Bürgermeister

Gemeinden können Städte sein, Dörfer oder Zusammenschlüsse mehrerer kleinerer Dörfer. | Bildquelle: newspixx vario images

Bürgermeister oder Bürgermeisterinnen leiten die Politik in einer Gemeinde. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Stadt- oder Gemeinderäte treffen sie dort wichtige Entscheidungen, zum Beispiel wofür Geld ausgegeben werden soll. Außerdem vertreten sie ihre Gemeinden nach außen und sind sozusagen „ihre Gesichter“. Sie empfangen unter anderem wichtige Besucher und nehmen offizielle Termine wahr, so wie die Eröffnung einer neuen Sportanlage.
Manchmal stehen die Bürgermeister oder Bürgermeisterinnen auch an der Spitze der Verwaltung – sind also die Chefs oder Chefinnen derjenigen Leute, die für die Gemeinde arbeiten und zum Beispiel Bauvorhaben prüfen, Ausweise ausstellen oder dafür sorgen, dass sauberes Wasser aus den Hähnen kommt.

Die meisten Bürgermeister arbeiten ehrenamtlich

Manche Bürgermeister tragen zu offiziellen Anlässen eine sogenannte Amtskette. | Bildquelle: IMAGO/ULMER Pressebildagentur

In den größeren Gemeinden arbeiten Bürgermeister und Bürgermeisterinnen zumeist hauptamtlich. Das heißt, sie bekommen ein festes Gehalt und haben keinen anderen Job. Die meisten Bürgermeister und Bürgermeisterinnen in Deutschland, rund 70 Prozent, sind aber Ehrenamtliche. Sie übernehmen diese verantwortungsvolle Tätigkeit also oft zusätzlich zu ihrem eigentlichen Job und in ihrer Freizeit. Dafür bekommen sie eine Aufwandsentschädigung, die unterschiedlich hoch ausfallen kann.

Kaum Bürgermeister-Nachwuchs

Obwohl die Hälfte der Bevölkerung Frauen sind, gibt es nur wenige Bürgermeisterinnen. Henriette Reker ist die Oberbürgermeisterin von Köln. | Bildquelle: ddp/Panama Pictures

Gerade in ehrenamtlich geleiteten Gemeinden wird es aber immer schwieriger, Kandidatinnen oder Kandidaten zu finden, die das Amt übernehmen wollen. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sagen beispielsweise, dass der Umfang an Aufgaben immer größer werde und gleichzeitig zu wenig Geld zur Verfügung stehe, um alle Probleme zu lösen. Dazu sei man immer häufiger Anfeindungen ausgesetzt.
Derzeit übernehmen eher ältere Menschen Bürgermeisterposten, der Großteil ist mehr als 50 Jahre alt. Immer wieder trauen sich aber auch sehr junge Menschen an diese wichtige Aufgabe heran – teilweise sogar, ohne vorher in einer Partei oder in der Politik gewesen zu sein. Für alle Interessierten: Das Mindestalter um Bürgermeisterin oder Bürgermeister zu werden, beträgt in den meisten Bundesländern 18 Jahre, teilweise aber auch 21, 23 oder wie in Baden-Württemberg 25 Jahre.