Wolfman hilft: Internetzeit

Internetverbot Du bist kein Werwolf 14.08.2016 05:13 Min. Verfügbar bis 14.08.2022 KiKa

Wolfman hilft: Internetzeit

Immer das Gleiche! Gerade chattest du mit deinen Freunden über ein wichtiges Thema, schon lässt sich einer deiner Elternteile blicken und du musst den Computer ausschalten. So ein Mist! Aber dürfen die das eigentlich? Schlag nach, was im Gesetz dazu steht.

Internetzeit

Mann rangelt mit Jungem um Laptop

Wie lange darfst du ins Internet?
Ob und wie lange du ins Internet darfst – diese Entscheidung liegt allein bei deinen Eltern. Das ist mit der so genannten „elterlichen Sorge“ im Paragraf 1626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (kurz: BGB) festgesetzt. Sie besagt, dass deine Eltern in ihrer Erziehung immer auf das Wohl ihres Kindes, also auf dein Wohl, achten müssen.
Aber: Gleichzeitig steht in diesem Paragraf, dass deine Eltern deine Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen Person fördern müssen. Dazu zählen in der heutigen Zeit auch ein gewissenhafter Umgang mit dem Internet und anderen digitalen Medien – und eben auch das Bewusstsein über mögliche Gefährdungen.

Wie lange darfst du ins Internet?
Ob und wie lange du ins Internet darfst – diese Entscheidung liegt allein bei deinen Eltern. Das ist mit der so genannten „elterlichen Sorge“ im Paragraf 1626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (kurz: BGB) festgesetzt. Sie besagt, dass deine Eltern in ihrer Erziehung immer auf das Wohl ihres Kindes, also auf dein Wohl, achten müssen.
Aber: Gleichzeitig steht in diesem Paragraf, dass deine Eltern deine Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen Person fördern müssen. Dazu zählen in der heutigen Zeit auch ein gewissenhafter Umgang mit dem Internet und anderen digitalen Medien – und eben auch das Bewusstsein über mögliche Gefährdungen.

Suchtgefahr
Online-Spiele können süchtig machen. Untersuchungen haben ergeben, dass von etwa zehn Millionen Menschen, die diesen Spielen im Netz nachgehen, etwa 500.000 süchtig sind. Sie verbringen viele Stunden pro Tag vor dem Rechner und spielen. Viele vernachlässigen dadurch soziale Kontakte zur Außenwelt. Sie fühlen sich in der virtuellen Welt wohler, als in der realen.

Sexting, Cybermobbing und Abzocke
Eine weitere Gefahr geht von virtuellen Belästigungen aus – zum Beispiel durch Sexting oder Cybermobbing. Beim Sexting verschickt man anstößige Fotos oder erhält solche. Wenn dies im gegenseitigen Einvernehmen geschieht, muss das nicht unbedingt belästigend sein. Riskant wird Sexting erst, wenn die sexualisierten Bilder ohne Einverständnis an andere weitergeleitet werden. Denn das verletzt die Persönlichkeitsrechte. Auch kann es passieren, dass man im Internet durch Unachtsamkeit Abzockern übern Weg läuft und plötzlich für ein vermeintlich legales und kostenfreies Angebot eine Abmahnung oder Zahlungsaufforderung erhält.

Privatsphäre
Es ist überaus wichtig, die eigene Identität im Internet zu schützen und nicht zu viel Privates zu offenbaren. Du würdest ja auch im realen Leben nicht alle Informationen mit allen Menschen auf der Welt teilen wollen.

Und:
Das Internet vergisst nie, heißt es so schön. Inhalte, die du im Internet löschst, können immer noch als Kopie auftauchen – ohne, dass du davon etwas mitbekommst. Wenn du dich in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook mit deinen Freunden austauschst, dann achte auf deine Privatsphäre-Einstellungen. So kannst du festlegen, wer welche Infos von dir einsehen kann.

Digital Natives
Menschen, die mit Internettechnologie, Laptops und Smartphones aufwachsen, nennt man „digital natives“. Das ist englisch und bedeutet „digitale Eingeborene“. Im Unterschied zu den „digital Immigrants“, den „digitalen Einwanderern“, die erst im Laufe ihres Leben damit in Berührung gekommen sind, ist die Nutzung des technischen Angebots für sie viel selbstverständlicher.

Medienkompetenz
Das Internet ist heute Teil unseres Lebens. Deshalb muss man auch einen aufgeklärten Umgang damit entwickeln, um an unserer Gesellschaft teilnehmen zu können. „Medienkompetenz“ wird diese Fähigkeit genannt. Sie ist auch für das spätere berufliche Leben wichtig.

Verhandeln!
Erklär deinen Eltern, dass die Internetnutzung zu deiner Freizeitbeschäftigung dazu gehört und dass dies auch positiven Einfluss auf deine Persönlichkeitsentwicklung hat. Zeig ihnen, dass du dich mit den Gefahren auseinandersetzt, die im Netz lauern können.
Mach ihnen gleichzeitig deutlich, wie wichtig ein – kompetenter – Umgang mit dem Internet in der heutigen Zeit ist. Wenn du ihnen signalisierst, dass du neben der Internetnutzung auch noch anderen Hobbys nachgehst, du dich nicht von der realen Welt abkapseln möchtest und auch deine schulischen Leistungen nicht darunter leiden, dann findet ihr bestimmt einen Weg.

Zeitplan
Vereinbare mit deinen Eltern für jeden Tag einen festen Internet-Zeitraum von z.B. 30 Minuten – und eventuellen Bonusminuten, wenn du dich protestfrei daran hältst. Tragt diese Zeiträume in einen Kalender ein und markiert sie beispielsweise mit gelben Fähnchen für die 30 Minuten und mit blauen Fähnchen für die Extrazeit.

Wichtige Paragraphen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)

§ 1626 Elterliche Sorge, Grundsätze
(1) Die Eltern haben die Pflicht und das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen (elterliche Sorge). Die elterliche Sorge umfasst die Sorge für die Person des Kindes (Personensorge) und das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge).

(2) Bei der Pflege und Erziehung berücksichtigen die Eltern die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbständigem verantwortungsbewusstem Handeln. Sie besprechen mit dem Kind, soweit es nach dessen Entwicklungsstand angezeigt ist, Fragen der elterlichen Sorge und streben Einvernehmen an.

§ 1627 Ausübung der elterlichen Sorge
Die Eltern haben die elterliche Sorge in eigener Verantwortung und in gegenseitigem Einvernehmen zum Wohl des Kindes auszuüben. Bei Meinungsverschiedenheiten müssen sie versuchen, sich zu einigen.

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