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Öffentlich-rechtliche Sender

 Rechnung vom Beitragsservice der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

Der Beitrag, den jeder deutsche Haushalt für die öffentlich-rechtlichen Sender bezahlen muss, beträgt rund 18 Euro im Monat.

In Deutschland gibt es zwei verschiedene Arten von Radio- und Fernsehsendern: Die privaten und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Zu den öffentlich-rechtlichen Sendern gehören die ARD, die dritten Programme, das ZDF, das Deutschlandradio und viele andere Radiosender. Im Gegensatz zu den privaten Sendern, bekommen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Geld von den Bürgern, den so genannten Rundfunkbeitrag, den jeder Haushalt monatlich bezahlen muss. Mit dem Rundfunkbeitrag stellen die öffentlich-rechtlichen Sender zum Beispiel ihre Fernsehsendungen her und bezahlen ihre Mitarbeiter.

Warum gibt es öffentlich-rechtliche Sender?

Elefant, Maus und Ente.

Damit jeder etwas lernen kann, gibt es bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten Sendungen für verschiedene Altersgruppen. Zum Beispiel die Sendung mit der Maus, neuneinhalb oder Quarks & Co.

Während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges sollten die Radio- und Fernsehsender in Deutschland nur über Themen und Ereignisse berichten, die den Nationalsozialisten gefielen. Nach dem Ende des Krieges wollte man verhindern, dass Politiker oder Parteien noch einmal Einfluss auf die Rundfunkanstalten nehmen können. Deshalb wurden besondere Sender gegründet, die die Aufgabe haben, alle Menschen in Deutschland über alles, was hier und in der Welt passiert, unabhängig zu informieren: die öffentlich-rechtlichen Sender. Neben der ‚Sicherung der Grundversorgung’, wie der Auftrag zur unabhängigen Information auch genannt wird, gab man den öffentlich-rechtlichen Sendern zusätzlich einen Bildungsauftrag. Das bedeutet, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich das Programm anschauen, etwas dazu lernen sollen. Die Aufgaben der öffentlich-rechtlichen Sender wurden in einem besonderen Vertrag, dem so genannten Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben.

Warum kann die Sicherung der Grundversorgung nicht von privaten Sendern übernommen werden?

Hand hält Fernbedienung. Im Hintergrund Fernseher.

Das Programm der privaten Sender wird von den Einschaltquoten bestimmt. Denn: Je mehr Menschen eine Sendung ansehen, um so mehr Geld können die Sendung mit der Werbung verdienen, die während des Programms läuft

Die Privatsender bekommen ihr Geld nicht aus dem Rundfunktopf, sondern finanzieren sich privat. Das heißt, entweder mit Geld aus der eigenen Tasche oder mit Hilfe von Firmen, die Werbung in ihren Programmen machen und den Sendern dafür Geld zahlen. Dadurch, dass die Privatsender ihr Geld durch Werbung verdienen, sind sie von den Firmen abhängig, die bei ihnen Werbung schalten. Denn: Je mehr Leute das Programm, in dem die Werbung läuft gucken, desto mehr Geld können die Sender von den Firmen verlangen. Das funktioniert zum Beispiel so: Eine Firma sagt, dass ihre Schokoriegelwerbung nicht zu Politiksendungen passt und sie dort keine Werbung machen wollen. Das würde bedeuten, dass der Sender wegen der Politiksendung kein Geld von dem Schokoriegelfabrikanten bekommt. Wenn das viele Firmen so machen, würde der Sender die Politiksendung vielleicht nicht mehr weiterführen. Stattdessen würde er eine Sendung zeigen, die viele Leute schauen und bei denen die Firmen gerne Werbung schalten, zum Beispiel eine Castingshow. Denn damit verdient der Sender am meisten Geld. Würde es nur noch Privatsender geben, könnte es also passieren, dass es nur noch Sendungen gibt, die viele Leute gucken und kaum welche über Themen, die zwar sehr wichtig sind, aber weniger Menschen interessieren, weil sie nicht so unterhaltend sind.

Stand: 23.03.2010, 15:05 Uhr

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