Warum darf ich im Moment nicht jeden Tag und mit allen Klassenkameraden gemeinsam in die Schule gehen?

Warum darf ich im Moment nicht jeden Tag und mit allen Klassenkameraden gemeinsam in die Schule gehen?

Lieber Dr. Mo,

Unterricht am Wohnzimmertisch hat nicht nur schlechte Seiten: Fug ist in ein paar Sekunden am Kühlschrank. Und dass er seit drei Tagen die gleiche Jogginghose trägt, interessiert irgendwie auch niemanden mehr. Ein bisschen langweilig ist es aber schon alleine zu Hause. Warum genau darf Fug im Moment eigentlich nicht ganz normal in die Schule?

NN

Lieber Fug,

Verständlich, dass dir Deine Freunde fehlen, aber dass Deine Schule und andere öffentliche Einrichtungen nicht regulär und täglich für alle Schüler offen sind, hat einen guten und wichtigen Grund. Das Ziel ist, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen. Was hat das mit Deiner Schule zu tun?

Vielleicht hast du schon von der Tröpfcheninfektion gehört. Denn so verbreitet sich das neuartige Coronavirus hauptsächlich. Dabei trifft infiziertes Sekret – also z.B. feinste Spucketröpfchen, in denen der Erreger steckt - auf die Schleimhäute anderer Personen. Klingt ekelig? Ist aber gar nicht so unwahrscheinlich.  Dafür muss dir nicht mal jemand direkt in den Mund husten. Schon ein Gespräch ohne Sicherheitsabstand kann ausreichen, und die infizierten Tröpfchen können über die Atemwege auf andere Menschen übertragen werden. Ebenso ist eine Übertragung über eine Schmierinfektion möglich. Dabei gelangen Krankheitserreger über deine Hände in Deinen Körper: zum Beispiel, wenn Du eine Türklinke anfasst, auf der sich infizierte Spucketröpfchen befinden und dir mit der Hand dann an deinen Mund oder deine Nase fasst.

Grade in Schulen, wo viele Kinder in einer Klasse und im Gebäude sind, miteinander sprechen, lernen und spielen, ist ein enger Kontakt und damit eine ungebremste Verbreitung des Virus nicht zu vermeiden. Das gleiche gilt für Kitas und Arbeitsplätze, an denen viele Menschen zusammenkommen.

Dr. Mo mit Reagenzglas und Mundschutz

Dazu kommt, dass grade Kinder oft keine typischen Symptome zeigen, wenn sie sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben. Sie bemerken ihre Erkrankung oft gar nicht. Trotzdem können sie das Virus an andere weitergeben.

Auch wenn viele Menschen durch eine Ansteckung mit Coronavirus SARS-CoV-2 – so heißt das Virus in der Fachsprache – nicht gefährdet sind und nur relativ leicht erkranken, gibt es einen Teil der Bevölkerung, der besonders geschützt werden muss: ältere Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Damit sie im Falle einer Erkrankung so gut wie möglich behandelt werden können, dürfen sich nicht gleichzeitig zu viele Menschen anstecken. Deshalb sind die Schulen und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen.

Bevor wir alle wieder gewohnt zur Schule und zur Arbeit gehen können, müssen wir also anders in Verbindung bleiben: Ruf deine Freunde an oder verabrede dich mit ihnen zur Videokonferenz, schreib deinen Verwandten eine Postkarte oder einen Brief aus dem Wohnzimmer...

Und vor allem: Bleib gesund!
Liebe Grüße, Dein Dr. Mo

Bitte beachtet:

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ist für uns, aber vor allem auch für die Virenexperten ein ganz neues Virus. Weltweit forschen Wissenschaftler intensiv daran und gewinnen immer wieder neue Erkenntnisse zu Ausbreitung, Symptomen, Verläufen, Medikamenten und Impfungen und noch vielem mehr. So passen sich auch immer wieder Einschätzungen über das Virus den neuen Erkenntnissen an. Wir bemühen uns, unsere Infos zum Coronavirus immer auf dem aktuellen Stand der Forschung zu halten. 

Stand: 14.04.2020, 18:42

Darstellung: