Geschichte des Torhütertums

Geschichte des Torhütertums

Schwarz-weiß Foto zeigt eine Spielszene während des olympischen Fußballturniers 1912 in Stockholm.

Der Torwart – er trainiert alleine, trägt ein anderes Trikot als seine Mannschaftskameraden und steht meist alleine zwischen seinen beiden Pfosten. Ein ziemlicher Außenseiter, könnte man meinen. Doch zu Beginn der Fußballgeschichte war das ganz anders: Als 1863 die ersten Fußballregeln aufgestellt wurden, gab es nämlich gar keinen Torhüter! Meist stand im Tor, wer zuletzt gewählt wurde, häufig eher die etwas unsportlicheren Spieler. Oder aber es gab während des Spiels fliegende Wechsel. Dann hütete immer derjenige das Tor, der am erschöpftesten war.

Schwarz-weiß Foto: Torhüter springt vergeblich nach dem Ball, der ins Tor fliegt.

Erst 1908 bekam der Torwart sein eigenes Shirt, das ihn vom Rest der Mannschaft unterschied. Und er erhielt seine besondere Rolle: die Angreifer das Fürchten lehren, wenn der Rest der Mannschaft versagt. Zwar wäre es heute auch noch regelgemäß, wenn sich Spieler während einer Partie als Torwart abwechselten, aber wegen der hohen Spezialisierung wird dies nicht gemacht.

Torhüter Fabien Barthez.

Früher war es üblich, wichtige Turnierspiele, bei denen am Ende der normalen Spielzeit Gleichstand war, durch ein Los zu entscheiden. Doch seit den 1970er Jahren wird in solchen Fällen durch Elfmeterschießen der Sieger ermittelt. Der Torwart bekam eine noch größere Bedeutung und konnte von nun an seine Fähigkeiten noch besser unter Beweis stellen. Während im normalen Spiel ein Tor ein Unglück für den Torhüter ist, wird es beim Elfmeterschießen als Normalfall angesehen. Die Chance für den Torwart, sich durch Glanzparaden ein eigenes Denkmal zu schaffen, ist beim Elfmeterschießen besonders groß.

Torhüter uns Spieler rennen auf Ball zu.

Seit 1992 ist es dem Torwart verboten, einen Ball im Strafraum mit der Hand aufzunehmen, wenn er ihn von einem Mitspieler mit dem Fuß zugespielt bekommt oder ihn direkt nach einem Einwurf seiner Mannschaft annimmt. Diese so genannte "Rückpassregel" führte dazu, dass ein Torwart seither viel mehr "mitspielen" muss und dieses auch trainiert. Viele der "neuen", jungen Torhüter sind exzellente Feldspieler und mischen sich häufig gerade in den letzten Spielminuten einer offenen Partie in den Pulk vor dem gegnerischen Tor.

Stand: 15.02.2018, 15:35

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