Anleitung: Welche Verhütungsmethoden gibt es?

Anleitung: Antibabypille, Vaginalring und Co. – welche Verhütungsmittel gibt es? Du bist kein Werwolf 26.06.2016 02:44 Min. Verfügbar bis 26.06.2021 KiKa

Anleitung: Welche Verhütungsmethoden gibt es?

Wenn man nicht ungewollt schwanger werden möchte, darf man beim Geschlechtsverkehr nicht auf Verhütungsmittel verzichten. Fachärzte empfehlen Jugendlichen die Antibabypille, den Vaginalring und das Kondom.

Verhütungsmethoden

Zeichnung: Die verschiedenen Verhütungsmethoden in einem Bild

Der Pearl-Index – wie sicher sind Verhütungsmittel?
Eine Methode, die Sicherheit von Verhütungsmitteln statistisch zu bewerten, ist der so genannte Pearl-Index. Er zeigt auf, wie viele Frauen innerhalb eines Jahres trotz Verhütungsmittel schwanger geworden sind. Je niedriger der Wert ist, desto sicherer soll die Verhütungsmethode sein. Ein Pearl-Index von 0,1 bedeutet z. B., dass 1 von 1.000 Frauen in einem Jahr schwanger geworden ist.

Der Pearl-Index – wie sicher sind Verhütungsmittel?
Eine Methode, die Sicherheit von Verhütungsmitteln statistisch zu bewerten, ist der so genannte Pearl-Index. Er zeigt auf, wie viele Frauen innerhalb eines Jahres trotz Verhütungsmittel schwanger geworden sind. Je niedriger der Wert ist, desto sicherer soll die Verhütungsmethode sein. Ein Pearl-Index von 0,1 bedeutet z. B., dass 1 von 1.000 Frauen in einem Jahr schwanger geworden ist.

Die Antibabypille
Die Antibabypille, kurz „Pille“ genannt, ist der Überbegriff für alle Pillen, die eine Schwangerschaft hormonell verhindern. Es gibt verschiedene Arten von Pillen, die sich in der Zusammensetzung der Geschlechtshormone und der Art der Einnahme unterscheiden. Der größte Unterschied liegt aber in der Abgrenzung von Mini- und Mikropille.
Bei allen Pillen gilt: Dadurch dass die Hormone über den Magen aufgenommen werden, können Erbrechen oder Durchfall die Wirkung der Pille stark beeinträchtigen. Problematisch ist auch, wenn man bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Antibiotika einnimmt. Sie können die Wirkung der Pille beeinflussen. Bei Medikamenten sollte man daher immer den Arzt fragen, wie sich diese auf die Pille auswirken. Rauchen und Pille vertragen sich auch nicht gut. Sowohl das Herzkreislaufrisiko also auch das Risiko auf Thrombose steigen bei dieser Kombination.

Die Mikropille – Perl-Index: 0,1-0,9
Sie enthält die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen. Diese verhindern, dass in den Eierstöcken Eizellen heranreifen und kein Eisprung stattfindet, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Obendrein ändert der Schleimpfropfen im Muttermund seine Konsistenz damit Samenzellen nicht mehr in die Gebärmutter gelangen. Auch die Gebärmutterschleimhaut verändert sich. Eizellen, die doch befruchtet wurden, können sich nicht mehr so leicht dort einnisten.

Anwendung:
Es gibt eine klassische und eine neuere Variante. Klassischerweise gilt für die Pille: Sie muss drei Wochen lang täglich zu einer bestimmten Uhrzeit oral eingenommen werden. Dann wird die Einnahme eine Woche ausgesetzt und man bekommt seine Tage.
Die neuere Version hat einen veränderten Einnahmerhythmus. Die Verpackung beinhaltet 28 Tabletten, die jeden Tag – ohne Pause – eingenommen werden. Nach der Einnahme der letzten Tablette mit Hormonen setzt die Regel auch nach ca. 2-3 Tagen ein. Sollte man die Pille einmal zur bestimmten Uhrzeit vergessen, muss sie innerhalb von 12 Stunden spätestens nachgenommen werden – auch, wenn dies bedeutet, dass man an einem Tag zwei Pillen schluckt. Aber Vorsicht! Sobald man nur ein einziges Mal diese 12 Stunden verstreichen lässt, besteht für die nächsten drei bis vier Wochen kein Schutz mehr!

Die Minipille – Perl-Index: 0,5 - 3
In der Minipille befindet sich nur ein Hormon: das Gestagen. Es gibt zwei Arten von Minipillen, die sich in Dosierung und Wirkung unterscheiden. Bei der ursprünglichen Minipille kommt es zum Eisprung. Jedoch verändert sie, wie die Mikropille auch, den Schleimpfropfen zum Muttermund und die Schleimhaut in der Gebärmutter. Die Minipille hat auch Einfluss auf die Beweglichkeit der Eileiter. Dadurch werden Spermien aufgehalten und der Transport der Eizelle gestört. Neuere Minipillen haben eine höhere Dosierung der Gestagene, um den Eisprung zu verhindern.

