Dreckapotheke

Dreckapotheke Kaiser! König! Karl! 30.07.2016 01:44 Min. Verfügbar bis 30.07.2021 KiKa

Geschichten aus dem Mittelalter

Dreckapotheke

Vielseitig interessiert: Christian Franz Paullini

Christian Franz Paullini wurde am 25. Februar 1643 in Eisenach geboren. Er studierte Medizin und Theologie an verschiedenen Universitäten, wurde Leibarzt beim Bischof von Münster und später Stadtphysicus in Eisenach. Er interessierte sich für viele Dinge und verfasste rund 50 Bücher. Am bekanntesten wurde seine „Heilsame Dreckapotheke“. Das Buch enthielt viele Rezepturen für die innere und äußere Anwendung bei allen möglichen Krankheiten und Beschwerden. Bestandteile waren vor allem menschliche und tierische Ausscheidungen, also Kot und Urin. Einige Menschen fanden diese Rezepturen schon damals nicht ganz überzeugend.

Wirklich gesund? Die Rezepte der „Heilsamen Dreckapotheke“

Drecksapotheke

1697 erschien die erste Ausgabe der „Dreckapotheke“. Das war ein ungefähr 700 Seiten dicker Wälzer mit lauter Rezepturen, die gegen alle möglichen Krankheiten helfen sollten. Geschrieben hatte das Buch der Arzt und Gelehrte Christian Franz Paullini. Das Besondere an den Rezepturen: Es wurden vor allem Kot und Urin von Mensch und Tier verarbeitet. Aber auch Pulver aus gebrannten Eidechsen oder getrocknete Lunge vom Fuchs kam in manchen Rezepturen vor. Die Heilmittel sollte man beispielsweise als Pflaster, Salben, Pillen, Badezusätze oder zum Gurgeln benutzen. Paullini empfahl die „Dreckapotheke“ in erster Linie den armen Leuten, die sich keine teure Medizin leisten konnte. Die reichen und die empfindlichen Leute sollten eher die Finger davon lassen oder nur im Notfall, etwa auf Reisen, darauf zurückgreifen. Paullini selbst schrieb, dass sich viele Menschen nur mit äußerster Kraft dazu überwinden konnten, seine Medizin zu sich zu nehmen.

Kennt sich mit Krankheiten aus: der Medicus

„Medicus“ ist das lateinische Wort für „Arzt“. Im Mittelalter nannte man so einen Arzt, der an einer Universität Medizin studiert hatte. Ein „Wundarzt“ oder „Bader“ führte in der Regel die Operationen aus. Beim Militär hießen diese Leute „Feldscher“ oder „Feldscherer“. Der Arzt wurde manchmal auch „Physicus“ genannt. In der Neuzeit gab es oft einen angestellten Stadt- oder Amtsphysicus, der auf die allgemeine Gesundheit im Ort achtete. Bis ins 20. Jahrhundert hinein konnten sich viele Leute keinen Arzt leisten, wenn sie krank waren. Es gab keine Krankenversicherung, die die Kosten der Behandlung übernahm. Deshalb versuchten die Leute, sich selbst zu helfen. Manchmal fielen sie auch auf Quacksalber herein. Das waren Leute, die gar keine Mediziner waren, aber so taten, als ob.

Stand: 22.07.2015, 12:02

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