Der Stroop-Effekt – ein Farbexperiment

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Der Stroop-Effekt – ein Farbexperiment

Mit diesem Farbexperiment könnt ihr einen anderen Klugscheißer mal so richtig in die Irre führen. Alles was ihr dafür braucht, ist eine Versuchsperson, die nicht farbenblind ist, und folgende Zutaten:

Man nehme:

  • einen Malkasten (oder auch dicke Filzstifte)
  • Wasser
  • Pinsel
  • zwanzig dicke Papierblätter oder Pappe
  • eine Stoppuhr

So geht's

Klickt euch durch das Experiment:

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Als Erstes müsst ihr die Blätter beschriften: Nehmt euch zehn und schreibt jeweils mit der entsprechenden Farbe den Namen der Farbe auf ein Blatt: Das Wort "rot" schreibt ihr mit der Farbe Rot, das Wort "blau" mit der Farbe Blau, das Wort "pink" mit der Farbe Pink und so weiter, bis ihr alle zehn Papierblätter mit zehn unterschiedlichen Farben und deren Namen beschriftet habt.

Als Erstes müsst ihr die Blätter beschriften: Nehmt euch zehn und schreibt jeweils mit der entsprechenden Farbe den Namen der Farbe auf ein Blatt: Das Wort "rot" schreibt ihr mit der Farbe Rot, das Wort "blau" mit der Farbe Blau, das Wort "pink" mit der Farbe Pink und so weiter, bis ihr alle zehn Papierblätter mit zehn unterschiedlichen Farben und deren Namen beschriftet habt.

Dann schnappt ihr euch noch mal zehn Blätter und schreibt wieder mit zehn verschiedenen Farben Farbnamen darauf. Aber aufgepasst: Diesmal nehmt ihr für jedes Wort eine andere Farbe! Das heißt, der Name für die jeweilige Farbe und die Farbe, in der er geschrieben wird, dürfen nicht übereinstimmen. Zum Beispiel schreibt ihr das Wort "blau" in Pink oder Grün, "gelb" schreibt ihr in Blau oder Rot und das Wort "rot" in Grün oder Braun - ganz, wie es euch gefällt.

Jetzt kommt eure Versuchsperson ins Spiel. Der erklärt ihr, dass ihr verschiedene Wörter in verschiedenen Farben geschrieben habt. Eure Versuchsperson soll aber nicht die einzelnen Wörter vorlesen, sondern sie soll euch sagen, in welcher Farbe sie geschrieben sind. Beginnt mit den ersten zehn Blättern, auf denen Farbname und Schriftfarbe übereinstimmen und stoppt dabei die Zeit. Los geht's!

Ihr werdet feststellen: Die ersten zehn Blätter gehen ganz fix. Bestimmt hat eure Versuchperson alles richtig gelöst. Jetzt wird es kniffliger, denn jetzt kommen die Karten, auf denen Farbe und Name der Farbe nicht übereinstimmen. Stoppt also wieder die Zeit. Und los!

Wahrscheinlich guckt eure Versuchsperson jetzt ganz schön dumm aus der Wäsche und braucht für diese Aufgabe viel länger. Vielleicht liegt sie mit der Farbe sogar ein paar Mal daneben. Das passiert, weil sich das Gehirn auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren muss: Lesen und Erkennen. Die Schwierigkeit liegt darin, nicht das Wort vorzulesen, sondern die Schriftfarbe zu bezeichnen. Eure Versuchsperson wird bei diesem Zehnerpacken viel länger brauchen.

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Das Ganze nennt man den Stroop-Effekt.
Er wurde benannt nach einem Wissenschaftler, der 1935 erstmals daran forschte: John Ridley Stroop. Seither beschäftigt viele Wissenschaftler die Frage, warum das Erkennen und Benennen von Farben so schwierig ist, wenn die Wörter eine andere Farbe beschreiben.

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Eine Erklärung dafür ist, dass zwei sehr ähnliche Fähigkeiten, die beide mit Sprache zu tun haben, gleichzeitig beansprucht werden. Das Gehirn muss die gesehene Farbe in ein gesprochenes Wort übersetzen, während es zeitgleich auch ein geschriebenes Wort liest. Und obwohl es die Farbe klar erkennt, will es automatisch erst das Wort lesen. Die beiden Fähigkeiten - Lesen und Erkennen - kommen sich also in die Quere, wir müssen uns stärker konzentrieren, um keine Fehler zu machen, und deshalb brauchen wir für den zweiten Versuchsteil auch viel länger. Ah!

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