Anwendung:
Die Minipille wird jeden Tag eingenommen, auch während der Monatsblutung. Die ursprüngliche Minipille hat nicht den 12 Stunden Spielraum. Sie muss immer zur gleichen Zeit eingenommen werden – innerhalb einer von 3 Stunden - damit der Schutz vor einer Schwangerschaft gewährleistet ist. Bei der neueren Version gilt erneut die 12 Stunden Regel.

Der Vaginalring – Perl-Index: 0,4 – 0,65
Dieser biegsame Kunststoffring enthält in einer niedrigen Dosierung ebenfalls die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen. Diese gelangen über die Vaginalwände direkt in die Blutbahn. Beim Ring wird der Körper mit der geringstmöglichen Hormondosis belastet.

Anwendung:
Der Ring wird zusammengedrückt und dann ähnlich wie ein Tampon in die Scheide eingeführt. Dort bleibt er für drei Wochen. Nach einer Woche Pause, in der die Monatsblutung stattfindet, wird ein neuer Ring eingesetzt. Die meisten Mädchen spüren den Ring nicht, weder beim Tragen noch beim Geschlechtsverkehr. Der Ring hat einen riesigen Vorteil: Man muss nicht jeden Tag an ihn denken. Darüber wird seine Wirkung nicht durch Durchfall oder Erbrechen eingeschränkt.

Das Kondom – Perl-Index: 2 - 12
Anders als hormonelle Verhütungsmittel, wird das Kondom rein äußerlich angewendet und hat dadurch keinen direkten Einfluss auf den Körper. Es bietet auch Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, wie z. B. HIV. Die richtige und sichere Anwendung bedarf einiger Übung.Damit es nicht zu „Verhütungspannen“ kommt, sollte man vor allem bei den ersten Malen sehr vorsichtig sein. So erklärt sich übrigens auch der, im Vergleich zur Pille und zum Vaginalring, relativ hohe Perl-Index: Viele Frauen werden aufgrund von „Anwendungsfehlern“ schwanger. Deshalb raten Fachärzte sogar zu einer zweifachen Verhütung durch Kondom und durch hormonelle Verhütungsmittel, wie den Vaginalring oder die Anti-Baby-Pille.

Anwendung:
Das erste, worauf man beim Kondom achten sollte sind Haltbarkeitsdatum und CE-Kennzeichnung. Die CE-Kennzeichnung zeigt, dass ein Kondom nach bestimmten Richtlinien geprüft wurde. Die Verpackung kann nun vorsichtig geöffnet werden, wobei besonders Obacht bei spitzen Fingernägeln oder Intimpiercings geboten ist! Bevor man das Kondom nun über den erigierten Penis rollt, gilt es, das Reservoir – den Zipfel des Kondoms – zusammendrücken, damit dort keine Luft mehr ist. Beim Samenerguss sammelt sich dort die Samenflüssigkeit. Wenn der Penis nicht beschnitten ist, muss beim Überrollen des Kondoms die Vorhaut zurückgezogen werden. Wird ein Gleitmittel verwendet, darf darin kein Fett enthalten sein, ansonsten könnte das Kondom reißen.

Nach dem Geschlechtsverkehr muss das Kondom mit der Hand am Penisansatz festgehalten werden. So kann es nicht abrutschen. Das Kondom darf nur einmal benutzt werden und gehört danach in den Müll. Es ist übrigens das einzige Verhütungsmittel, das von Jungs angewendet werden kann. Die Forschung beschäftigt sich aber schon seit längerem mit der „Pille für den Mann“. Dabei handelt es sich jedoch gar nicht um eine Pille, sondern um Spritzen, Implantate und Gele, die man auf die Haut schmiert. Geplant ist bisher, 2012 neue Produkte auf den Markt zu bringen.
Ein Tipp: Wenn man Kondome unterwegs in einer Papp- oder Metallschachtel aufbewahrt, sind sie vor Schlüssel, Kleingeld oder anderen spitzen Gegenständen geschützt.

Für alle Verhütungsmethoden gilt: Um ganz sicher zu gehen, was eine Schwangerschaft besonders sicher verhütet und wie man sich richtig verhält, sollte man am Besten mit seiner Frauenärztin oder seinem Frauenarzt Rücksprache halten.

Übrigens: Der „Koitus interruptus“ – gemeinhin auch als „Aufpassen“ bekannt – und die „Pille danach“ sind keine Verhütungsmethoden!!!

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