Warum sind Schulschließungen ein so großes Thema?

Warum sind Schulschließungen ein so großes Thema?

Lieber Dr. Mo,

immer wieder wird über Schulen und ihre Rolle während der Corona-Pandemie gesprochen. Im letzten Jahr waren Schulen auch länger geschlossen und auch vor Weihnachten wurde der Präsenzunterricht aufgehoben und die Ferien verlängert. Was haben Schulen denn mit der Corona-Situation zu tun?  

NN

Lieber Fug,

dass Schulen und andere öffentliche Einrichtungen zeitweise nicht regulär für alle Schüler offen sind, hat einen guten und wichtigen Grund. Das Ziel ist auch hier, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen.

In Schulen sitzen viele Schüler in einem Raum direkt neben- und hintereinander. Bestimmt weißt Du schon, dass sich das neuartige Coronavirus hauptsächlich über die Luft verbreitet. Indem Infizierte Sprechen, Atmen oder auch Husten und Niesen, verteilen sich die Erreger im Raum. Schon ein Gespräch ohne Sicherheitsabstand kann ausreichen, und die infizierten Tröpfchen können über die Atemwege auf andere Menschen übertragen werden. Ebenso ist eine Übertragung über eine Schmierinfektion denkbar. Dabei gelangen Krankheitserreger über deine Hände in Deinen Körper: zum Beispiel, wenn du eine Türklinke anfasst, auf der sich infizierte Spucketröpfchen befinden, und du dir mit der Hand dann an deinen Mund, deine Nase fasst oder du dir mit deinen Fingern anschließend die Augen reibst.

Dr. Mo mit Reagenzglas und Mundschutz

Grade in Schulen, wo viele Kinder in einer Klasse und im Gebäude sind, miteinander sprechen, lernen und spielen, ist ein enger Kontakt und damit eine ungebremste Verbreitung des Virus kaum zu vermeiden. Das gleiche gilt für Kitas und Arbeitsplätze, an denen viele Menschen zusammenkommen. Wichtig in diesen Situationen ist, da wo es geht, einen Mund-Nasenschutz zu tragen und in regelmäßigen Abständen zu lüften. Der Mund-Nasenschutz kann infizierte Spucketröpfchen aufhalten und das Lüften sorgt dafür, dass sich Aerosole – das sind kleineste, feinste Spucketröpfchen, die eine Weile in der Luft schweben und nicht rasch zu Boden sinken, weil sie so leicht sind – sich nicht im Raum anreichern können. Eine geringere Menge an Viren ist auch weniger infektiös, also weniger angsteckend.

Dazu kommt, dass grade Kinder oft keine typischen Symptome zeigen, wenn sie sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben. Sie bemerken ihre Erkrankung oft gar nicht. Trotzdem können sie das Virus an andere weitergeben.

Auch wenn viele Menschen durch eine Ansteckung mit Coronavirus SARS-CoV-2 – so heißt das Virus in der Fachsprache – nicht gefährdet sind und nur relativ leicht erkranken, gibt es einen Teil der Bevölkerung, der besonders geschützt werden muss: ältere Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Damit sie im Falle einer Erkrankung so gut wie möglich behandelt werden können, dürfen sich nicht gleichzeitig zu viele Menschen anstecken. Deshalb waren und sind Schulen und andere öffentliche Einrichtungen für eine bestimmte Zeit geschlossen, obwohl Kinder selber kein großes Risiko haben, schwer zu erkranken.

Und vor allem: Bleib gesund!
Liebe Grüße, Dein Dr. Mo

Bitte beachtet:

Weltweit forschen Wissenschaftler intensiv am neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und gewinnen immer wieder neue Erkenntnisse zu Ausbreitung, Symptomen, Verläufen, Medikamenten, Impfungen und noch vielem mehr. Wir bemühen uns, unsere Infos zum Coronavirus dem aktuellen Stand der Forschung anzupassen.

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