Wann sagt man "seinen Senf dazu geben"?

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Wann sagt man "seinen Senf dazu geben"?

Senf dazu geben

"Muss der immer seinen Senf dazugeben?" Das sagt man, wenn jemand immer wieder ungefragt etwas in einer Unterhaltung sagt oder kommentiert.

Aber warum Senf und nicht Ketchup?

Senf dazu geben

Schon vor über 3000 Jahren wurde Senf in China als Gewürz benutzt. Er wird aus den Körnern von Senfpflanzen, Essig und anderen Gewürzen als Paste hergestellt. Lange Zeit war Senf in Europa eines der wenigen Gewürze, mit denen man Speisen überhaupt schärfen konnte. Somit war er sehr beliebt und die meisten Köche verfeinerten sämtliche Gerichte mit der gelbbraunen Soße.

Senf dazu geben

Doch das war nicht immer so eine gute Idee. Häufig passte der Senf nicht zum Essen und dem Speisenden schmeckte es auch nicht. Diese unerwünschte Angewohnheit vieler Köche – nämlich egal zu welcher Speise Senf dazuzugeben – hielt im Laufe des 17. Jahrhunderts als Redensart Einzug in die deutsche Sprache.

Senf dazu geben

Sie wurde auf Situationen übertragen, in denen jemand in eine Unterhaltung hineinredete, mit der er eigentlich nichts zu tun hatte. Wer ständig ungefragt alles kommentierte, handelte also wie ein Koch, der unnötig überall seinen Senf dazugab.

Und übrigens:

Senf dazu geben

Ketchup konnte für die Redewendung überhaupt nicht herhalten. Die würzige Tomatensoße wurde nämlich erst um 1950 hier richtig beliebt und wird seitdem mit Vorliebe zu Burger und vor allem zu Pommes gegessen.

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