Urheberrecht im Netz

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Urheberrecht im Netz

Im Internet ist es sehr einfach, auf Fotos und Videos von anderen Leuten zuzugreifen. Besonders, wenn sie in den sozialen Medien hochgeladen wurden. Dadurch kann man sich im Netz sehr leicht an den Inhalten, also am geistigen Eigentum, anderer Leute bedienen. Damit verletzt man aber ihr Recht, darüber zu entscheiden, was mit ihrem Werk geschieht.

Das Wort 'copyright' in gelben Buchstaben auf grauem Hintergrund.

'copyright' ist das englische Wort für Urheberrecht.

Wenn du schon mal einen eigenen Text, ein Foto, Video oder sonst irgendetwas selbst gemacht hast, gehörst du in Deutschland und anderen Ländern zum Club der Urheber. Und das hat Folgen: Denn du hast das Recht, darüber zu entscheiden, was mit deinem Werk geschieht.

Wie kann man das Urheberrecht im Netz verletzen?

Stell dir vor, du machst einen tollen Film und zeigst ihm einem Freund. Und der stellt ihn, ohne dich zu fragen, ins Internet - er veröffentlicht ihn also. Damit hat er gegen dein Recht als Urheber verstoßen und du darfst zu Recht sauer auf ihn sein. Noch viel mehr Ärger würde dein Freund wahrscheinlich bekommen, wenn er zum Beispiel einen Kinofilm, den er auf DVD hat, im Internet veröffentlicht. Denn die Firma, die den Film gemacht hat, will damit Geld verdienen. Wenn er plötzlich kostenlos im Netz auftaucht, wird die Firma sofort einen Anwalt einschalten und vor Gericht ziehen. Dort kann man dann ziemlich schwer bestraft werden. Im schlimmsten Fall droht sogar Gefängnis. Damit nicht genug: Die Urheber des Films können auch noch Schadensersatz verlangen. Das heißt: Es wird geschätzt, wie viel Geld der Firma verloren gegangen ist, weil ihr Film kostenlos im Internet zu sehen war - zum Beispiel durch weniger verkaufte DVDs. Dafür muss der Täter dann auch noch aufkommen.
Auch wenn dein Freund für die DVD Geld bezahlt hat, hilft ihm das nicht. Denn für das Recht, sie zu veröffentlichen, hat er nicht bezahlt. Sondern nur dafür, den Film auf der DVD selbst anzuschauen oder sie zu verschenken.

Eine Europäische Regelung zum Schutz des Urheberrechtes im Netz

Ausschnitt Display mit Hinweis darauf, dass ein Video aus Rechtegründen nicht verfügbar ist.

Die Rechte von Künstlern an ihren Werken sollen in Zukunft besser geschützt werden.

Da es immer wieder passiert, dass Internetnutzer die Urheberrechte anderer nicht achten, wird seit einiger Zeit überlegt, mit welcher Regelung Urheber im Netz in ganz Europa besser geschützt werden können. Am 26.03.2019 hat das Europäische Parlament eine neue Richtlinie zum Urheberrecht eingeführt. Die Richtlinie nimmt unter anderem die Internetplattformen, wie zum Beispiel facebook oder YouTube in die Pflicht. Sie sollen in Zukunft dafür sorgen, dass kein Post auf ihren Seiten hochgeladen werden kann, der das Urheberrecht verletzt. Dieser Teil des Gesetzes hat für große Diskussionen und Proteste in ganz Europa gesorgt.

Warum sorgt die EU-Richtlinie für so viel Kritik?

Demonstrantin hält Schild mit der Aufschrift: Diese Demo ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht verfügbar.

Vor allem junge Menschen sind gegen die neue EU-Richtlinie auf die Straße gegangen.

Viele Menschen befürchten, dass die Plattformen so genannte Upload Filter einsetzen könnten. Die Filter sperren automatisch alle Inhalte, die Urheberrechte verletzen könnten. Dabei sind sie aber nicht sehr genau, so dass sie auch vieles blocken würden, was eigentlich O.K. ist, etwa Satiresendungen. Die Kritiker der neuen Regelung befürchten, dass dadurch die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Kunst eingeschränkt werden könnten.
Es gibt aber auch andere Möglichkeiten: Zum Beispiel könnten die Plattformen Lizenzen kaufen, mit denen sie Künstler und Urheber pauschal an ihren Gewinnen beteiligen. Bisher kann keiner so genau sagen, wie die Plattformen mit dem neuen Gesetz umgehen werden.

Stand: 02.04.2019, 12:18

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