G8 | Turboabitur

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G8 | Turboabitur

Schülerin sitzt hinter einem Stapel Schulbücher.

Viel Stoff: G8-Schüler haben ein Jahr weniger Zeit, alles in ihren Kopf zu bekommen

Bis zum Jahr 2006 machten Schüler in den meisten Bundesländern nach 13 Schuljahren Abitur. Von diesen 13 Jahren gingen sie vier Jahre zur Grundschule und neun Jahre zum Gymnasium. Politiker und Fachleute haben sich dann entschieden, dass Schüler künftig nur noch acht Jahre zum Gymnasium gehen sollten. Diese achtjährige Gymnasiumszeit bis zum Abitur wird kurz G8 genannt, viele sagen auch Turboabitur dazu.

Warum wurde die Schulzeit verkürzt?

Der Grund für G8: Deutschland gehört zur Europäischen Union, in der die Menschen leben und arbeiten können, wo sie wollen. In vielen Nachbarländern sind die Schul- und Ausbildungszeiten kürzer als bei uns. Das bedeutet, dass zum Beispiel Spanier oder Österreicher jünger sind, wenn sie in den Beruf einsteigen. Es wurde befürchtet, dass sie dadurch bei Bewerbungen einen Vorteil gegenüber den älteren Bewerbern aus Deutschland haben. Deshalb entschieden Politiker und Fachleute, dass auch bei uns die Schulzeiten verkürzt werden müssten, damit die Schüler früher mit ihrem Studium oder der Ausbildung anfangen können.

Viele Bundesländer kehren nach Kritik wieder zu G9 zurück

Lehrerin schreibt an Tafel.

Was und wie lange Schüler lernen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich

Nach der Einführung von G8 gab es sehr viel Kritik. Zum Beispiel daran, dass die Schüler zwar bis in den Nachmittag in der Schule bleiben müssen, es aber nicht genügend Schulkantinen gibt. Außerdem bleibe vielen Kindern und Jugendlichen keine Zeit mehr für Sport, Musik oder andere Freizeitbeschäftigungen.

Aus diesen und anderen Gründen haben sich einige Bundesländer dazu entschieden, wieder zum Abitur nach 13 Schuljahren zurückzukehren, zum Beispiel Bayern, Niedersachsen und Nordrheinwestfalen. In anderen Bundesländern, wie zum Beispiel in Hessen, darf jedes Gymnasium selbst entscheiden, ob es das Abitur nach acht oder neun Jahren anbietet. Thüringen und Sachsen wollen wie Hamburg, Bremen und das Saarland am G8 Modell festhalten. Dass die Regelungen so unterschiedlich sind liegt daran, dass in Deutschland jedes Bundesland die Organisation seiner Schulen selbst bestimmen darf.

Stand: 24.03.2010, 11:22

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