Kräuter - Medizin der Mönche

Kräuter - Medizin der Mönche Kaiser! König! Karl! 30.07.2016 02:42 Min. Verfügbar bis 30.07.2021 KiKa

Geschichten aus dem Mittelalter

Kräuter - Medizin der Mönche

Verfasser des ersten botanischen Gedichts: Walahfrid Strabo

Walahfrid wurde 808 in Schwaben geboren. Wahrscheinlich schielte er, darauf deutet sein Beiname hin. „Strabus“ heißt nämlich „der Schielende“. Er kam bereits als Jugendlicher ins Kloster auf der Insel Reichenau, wo er eine ausgezeichnete Ausbildung erhielt. 829 wird Walahfrid an den Hof Ludwigs des Frommen berufen. Er wird dort der Lehrer des Kaisersohns Karl. 838 ist die Erziehung Karls beendet. Walahfrid erhält zum Dank die Abtei Reichenau. Dort gibt es zwar schon einen anderen Abt, doch Walahfrid kann sich gegen ihn durchsetzen. Seine Zeitgenossen sahen Walahfrid aufgrund seiner Bildung und seiner zahlreichen Schriften vor allem als Theologen. Heute schätzt man eher seine Dichtung. Zu seinen bekanntesten Dichtungen gehört das Gedicht über den Gartenbau „De cultura hortorum“.

Gedicht über den Gartenbau: „De cultura hortorum“ oder „Hortulus“

Kräuter - Medizin der Mönche

Walahfrid Strabo verfasste sein Lehrgedicht über den Gartenbau um 840 herum. Zunächst als Mönch, dann als Abt auf der Insel Reichenau kannte er sich gut aus mit den Pflanzen und ihrer heilenden Wirkung. Viele Klöster hatten einen Pflanzgarten, in dem sie systematisch Kräuter und andere Pflanzen anbauten. In den Klöstern entstanden auch Bücher, in denen die guten und die gefährlichen Wirkweisen der Pflanzen aufgeführt waren. Walahfrid beschrieb in seinem Lehrgedicht „De cultura hortorum“ 24 Pflanzen und ihre Heilwirkung. Dabei handelte es sich nicht nur um Kräuter wie Minze oder Kerbel, sondern auch um Gemüse wie Fenchel oder Sellerie und sogar um eine Blume wie die Rose.
Gedruckt wurde das Buch 1510 in Wien. Dort erschien es unter dem Namen „Hortulus“. Das heißt „kleiner Garten“.

Gegen manches ist ein Kraut gewachsen: die Kräutermedizin

Schon die alten Ägypter wussten, dass manche Pflanzen eine heilende Wirkung entfalten können. Im Mittelalter kümmerten sich vor allem die Mönche und Nonnen, aber auch andere darum, die Wirkung dieser Heilpflanzen genauer zu erforschen, die Kräuter anzubauen und ihr Wissen praktisch anzuwenden. Sie waren lange Zeit die einzigen, die sich mit der Heilkunst dieser Art auskannten. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen schufen die Grundlagen der modernen Medizin.

Stand: 22.07.2015, 12:02

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