der Duma.

Russland unter Putin wird immer wieder als "defekte Demokratie" bezeichnet. Das liegt daran, dass einige Elemente, die wir mit einer Demokratie verbinden, vorhanden sind, aber andere nach und nach abgeschafft wurden oder werden. So wird zum Beispiel die Pressefreiheit zunehmend eingeschränkt und Kritiker der Regierung werden verfolgt und bestraft. In den letzten Jahren stand Russland auch immer wieder unter Verdacht, sich in die Politik anderer Staaten einzumischen, wie etwa bei Wahlkämpfen.

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